Warum wir gegen Hunger nicht mehr machtlos sind

Und trotzdem immer noch Millionen Menschen verhungern könnten.

Interview - 17. März 2017  11 Minuten

20 Millionen. So viele Menschen sind aktuell vom Hungertod bedroht, ein Vielfaches kriegt nicht regelmäßig etwas zu essen. Mit dieser schrecklichen Zahl ließ sich Stephen O’Brien, Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen, vor einigen Tagen in den Medien zitieren. Ein »kritischer Punkt in der Geschichte der Vereinten Nationen« sei erreicht, »DIE ZEIT« berichtet über die Einschätzung der aktuellen Notlage durch O’Brien so O’Brien.

Auf den ersten Blick scheint der von der deutschen Hilfsorganisation Welthungerhilfe Die Welthungerhilfe wurde 1962 unter dem Dach der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gegründet. Derzeit ist die Organisation in 40 Ländern weltweit aktiv. herausgegebene Der Welthungerindex der Welthungerhilfe Welthungerindex dem zu widersprechen. Um fast 30% ist der Hunger weltweit laut diesem Index seit dem Jahr 2000 gesunken. Was es mit diesem scheinbaren Widerspruch auf sich hat und was der Hunger im globalen Süden mit uns in Deutschland zu tun hat, das erklärt Andrea Sonntag, die Referentin für Ernährungspolitik der Welthungerhilfe.

Titelbild: UN Photo - CC BY-SA

von Peter Dörrie 

Es kann arrogant wirken, als Wohlstandskind die Frage zu stellen, warum es auf der Welt immer noch Krieg und Armut gibt. Zu einfach entsteht der Eindruck, man habe selbst alle Antworten parat. Als Entwicklungs-, Friedens- und Konfliktforscher findet Peter die Frage dennoch wichtig. Denn er geht immer davon aus, dass es mehr als eine Wahrheit gibt und die eigene am wenigsten zählt. Sein besonderes Interesse gilt Afrika. In 12 Ländern des Kontinents hat er bereits recherchiert.

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