Selbst wenn du wolltest: Du kannst nicht alles selbst entscheiden

Alles entscheiden zu wollen, ist eine schlechte Entscheidung: Es lähmt uns und macht uns unglücklich. Wann lohnt es sich trotzdem, den Autopiloten abzuschalten?

25. April 2017  6 Minuten

»Take back control!« Mittlerweile ist aus dem Slogan unter anderem eine Bewegung geworden, die Veranstaltungen organisiert und politisch links einzuordnen ist. Die 3 zentralen Forderungen: Übernimm wieder die Kontrolle über die Brexit-Verhandlungen. Übernimm wieder die Kontrolle von den Etablierten. Übernehmt wieder die Kontrolle über euer eigenes Leben. – »Übernimm wieder die Kontrolle!« Der Slogan hat nicht nur Hier schreibt David Ehl über die 3 möglichen Brexit-Szenarien die Brexit-Kampagne im Jahr 2016 dominiert – und damit alle vereint, die sich gegen die etablierte Politik stellten. Der Slogan passt ins grundlegende Dogma der westlichen, aufgeklärten Gesellschaft: Um unser Wohl zu maximieren, benötigen wir maximale individuelle Freiheit. So sind wir in der Lage, unser Leben zu kontrollieren und die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. Niemand anderes entscheidet für uns und wir sind frei von Manipulationen.

»Have it your way.« – Burger King

Und weiter: Je mehr Auswahl, desto besser. So können wir unsere Bedürfnisse passgenau befriedigen. Sei es bei der Auswahl zwischen 78 Kekssorten im Supermarkt-Regal, 23 neuen Smartphone-Modellen beim Online-Händler oder 14 Arzneimitteln gegen

Mit Illustrationen von Robin Schüttert für Perspective Daily

von Han Langeslag 

Han geht es um Verantwortung, denn unser Handeln hat heute mehr Einfluss auf das globale Geschehen als je zuvor. Sind wir darauf vorbereitet? Wie können wir überhaupt noch eine Übersicht über die komplexen Zusammenhänge bekommen? Fachlich reicht seine Perspektive als Wirtschaftswissenschaftler, Psychologe und Neurowissenschaftler vom Individuum bis hin zum globalen Handelssystem.


von Maren Urner 

Maren hat in Neurowissenschaften promoviert, weil sie unser Denkapparat so fasziniert. Die schlechte Nachricht: Wir sind weit davon entfernt, unser Gehirn zu verstehen. Die gute Nachricht: Unser Gehirn ist veränderbar, und zwar ein Leben lang. Wahrnehmungen, Gewohnheiten und Entscheidungen sind also offen für unsere (Lern)-Erfahrungen. Und damit auch für die Erkenntnis: Ich habe mich getäuscht!

Themen:  Psychologie   Konsum  

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