20 Links

Ist die AfD eine Alternative für Russlanddeutsche?

Seit Helmut Kohl hat sich niemand für sie interessiert. Dann kam die AfD.

20. Oktober 2017  10 Minuten

Diese Geschichte fängt an wie der Alptraum der »Wir schaffen das«-Fraktion: Sie handelt von einer Gruppe Migranten, um die man sich jahrzehntelang keine Sorgen gemacht hat. Bis sie bei dieser Bundestagswahl der AfD in einem Städtchen in NRW zu 50% der Stimmen verholfen hat. Himmel Herrgott, was ist da schiefgelaufen?

Auf den zweiten Blick gar nicht mal so viel. Die meisten Russlanddeutschen sind gut integriert, und dieser Text betrachtet vor allem eine Minderheit, bei der noch viel zu tun ist. Wie anfällig sie für den Populismus der AfD ist, zeigt, dass wir lieber heute als morgen damit anfangen sollten.

Alles Russen?

Klären wir zuerst einmal ein paar Begriffe. Russlanddeutsche sind keine »Russen« – sie gehören zur russischsprachigen, deutschstämmigen Minderheit aus Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken wie Kasachstan, der Ukraine, Usbekistan, Moldawien sowie Kirgisien, Tadschikistan und den baltischen Staaten.

»Russlanddeutsche«, Der Begriff »Russlanddeutsche« wird häufig nicht nur als Bezeichnung für Deutsche aus dem Russischen Reich oder der Russischen Föderation verwendet, sondern auch als Oberbegriff für Deutsche, die in Regionen oder Ländern lebten (oder noch heute leben), die Teil der Sowjetunion waren. »Aussiedler« Aussiedler ist nach § 1 Abs. 2 Nr. 3 Bundesvertriebenengesetz (BVFG), wer die deutsche Volkszugehörigkeit besitzt und nach dem Zweiten Weltkrieg, aber vor dem 1. Januar 1993 die ehemals unter deutscher Verwaltung stehenden Ostgebiete (Danzig, Estland, Lettland, Litauen, die ehemalige Sowjetunion, Polen, Tschechien und die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien, Albanien) verlassen und einen Wohnsitz in der BRD begründet hat.

Titelbild: Wikimedia Commons / Bundesarchiv - CC BY-SA

von Veronika Prokhorova 

Veronika Prokhorova arbeitet als freie Journalistin unter anderem für Snob.ru. Früher schrieb sie für Deutsche Welle Russisch und Russkaja Germania. Geboren wurde Veronika in der Nähe von Sankt Petersburg, wo sie Internationale Journalistik studierte. Vor Kurzem hat sie an der TU Dortmund ihren Journalismus-Master mit dem Schwerpunkt Terrorismusforschung abgeschlossen.

Themen:  Deutschland   Populismus   Osteuropa  

Die Diskussionen sind leider nur für Mitglieder verfügbar.

Weitere Artikel für dich