Wie die türkische Pressefreiheit weiter eingeschränkt wird – und was noch dagegen helfen kann

Während des Putsch-Versuchs zeigten regierungskritische Medien ihre Unterstützung für die demokratische Grundordnung der Türkei – ein klares Signal an Präsident Recep Tayyip Erdoğan, das er überhört. Bei dem Vertreter des »Komitees zum Schutz von Journalisten« in der Türkei, Özgür Öğret, habe ich nachgefragt, was der Pressefreiheit in der Türkei noch helfen kann.

25. Juli 2016  6 Minuten

Nach dem gescheiterten Putsch-Versuch Ein Putsch ist ein Schlag oder Stoß gegen die Regierung eines Landes. Ziel ist ihr Sturz. Putschisten gehören nicht zum inneren Zirkel der Regierung. Wenn Regierungsmitglieder den Umsturz planen, bezeichnet man dies als Staatsstreich. in der Nacht zum 16. Juli 2016 in der Türkei reißen die Nachrichten über die Folgemaßnahmen der türkischen Regierung nicht ab. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat seine angekündigte »Säuberung« eingeleitet: Tausende Menschen wurden festgenommen und Zehntausende türkische Beamte umgehend suspendiert.

Der vorläufige Höhepunkt der Ereignisse ist der Notstand, Das Auswärtige Amt aktualisierte seine Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei, als am Morgen des 20. Juli 2016 der Ausnahmezustand verhängt wurde der in der Türkei für 3 Monate ausgerufen wurde. Staaten verhängen den sogenannten Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt kurze Definitionen von Ausnahmezustand, Notstand etc. bereit Ausnahmezustand in außerordentlichen Krisensituation, in denen die Sicherheit beziehungsweise die innere Ordnung eines Staates in Gefahr ist. In jüngster Zeit geschah dies auch nach den Anschlägen in Belgien und Frankreich.

Titelbild: Das Foto zeigt das »Turksat«-Gebäude in der türkischen Hauptstadt Ankara, das durch Bombenanschläge während des Putsch-Versuchs stark beschädigt wurde. Quelle:dpa

von Juliane Metzker 

Juliane schlägt den journalistischen Bogen zu Südwestasien und Nordafrika. Sie studierte Islamwissenschaften und arbeitete als freie Journalistin im Libanon. Durch die Konfrontation mit außereuropäischen Perspektiven ist ihr zurück in Deutschland klar geworden: Zwischen Münster und Beirut liegen gerade einmal 4.000 Kilometer. Das ist weniger Distanz als gedacht.

Themen:  Aktivismus   Journalismus  

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