Stimmt alles, was in deinem Geschichtsbuch steht?

War Hartz IV eine gute Reform? Gab es das deutsche Wirtschaftswunder wirklich? So kommen wir historischer Wahrheit auf die Spur.

3. August 2017  9 Minuten

Inzwischen ist der Hype um Kanzlerkandidat Martin Schulz wieder abgeklungen. Er hätte mehr Inhalte liefern müssen, wird ihm sowohl von Befürwortern als auch von Gegnern vorgeworfen. Ende Februar aber, als die Zahlen noch rosig aussahen, wollte Schulz mit einem Thema punkten, das nicht nur in der SPD die Geister scheidet: Er brachte eine Nachbesserung von Hartz IV ins Spiel. Merkel hielt dagegen und Hier Merkels Standpunkt verteidigte die Agenda 2010.

Im Kern geht es bei dem Streit um die Frage, wie Hartz IV und die Arbeitsmarktreformen der vergangenen Jahrzehnte zu bewerten sind.

  • Waren sie ein notwendiger Schritt, um als Gesellschaft im globalen Wettstreit mithalten zu können?
  • Oder war Hartz IV im Zuge der Globalisierung eine bewusste politische Absage an den gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Es gibt sehr unterschiedliche Auffassungen darüber, wie sich die Geschichte entwickelt hat – und ob das Ergebnis gut oder schlecht ist. Welche Perspektive davon ist wahr? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht: Sozialreformen wie Hartz IV treffen die Menschen unmittelbar und haben enormen Einfluss auf ihr Leben. Daher prallen unterschiedlichste Vorstellungen aufeinander: Darüber, wie Menschen funktionieren, wie ein gerechtes Zusammenleben aussehen sollte, ob wir

Titelbild: Myrabella / Wikimedia Commons - CC BY-SA

von Peter Schraeder 

Peter Schraeder liegt in den letzten Zügen seines Studiums der Public History, bei dem er sich mit der Schnittstelle zwischen Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit beschäftigt. Aber auch das Zusammenspiel aus Politik, Philosophie und Wirtschaftsgeschichte interessiert ihn sehr. Peter arbeitet neben dem Studium als freier Journalist.

Themen:  Bildung   Politik  

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