Alles Etikettenschwindel? So erkennst du Mode, die wirklich fair und grün ist

Modekonzerne werfen mit Begriffen wie »Nachhaltigkeit« und »Verantwortung« nur so um sich. Doch nicht alle Siegel halten, was sie versprechen.

8. Dezember 2021  –  7 Minuten

Grün. Nachhaltig. Fair. Verantwortung. Conscious.Conscious ist Englisch und bedeutet übersetzt »bewusst«. Egal bei welchem Modeunternehmen du über die Website scrollst – irgendwo wirst du auf einen dieser oder ähnliche Begriffe stoßen. Sei es in der Produktbeschreibung einzelner Kleidungsstücke, bei einer Kollektion oder in den Unternehmensrichtlinien. Klingt gut, oder? So als hätte die gesamte Textilindustrie ihren schädlichen Einfluss auf Umwelt und Klima verstanden.Im Jahr 2015 verursachte die weltweite Textilindustrie beispielsweise 1,2 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente. Das übertrifft sogar die Treibhausgasemissionen des internationalen Flugverkehrs und der Schifffahrt aus dem gleichen Jahr zusammen, wie Quarks hier zusammengefasst hat. Und als würde sie endlich Verantwortung für die katastrophalen Arbeitsbedingungen der Millionen TextilarbeiterinnenNur 10% der hierzulande verkauften Bekleidungsstücke stammen aus Deutschland, der Rest wird importiert. In der Textilindustrie arbeiten zu einem überwiegenden Teil Frauen. Die gemeinnützige Stiftung Fashion Revolution schlüsselte vor ein paar Jahren in einem Artikel (englisch) auf, dass über 70% der Näher:innen in China weiblich sind. In Bangladesch liegt der Anteil bei 85%, in Kambodscha sogar bei 90%. übernehmen, die für sie schuften.Im April 2013, nach dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch, erregten die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie weltweite Aufmerksamkeit. Es ist das wohl bekannteste Unglück in diesem Zusammenhang. Doch auch Jahre später sind Ausbeutung und gefährliche Arbeitsbedingungen für Näherinnen an der Tagesordnung. Welche Konsequenzen Konsument:innen für sich selbst daraus ziehen können, liest du in diesem Interview.