»Sperrt sie weg, wo sie hingehören«

Der preisgekrönte Dokumentarfilm »Drogen: Amerikas längster Krieg« von Eugene Jarecki visualisiert das Scheitern des seit 4 Jahrzehnten währenden Krieges gegen die Drogen in den USA und liefert eine überraschende Erklärung, warum die USA einst überhaupt damit begannen: Rassismus.

17. August 2016  6 Minuten

Diese Film-Empfehlung ist Teil unserer Sommerreihe. Sie gehört auch zu unserer Reihe über Drogen. Die hier genannten Fakten und Zitate stammen aus dem vorgestellten Dokumentarfilm und wurden, soweit nicht anders angegeben, redaktionell nicht erneut überprüft.

»Warum sagen wir nicht einfach: ›Tötet die Armen! Wenn die Armen tot sind, geht es uns besser.‹ Denn genau das ist aus dem Krieg gegen die Drogen geworden.«

Der »Krieg gegen die Drogen«, den Präsident Nixon im Jahr 1971 ausrief, kostete die USA in den darauffolgenden 4 Jahrzehnten etwa 1 Billion US-Dollar und führte zu ca. 45 Millionen Verhaftungen. Das Resultat: Etwa 2,3 Millionen Menschen sitzen im Land der Freiheit derzeit im Gefängnis – im Verhältnis zur Bevölkerungsanzahl ist das Rekord. Die USA stellen etwa 5% der Weltbevölkerung, aber 25% aller Strafgefangenen. Über 1/2 Million davon haben sich aufgrund gewaltloser Drogendelikte strafbar gemacht.

Nur eine Zahl hat sich kaum geändert: Die Menge der Menschen, die Drogen nehmen.

Das Eingangs-Zitat, das das Töten der Armen aufgreift, stammt nicht etwa von einem Legalisierungs-Aktivisten, sondern vom amerikanischen Journalisten David Simon. Seit über 10 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der US-Drogenpolitik. Aus dem Zusammenhang gerissen wirkt es einseitig, zu emotional, undifferenziert. Doch der

Mit Illustrationen von Fabian Ludwig für Perspective Daily

von Frederik v. Paepcke 

Frederik interessiert sich für etwas, das zunächst sperrig klingt: Systeme. Welchen Einfluss haben scheinbar unsichtbare Strukturen auf unseren Lebens-Alltag? Als Anwalt, Unternehmensberater, Gründer und Diplomat hat Frederik unterschiedlichste Perspektiven kennengelernt und ist überzeugt: Vom kleinen Startup bis hin zum großen Völkerrecht sollten wir weniger an das Gewissen des Einzelnen appellieren und stattdessen mehr an systematischen Veränderungen arbeiten.

Frederik war bis Juli 2017 Stammautor bei Perspective Daily und ist seitdem Gastautor.

Themen:  USA   Gerechtigkeit  

Die Diskussionen sind leider nur für Mitglieder verfügbar.

Weitere Artikel für dich