Reportage 

Was tun, wenn der Regen ausbleibt?

Im »Obstkorb Südafrikas« wachsen unsere Birnen. Aber seit Jahren regnet es dort kaum noch. Ihre Not macht die Farmer erfinderisch.

30. Mai 2018  7 Minuten

Gespenstisch still hier unten. Alles ist so weit weg: Die aus der Ferne zwitschernden Vögel, meine Reporterkollegen an der Straße, der stahlblaue Himmel sowieso. Durch meine Sohlen spüre ich die Schollen des hellen, lehmigen Sandbodens, von der afrikanische Sonne festgebacken und zerrissen. Aus den Furchen recken sich vereinzelt grüne Grastriebe, hier und da liegen Kieselsteine. Ich stehe inmitten eines Sees, der bis auf einen kümmerlichen Rest vollkommen ausgetrocknet ist. Die sanft ansteigenden Flanken in alle Richtungen um mich herum lassen erahnen, wie viel Wasser hier hineinpassen würde.

Eine Plage wie im Alten TestamentTrockenen Fußes über einen See zu laufen, das ist eine Geschichte aus dem Neuen Testament. Aber die Plage, mit der die Westkap-Region in Südafrika derzeit zu kämpfen hat, ist schon eher alt-testamentarischen Ausmaßes: 3 Winter in Folge hat es kaum geregnet. Und der nächste Winter, der auf der Südhalbkugel gerade beginnt, bringt bislang auch kaum Wasser mit sich.

Titelbild: David Ehl - copyright

von David Ehl 

Wenn Zugvögel im Schwarm fliegen, beeinflusst jedes einzelne Tier die Richtung aller - das hat David bei einer Recherche gelernt. Sonst berichtet er eher über Menschen, stellt sich dabei aber eine ganz ähnliche Frage: Welche Rolle spielt der einzelne Wähler und Verbraucher, welchen Einfluss hat jeder von uns auf die Gesellschaft? David recherchiert gerne unterwegs, studiert hat er Musikmanagement, Englisch und Journalismus.

Themen:  Klima   Gesellschaft   Afrika  

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