Interview 

Gibt es etwas Besseres als Monogamie?

Hat die traditionelle Zweierbeziehung ausgedient? Şeyda Kurt erklärt, welche alternativen Formen lebbar sind und wie radikale Zärtlichkeit unsere Vorstellungen von Liebe revolutionieren kann.

12. Juli 2021  –  12 Minuten

Liebe tut weh. Liebe heißt Treue. Liebe macht uns überhaupt erst vollständig. Und romantische Beziehungen sind die wichtigsten Beziehungen im Leben. Das sind Beispiele von Glaubenssätzen über die Liebe, die mir lange Zeit wie selbstverständlich vorgelebt wurden. Ich habe sie geglaubt. Viele Menschen glauben sie.

Autor:in Şeyda Kurt nennt Annahmen wie diese »zirkulierendes kollektives Wissen«. Was sie damit meint: Wir alle kennen diese vermeintlichen Wahrheiten und reproduzieren sie immer wieder – in Filmen, Büchern und in unseren romantischen Erwartungen. Ein »Unbehagen« gegenüber diesen Wahrheiten hat sie motiviert, »Radikale Zärtlichkeit – Warum Liebe politisch ist« ist bei Harper Collins erschienenein Buch über die Liebe zu schreiben. Es heißt »Radikale Zärtlichkeit – Warum Liebe politisch ist«; Kurt untersucht darin die gesellschaftlichen Liebesnormen im »Kraftfeld von Patriarchat, Rassismus und Kapitalismus am Beispiel ihrer eigenen Biografie«, wie auf dem Klappentext zu lesen ist.

Şeyda Kurt studierte Philosophie, Romanistik und Kulturjournalismus in Köln, Bordeaux sowie Berlin und ist Journalist:in und Moderator:in. Sie schreibt unter anderem für die taz, Zeit Online und nachtkritik.de und war Redakteurin für den preisgekrönten Spotify-Podcast »190220 – Ein Jahr nach Hanau«. »Radikale Zärtlichkeit – Warum Liebe politisch ist« ist ihr erstes Buch. – Quelle: Thomas Seips