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Kommentar — 9 Minuten

Ali, willst du etwa sagen, dass die meisten Deutschen Rassisten sind?

16. August 2018
Themen:

Für Ali Can ist #MeTwo ein Angebot, endlich über Rassismus zu sprechen. Viele lehnen das ab, weil sie nicht streiten können. 5 Regeln für einen ordentlichen Streit.



Seit 3 Wochen sprechen wir in Deutschland über Rassismus. Und auch ich komme kaum zur Ruhe, Zurück zum Anfang: Ali Can erklärt im Podcast, warum er das Hashtag #MeTwo ins Leben gerufen hat seitdem es das Hashtag #MeTwo gibt. Ein Interview jagt das nächste. Journalisten aus der ganzen Welt wollen wissen, Ein Bericht über #MeTwo bei der britischen Rundfunkanstalt BBC (englisch, 2018) was hier bei uns in »Good Old Germany« los ist. Deshalb hat mir bisher die Zeit gefehlt, das alles einzuordnen: die vielen Erfahrungsberichte von Ausgrenzung und Rassismus im Alltag und die Meinungsartikel in Zeitungen, die darauf reagierten.

Schluss mit der Meinungsmache! So machen wir aus #MeTwo eine echte Rassismus-DebatteWeiterlesen

Mit ein wenig Abstand fällt mir auf: In den letzten Wochen wurden unter #MeTwo viele Dinge geschrieben und gesagt, die einen Dialog über Rassismus eher erschweren und der Idee von #MeTwo entgegenstehen. Das ist schade.

#MeTwo ist in erster Linie ein Gesprächsangebot. Nikola Schmidt mit rechtlichen Lösungsansätzen, um gegen Diskriminierung anzugehen Ein Angebot von den Menschen, die wegen ihrer Herkunft oder Hautfarbe diskriminiert werden. Ein Angebot an die Menschen, denen das nicht passiert. Doch die längst überfällige Debatte über Rassismus droht zu scheitern, weil wir eines nicht tun: uns konstruktiv streiten. Aber das können wir lernen.

Bin ich eine Kartoffel?

Für mich besteht ein gutes Streitgespräch nicht darin, dass sich alle ihre Meinung entgegenbrüllen. Dann gibt es vielleicht Streit, aber kein Gespräch. Ein Gespräch wird auch dann schwierig, wenn Kritiker versuchen, das Thema der Debatte schon von Anfang an kleinzureden, oder plötzlich über etwas anderes schwadronieren. Hierfür gibt es viele Beispiele: Kommentatoren wie Jan Fleischhauer, Filipp Patov und Christian Lindner versuchen, die Debatte kleinzureden, oder schweifen stark ab. Mit dem Vorwurf des strukturellen Rassismus allein wollen sie sich nicht auseinandersetzen.

Nein, es geht mir nicht darum, Kritik abzublocken – ich habe in den letzten Wochen viele gute Kritikpunkte und offene Fragen zu #MeTwo bekommen. Zum Beispiel: Dass #MeTwo ein Elitendiskurs sei, kritisiert taz-Journalist Jörg Wimalasena (2018) Ist #MeTwo ein Elitendiskurs, weil er nur auf Twitter stattfindet? Falls ja, wie erreicht er mehr Menschen?

Weiße Männer, Kartoffel, Alman Weißer Mann, Kartoffel und Alman (türkisch: Deutscher) könnten im gängigen Sprachgebrauch kaum unterschiedlicher sein. In der #MeTwo-Debatte jedoch lassen sie sich inhaltlich passend ergänzen und entwerfen gemeinsam das Bild eines typisch deutschen, klischeeerfüllenden weißen Mannes, der nie von strukturellem Rassismus betroffen ist. Er gilt als absoluter Inbegriff von Macht und bildet eine Norm, von der alle anderen abgegrenzt kategorisiert werden. Er ist überall Teil der Mehrheit und kennt keine Probleme. – diese Begriffe in #MeTwo-Posts sehe ich auch als problematisch an. Denn wer will sich schon Rassismus vorwerfen lassen? Damit verbinden viele Sklavenhandel, Deutschland übt sich im Vergessen, wenn es um sein koloniales Erbe geht. Oder weißt du, was vor über 100 Jahren in der deutschen Kolonie in Namibia passierte? Kolonialismus, Apartheid und Entmündigung.

Kein deutschstämmiger weißer Mensch erleidet strukturellen Rassismus.

Andererseits sollten wir nicht über Rassismus reden, weil der Begriff »Rassismus« für Menschen ohne Migrationshintergrund unbequem ist. Natürlich ist er das. Wir müssen uns alle trotzdem mit der Bedeutung von Rassismus heute auseinandersetzen: Kein deutschstämmiger weißer Mensch erleidet Ein weißer Mann erklärt, warum es keinen »umgekehrten Rassismus« geben kann (2018) strukturellen Rassismus bei der Job- und Wohnungssuche oder in der Schule. Diese fehlende Erfahrung führt manchmal dazu, dass solche Probleme vielen nicht bewusst sind oder sie diese nicht wahrhaben möchten.

Man muss sich nicht immer gleich lauthals verteidigen, wenn man mit Rassismus konfrontiert wird. – Quelle: Clem Onojeghuo CC0

Vor 2 Jahren habe ich die Hier findest du die Website der »Hotline für besorgte Bürger« Hotline für besorge Bürger gegründet. Ein Team aus Freiwilligen – mit und ohne Migrationshintergrund – bietet unter der Hotline an, sich über die Angst vor »Überfremdung« oder »Islamisierung« auszutauschen. Hätte ich jedes Mal den Hörer aufgeknallt, wenn mich jemand Muselmann oder Ali Baba genannt hat, Ali Can im Interview über die »Hotline für besorgte Bürger« und die Angst vor der Islamisierung des Abendlands dann wäre ich heute nicht der Überzeugung, dass Kommunikation auch in schwierigen Situationen funktionieren kann. Doch genau das ist möglich.

Das Schöne an Deutschland ist, dass wir unsere Meinung frei aussprechen und denken können, wie wir möchten. Und je unterschiedlicher die Menschen in unserer Gesellschaft denken, desto schwieriger kann der Umgang mit dem »Andersdenkenden« sein – das gilt natürlich vor allem für die Kommunikation. Deshalb gibt es einige Dinge zu beachten.

Bin ich ein Sexist?

Wer kontrovers diskutieren will, sollte sich vorbereiten. Das beginnt damit, die eigene Haltung zum Thema kritisch zu hinterfragen und sich selbst zu fragen: Was ist meine ganz persönliche Verbindung zum Thema? So wie jetzt Zehntausende #MeTwo mitlesen, habe auch ich vor knapp einem Jahr #MeToo verfolgt.

#MeToo Die Original-#MeToo-Bewegung gibt es seit dem Jahr 2006. Gründerin ist Tarana Burke. Im Jahr 2017 wurde das Hashtag bekannt, nachdem mehr und mehr Schauspierinnen dem Filmproduzenten Harvey Weinstein vorwarfen, sie sexuell belästigt zu haben. – die Kampagne, bei der erst in den Sozialen Medien und jetzt überall Frauen auf der ganzen Welt über ihre eigenen Sexismus-Erfahrungen sprechen und an die mein Hashtag angelehnt ist. Zunächst rollte eine Welle der Empörung über unsere Handy- und Computerbildschirme. Ich las Geschichten von Frauen, die unterschiedliche Formen von Gewalt erlebt hatten, die begrapscht wurden oder sich sexistische Sprüche anhören mussten. Bei der Arbeit, auf der Straße oder beim Einkaufen.

Auch ich habe mich schon sexistisch geäußert. Eine meiner bittersten Erkenntnisse von damals: Nachdem ich viele dieser Erfahrungen gelesen hatte, wurde mir klar, dass auch ich mich schon sexistisch geäußert hatte. Auch wenn das meist unbewusst passiert war, fühlte ich mich ertappt. Zunächst war dieses Gefühl unangenehm, aber ich posaunte nicht aus dem Affekt meine Abwehrreaktionen ins Internet.

Mein Gefühl ließ ich erst einmal sacken und ging gedanklich verschiedene Situationen durch, die mich an die Erlebnisse der Frauen erinnerten. Außerdem suchte ich das persönliche Gespräch mit einer Freundin, deren #MeToo-Erlebnisse ich in Sozialen Medien gelesen hatte. Im Gespräch mit ihr merkte ich, dass ich keinen Grund hatte, mich persönlich beleidigt zu fühlen, wenn sie sich gegen Sexismus aussprach. Ihr tat es gut, dass ich Verständnis zeigte und bereit war, meinen eigenen Beitrag zu leisten, dass es weniger Sexismus gibt.

Quelle: Mihai Surdu CC0

Ich verstand nicht, warum viele Männer in eine Verteidigungshaltung gingen – anstatt das Gespräch zu suchen. Offensichtlich fühlten sie sich unter Generalverdacht gestellt. Einige relativierten mit einem »Das war doch nur ein Flirt!« ihr eigenes oder das Handeln anderer. So stiegen allmählich viele aus, die die Debatte bereichert hätten.

Kommunikation funktioniert nur, wenn alle Seiten einander zuhören.

Genau wie jetzt bei #MeTwo zeigte sich schon damals: Kommunikation funktioniert nur, wenn alle Seiten einander zuhören. Darüber hinaus ist es wichtig, eine Bereitschaft für einen differenzierten und genauen Gedankenaustausch mitzubringen. Bei #MeToo hat eine beträchtliche Anzahl von Männern sich aber nur persönlich angegriffen gefühlt, statt zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen für eine konstruktive Lösung, zu der jeder Mensch einen Beitrag leisten könnte. Ich sehe Parallelen zu #MeTwo.

Crashkurs: 5 Schritte zum Streitgespräch

Als Sozialaktivist Das Wort »Sozialaktivist« beschreibt eine Persönlichkeit, die sich besonders intensiv für die Verbesserung von sozialen Strukturen in einer Gesellschaft einbringt. Speziell handelt es sich dabei um sozial benachteiligte Gruppen, deren Lebensbedingungen auf ein angemessenes Niveau gehoben werden sollen. Eine gesellschaftliche Integration von langfristigem Nutzen sowie die Stärkung von Gleichheitsbedingungen sollen durch direkte Teilnahme und Unterstützung des Aktivisten erfolgen. für interkulturelle Themen habe ich bereits Dutzende Workshops gegeben. Immer wieder wurde ich dabei gefragt, was ich zu Beginn einer aufgeheizten Diskussion sage. Meine Antwort lautet: »Nichts.« Das sage ich und schaue danach in der Regel in fragende Gesichter.

Egal ob PEGIDA Adventssingen mit Ali Can (2017, YouTube) mit Nikolausmützchen bei einer vorweihnachtlichen Pegida-Demo oder am Telefon mit einem AfD-Parteimitglied – ich habe viele Gespräche mit politisch Andersdenkenden in Deutschland geführt. Und dabei festgestellt, dass die kraftvollste Kommunikation einen ganz banalen Grundbaustein hat: das Zuhören!

Mit körperlicher Gewalt lösen wir heute seltener Konflikte. Es wird Zeit, auch die verbale Gewalt aus unseren Streitgesprächen zu verbannen. – Quelle: Jerry Kiesewetter CC0

Zuhören ist kein Trick und auch kein Ausdruck von Überlegenheit. Es ermöglicht uns im besten Fall einfach, den Kern des Gesagten zu verstehen. Denn bevor wir feststellen können, um welche Herausforderung es geht, müssen wir uns richtig wahrnehmen. Wie du ein guter und empathischer Zuhörer wirst, erklärt dir dieses Video (englisch, 2016, YouTube) Wie schwer es ist, zuzuhören, zeigen unzählige Workshops zu empathischem Zuhören. Schade, dass wir dies in der Schule nicht gut genug gelernt haben.

Wie muss eine Streitkultur aussehen, in der wir auf Augenhöhe ein Gespräch führen könnten? Die folgende Liste aus Ali Cans Buch »Hotline für besorgte Bürger« wurde für diesen Artikel angepasst Aus dieser Frage habe ich für mich eine Checkliste entwickelt:

  1. Höre zu, wenn jemand von seinen Problemen erzählt!

    Gib deinem Gegenüber so lange Raum, das zu veranschaulichen, was er meint, bis du denkst, dass du seine Perspektive nachvollziehen kannst. Auch du würdest dir wünschen, dass dein Gegenüber dir keine falschen Worte in den Mund legt, sondern dich, deine Bedürfnisse und dein Anliegen verstehen will.

    Viele Menschen haben Schwierigkeiten, kontroverse Themen auszuhalten, und werden schnell emotional. Vielleicht hilft dir dieses Gesprächsbeispiel: Stelle dir vor, du hast Hunger und kochst Kartoffeln. Du wartest und wartest. Das Wasser siedet und du nimmst den Deckel ab. Der Dampf schießt nach oben und füllt den Raum. Du reduzierst die Hitze. Es braucht ein wenig Zeit, bis das Wasser aufhört zu blubbern und klar wird. Irgendwann kannst du die heiße Kartoffel sogar mit den Händen aus dem Topf fischen. Hättest du den Deckel abgenommen und direkt nach der Kartoffel gegriffen – autsch! –, das würde wehtun. Nicht anders ist es in Gesprächen, in denen hitzige Themen besprochen werden. Statt Öl ins Feuer zu gießen, lasse den Druck ab und erlaube das auch bei deinem Gegenüber. Dafür muss der Gesprächspartner Raum bekommen.

  2. Schön, dass wir darüber reden können!

    Es ist gut, dass dein Gegenüber mit dir über das Thema spricht und sich mit wichtigen Fragen beschäftigt. Wenn wir über strukturellen Rassismus sprechen, betrifft das schließlich uns alle. Es ist wichtig, dass wir über Probleme sprechen können, die uns alle betreffen. Trotz der gut gemeinten Anstrengung müssen die Menschen ohne Migrationshintergrund erkennen, dass sie nie das gleiche Verständnis oder die gleiche Bandbreite an Erfahrungen haben werden, die Menschen mit Migrationshintergrund in das Gespräch bringen. Deshalb lohnt es sich, nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner zu suchen und sich darüber auszutauschen. Dieser Schritt ist wichtig, damit man einen Rahmen für das Gespräch und die Situation setzt. Erst wenn ihr Gemeinsamkeiten herausgestellt habt, könnt ihr auf Augenhöhe sprechen.

    Manchmal sprudeln die Gefühle einfach über und es kommt zu einer Explosion. Wenn sich der Gesprächspartner beruhigt hat, ist es einfacher, miteinander zu reden. – Quelle: Jens Johnsson CC0

    Stelle dir vor, dein Gesprächspartner erwidert dir beim Diskutieren, dass #MeTwo einseitig sei und nicht Rücksicht nehme auf seine Erfahrungen mit einem sogenannten »Deutschenhass«. Es wäre an der Stelle möglich zu fragen, ob er sich von Zuwanderern mehr Dankbarkeit und Wertschätzung wünscht. Du könntest betonen, dass du seine Gefühle verstehst, weil dein Gegenüber auf stumpfen Hass trifft und dies unangebracht und verletzend ist, egal von wem der Hass ausgeht und wen er trifft. Ihr könntet feststellen, dass gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nie gut ist.

  3. Stelle viele Fragen!

    Manchmal sind Fragen die besseren Antworten. Viele der kritischen Stimmen zu #MeTwo kontern direkt oder zeigen sich verständnislos. Wäre es nicht viel schöner, wenn wir erst mal fragen würden, wo genau der »Hund begraben liegt«? Das wäre wichtig, um zu verstehen, wo vielleicht Missverständnisse liegen und warum wir uns scheinbar nicht verstehen.

    Lasse dein Gegenüber erklären und nachdenken. Eine gute Faustregel ist: Stelle mehr Fragen, als du Antworten gibst. Fragen ist deshalb so kraftvoll, weil unser Gegenüber seine Meinung nicht ändern muss. Es kann sie aber reflektieren und den Sachverhalt schärfen oder konkretisieren.

    Wie oft hatte ich das Gefühl, dass mir Kritiker unterstellten, ich würde sagen, dass die meisten Deutschen durch und durch rassistisch sind! Ich hätte mir gewünscht, bevor ich derart verurteilt und missverstanden werde, dass mich jemand fragt: »Willst du mit #MeTwo sagen, dass die meisten Deutschen Rassisten sind?« So eine sachliche, ehrliche Frage hätte ich mir gewünscht und gesagt: »Nein. Indem Menschen mit Migrationshintergrund ihre eigenen, persönlichen Geschichten erzählen, wird nicht fast jede Faser des Landes als rassistisch tituliert. Wir generalisieren nicht, sondern decken Strukturen auf, die Diskriminierung überhaupt möglich machen. #MeTwo ist kein Pauschalurteil.« Hört sich viel besser und versöhnlicher an, oder?

    Wer fragt und dann das Mikro abgibt, lernt dazu. Dadurch fällt es leichter, den Gesprächspartner zu verstehen und gemeinsame Ansichten zu finden. – Quelle: DESIGNECOLOGIST CC0

  4. Erzähle von dir!

    Schaue, ob dich etwas von dem, was der andere berichtet, an eigene Erlebnisse erinnert, und erzähle auch von dir. Damit weist du auf Gemeinsamkeiten statt auf Unterschiede hin und schaffst eine erste Vertrautheit.

    Nutze das und versuche trotzdem, beim Thema zu bleiben. Wenn du dann persönliche Geschichten austauschst, könnt ihr über eure Empfindungen dabei sprechen. Das Schöne ist nämlich, dass wir mit den Gefühlen von anderen mehr anfangen können als mit abstrakten Forderungen. Ungeachtet unserer Herkunft und unserer politischen Ansicht können wir mitfühlen und nachempfinden, wenn wir denn nur möchten. Ich glaube, jeder wird im Gespräch mit mir verstehen, dass es sich schlimm anfühlt, wenn der Türsteher vor dem Club sagt: »Du kommst hier nicht rein. Sind schon genug Südländer drin.«

  5. Wie beendest du das Gespräch?

    Fasse die positiven Aspekte der gemeinsamen Auseinandersetzung zusammen. Was ist euer gemeinsamer Nenner noch einmal? Beende das Gespräch, indem du am Schluss auf ein »leichtes« Thema zu sprechen kommst. Auch Interesse an einem weiteren Gespräch zu signalisieren kann nicht schaden. Selbst wenn es kitschig klingt: Bedanke dich für das Gespräch und dafür, dass sich dein Gegenüber zusammen mit dir Gedanken gemacht hat.

Wie kann es weitergehen?

Wir alle kommunizieren miteinander. Jeden Tag. Aber egal ob #MeTwo oder #MeToo – in jeder neuen gesellschaftspolitischen Debatte merke ich, wie ziellose Kommunikation Fortschritte verhindert oder verzögert. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass wir einen Kommunikationsrahmen für diese Themen brauchen, also eine Art der Auseinandersetzung, die jeder ungeachtet seines Weltbilds teilen würde.

Die Basis für diese Streitkultur wäre das Zuhören, um zu verstehen. Das kann jeder Einzelne von uns üben. Aber auch Politiker sollten mit guter Gesprächskultur als Beispiel vorangehen. Denn in konstruktiv geführte Debatten können Lösungen entstehen und gedeihen – nicht nur gegen Rassismus.

Ali Can ist Sozialaktivist und Gründer des Interkulturell Leben e. V. sowie der »Hotline für besorgte Bürger«. Er wird bald das VielRespektZentrum in Essen leiten. Mit seiner Arbeit fördert er den angstfreien Austausch innerhalb der Gesellschaft und kämpft gegen Diskriminierung auf allen Ebenen.

Titelbild: Jan Ladwig - copyright

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