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Wie das Land, so die Leber

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Felix Austen

Wie das Land, so die Leber

26. August 2016

Wir Deutschen haben ein Drogen-Problem: Wir trinken zu viel Alkohol. Das macht zwar oft Spaß, es kostet uns aber einen Haufen Geld und geht auf die Gesundheit.

Mein Freund Ahmed sagt »Nein, danke!« Auch 3- oder 4-mal am Abend, stets höflich. Trotzdem frage ich ihn immer wieder, ganz automatisch, ob er ein Glas Wein oder ein Bier möchte, wenn ich den Kühlschrank offen habe. Obwohl ich seine Antwort ja kenne. Ahmed kommt aus Syrien, er ist es nicht gewöhnt, Alkohol zu trinken. In seiner Familie trinkt niemand. Er hat schon mal probiert, aber es interessiert ihn nicht wirklich.

Ich genieße den sanften Schleier der Entspannung, der sich mit jedem Schluck auf mich legt. Ich komme aus Deutschland. Am Abend nehme ich mir gerne mal ein kaltes Bier aus dem Kühlschrank – am Wochenende auch mal 3 oder 4. Ich biete es meinen Gästen an, das gehört für mich dazu. So war es bei meinen Eltern und bei meinen Großeltern. Ich mag den erfrischenden Geschmack von Bier, genieße die feinen Noten eines guten Weins und den sanften Schleier der Entspannung, der sich mit jedem Schluck auf mich legt. Und vor allem aber liebe ich die geselligen Abende, die sich zwischen den Gläsern entfalten. Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen: Sie sind wichtiger Bestandteil meines sozialen Lebens. Liebe Leser, sorgt euch nicht um mich. Ich kann auch ohne: Diesen Juli habe ich komplett auf Alkohol verzichtet.

Deutschland: Export- und Pils-Weltmeister?

Damit entspreche ich dem typischen Bild eines trinkenden Deutschen.

Mit Illustrationen von Fabian Ludwig für Perspective Daily Titelbild:

 

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