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Willst du einen Roboter als Freund?

In Japan helfen Roboter gegen Einsamkeit, während sie hier nur die Wohnung saugen. Verpassen wir den Anschluss?

30. November 2017  10 Minuten

Die Zukunft der Roboter steht kurz bevor. Den Eindruck bekomme ich jedenfalls, wenn ich mir die Schlagzeilen der letzten Monate zu selbsthandelnden Maschinen anschaue:

  • Samantha: Im August wurde in Spanien und England mit Samantha Der Verkaufsstart von Samantha bei Insightnewsmag (englisch, 2017) der erste menschenähnliche »Sex-Roboter« verkauft. Er hat eine Sprachausgabe und reagiert auf Berührungen. Dieser Roboter der spanischen Firma Synthea Amatus reagiert mit Sprachausgabe auf Berührungen am Körper und hat einfache Hydraulik in den Armen. Der stolze Preis für die etwas »intelligentere Sexpuppe«: 3750 Euro (englisch).
  • Sophia: Ende Oktober verlieh Saudi-Arabien in einer PR-Aktion dem Konversations-Roboter Sophia die Staatsbürgerschaft. Die PR-Aktion diente dazu, Saudi-Arabien als Land für technologischen Fortschritt und Investitionen zu stärken. Der Roboter Sophia ist ein Prototyp der US-amerikanischen Firma Hanson Robotics (englisch). Er simuliert ein Gespräch, reagiert auf Fragen und hat eine Hydraulik, die menschenähnliche Mimik simuliert. Sophia kann Gespräche simulieren und besitzt eine menschenähnliche Mimik.
  • Atlas: Im November vollführte der Forschungs-Roboter von Boston Dynamics als erster zweibeiniger Roboter überhaupt einen Rückwärtssalto.



Ich finde das eher beängstigend. Ich stelle mir vor, eines Tages nicht mehr zwischen Mensch und Roboter unterscheiden zu können. – Eva-Christin, Teammitglied bei Perspective Daily

Tatsächlich sehen die neuesten Roboter immer mehr aus wie Menschen und können immer mehr von dem, was wir auch können. Nur eben besser, schneller – und (noch) ohne Gewissen. Spürst du beim Gedanken an menschliche Maschinen ein mulmiges Gefühl irgendwo in der Magengrube? »Typisch deutsch!«, würde der Japaner denken und seinen Seehund-Roboter streicheln, der sein Wohlbefinden steigert.

Fakt ist: Nicht überall auf der Welt ist die Skepsis gegenüber Samantha, Sophia, Atlas und Co. so groß wie hier. Wenn sich der Gedanke an einen Roboter-Freund für dich »irgendwie falsch« anfühlt, dann wage jetzt den Perspektivenwechsel. Dabei lernst du auch, was Roboter heute wirklich sind und (nicht) können.

Titelbild: dpa Themendienst - copyright

von Dirk Walbrühl 

Dirk ist ein Internetbewohner der ersten Generation. Ihn faszinieren die Möglichkeiten und die noch junge Kultur der digitalen Welt, mit all ihren Fallstricken. Als Germanist ist er sich sicher: Was wir heute posten und chatten, formt das, was wir morgen sein werden. Die Schnittstellen zu unserer Zukunft sind online.

Themen:  Technik   Psychologie  

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