»Penis, Vulva, Hoden«: Warum wir für unsere Kinder üben sollten, offen über Sex zu sprechen
Warum Erwachsenen das Thema Sex so peinlich ist und wieso sexuelle Bildung vor Gefahren schützt: Ein Gespräch mit einer Sexologin.
»Was macht man eigentlich, wenn man beim Sex aufs Klo muss?«, fragt ein 8-Jähriger in der Pause seinen Freund. »Überhaupt kein Problem, dafür gibt es ja Kondome!«, lautet dessen Antwort.
Wenn Magdalena Heinzl Workshops zum Thema Sexualität in Schulen gibt, schnappt sie immer wieder ehrliche Gespräche wie diese auf. Zwar begeistert sie die kindliche Logik, zurück in der Klasse klärt Heinzl die Schüler:innen dann aber auf: »Wenn man aufs Klo muss, geht man aufs Klo. Beim Sex macht man es ganz einfach so, wie man es sonst auch macht.«
In ihrem Workshop dürfen die Kinder Heinzl alles rund um das Thema Sexualität fragen – egal was. Nur noch selten bringen unerwartete Fragen die Sexologin ins Schwitzen.
Zur Person: Magdalena Heinzl

Heinzl ist Klinische Sexologin, ausgebildete Sozialarbeiterin und Sexual-, Trauma- und Theaterpädagogin.
Bildquelle: Mara Wallinger | wamara.atIns Schwitzen geraten dagegen meist die Erwachsenen. Weil das Kind sich auf dem Spielplatz nackt auszieht oder wieder eine neugierige Frage stellt. Oder weil sie als Eltern beim Informationsabend von Magdalena Heinzl die Schulbank drücken.
Erwachsenen ist das Thema Sexualität oft peinlich, weil sie überfordert sind. Die wenigsten haben jemals gelernt, offen darüber zu sprechen. Das möchte Magdalena Heinzl mit ihrem Buch »Was kribbelt da so schön?« ändern. Denn wenn Erwachsene die richtigen Worte finden, um über Sexualität zu sprechen, gelingt es Kindern auch.
In diesem Interview erzählt Heinzl, wie Eltern von Anfang an zur sexuellen Bildung ihrer Kinder beitragen können, wieso Aufklärung Kinder vor sexueller Gewalt schützt und wie Eltern zwischen kindlichen »Doktorspielen« und Übergriffen unterscheiden können.
Wenn es dann noch weiß, dass Sexualität etwas für Erwachsene ist und niemals zwischen Erwachsenen und Kindern passiert, dann holen Kinder sich viel schneller Hilfe oder können es früher artikulieren, wenn doch etwas passiert ist.
belegen auch, dass sexuell gebildete Jugendliche weniger Risiken eingehen, wenn es um ungewollte Schwangerschaften oder sexuell übertragbare Infektionen geht.
»Sexuelle Aufklärung bedeutet nicht nur Opferprävention, sondern auch Täterprävention«
In meiner Utopie arbeiten Eltern, Bezugspersonen, , und externe Fachpersonen zusammen. Deshalb habe ich auch mein Buch geschrieben: Ich möchte Eltern und Bezugspersonen ermutigen, dieses Thema aufzugreifen, weil sie damit einen wesentlichen Beitrag leisten können, ihre eigene Wertehaltung mittransportieren und im Gespräch mit ihren Kindern bleiben.