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Podcast hören ist das neue Fernsehen. Hier sind unsere 10 Lieblinge, um dich zu überzeugen

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Podcast hören ist das neue Fernsehen. Hier sind unsere 10 Lieblinge, um dich zu überzeugen

6. Februar 2019
Themen:

Direkt nach dem Aufwachen, in der Bahn, auf dem Fahrrad oder Klo: Podcast geht irgendwie immer und ist »Handyzeit«, die sich lohnt.



Podcast hören ist das neue Fernsehen, davon sind wir fest überzeugt. Egal ob direkt nach dem Aufwachen zum Frühstück, beim Fahrradfahren, in der Bahn, im Auto oder beim Spaziergang – Podcast geht irgendwie immer und ist praktisch.

Podcast

Das Wort Podcast setzt sich aus »Broadcast«, dem englischen Wort für Rundfunk, und dem Namen des vor ca. 10 Jahren beliebten MP3-Players »iPod« zusammen. Podcasts sind meist Audiostücke, die direkt online angehört (Stream) oder heruntergeladen werden können. In Apps wie Overcast, iCatcher! oder Pocket Cast kann man die Podcasts suchen und abonnieren, um nie eine neue Folge zu verpassen.

Obwohl der deutsche Podcastmarkt längst noch nicht so vielfältig ist wie der amerikanische, gibt es trotzdem schon jede Menge verschiedene Formate zu entdecken: exklusive Interviews, Hintergrundberichte, Debatten, Einschlafhilfen, Themensendungen, das Tagesgeschehen im Schnelldurchlauf und natürlich auch ein bisschen Blödelei. Da ist für jeden Geschmack was dabei, das meiste ist kostenlos.

Der Lieblingspodcast der Perspective-Daily-Redaktion ist natürlich – und ja, Eigenlob stinkt, wissen wir – Hier findest du die bereits erschienenen Folgen unser neuer vollgut-Podcast gegen die Weltuntergangsstimmung. Darin sprechen Redakteure über Nachrichten, Ideen und Geschichten, die sie in letzter Zeit so richtig positiv gestimmt haben. Der erste waschechte konstruktive Podcast eben!

Genug der Eigenwerbung: Da draußen gibt es ziemlich viele gute Podcasts – und von denen stellen wir dir heute eine kleine Auswahl vor. Falls du schon eingefleischter Hörer bist, dann findest du hier Inspiration zum Weiterhören. Für alle Neulinge ist unsere Liste ein super Start:

Kurzurlaub mit den Ohren

von David Ehl

Reisen ist ja bekanntlich eine Erfahrung für alle Sinne – aber man kann leider nicht ständig verreisen. Wenn einen spontan das Fernweh packt, ist es vielleicht am besten, nur mit den Ohren zu reisen und dem inneren Auge den Rest zu überlassen. Eine Reportagereihe, mit der das besonders gut funktioniert, sind die Radioreisen des BR-Hörfunksenders Bayern 2, von denen jeden Sonntag eine neue Folge veröffentlicht wird. Im linearen Programm laufen die Radioreisen sonntags um 13:05 Uhr, als Podcast sind sie über gängige Podcast-Datenbanken abrufbar. Sie alle zeichnen sich durch sehr viel atmosphärisches Tonmaterial aus, das der Fantasie die Reise sehr leicht macht.

Manche Folgen widmen sich einem speziellen Land, andere bringen unter einem Oberthema 3 ganz verschiedene Orte zusammen: »Reisegeschichten vom Wal« in der Online-Mediathek des BR (2018) Die Reisegeschichten vom Wal aus dem August zum Beispiel spielen in Neuseeland, in der Antarktis und im Baskenland. Jede Sendung dauert eine knappe Stunde und enthält 3 Beiträge – so bleibt bei jeder Geschichte genug Zeit, um richtig einzutauchen und an den Erlebnissen der Reporter teilzuhaben.

Für Nicht-Bayern ist die nicht ganz dialektfreie Moderation von Bärbel Wossagk sicher gewöhnungsbedürftig, aber auch das kann man mit etwas Fantasie als Beginn der Reise auslegen:

Wenn Sie ... vom Hauptbahnhof in München ... mit zehn Minuten, ohne dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen ... am ... am Hauptbahnhof in München starten Sie Ihren Flug. Zehn Minuten. Edmund Stoibers berühmte Transrapid-Rede (2007) Edmund Stoiber, 2002

Reis und Sonnenschein

von Juliane Metzker

Als wir in den 90ern in Deutschland aufgewachsen sind, gab es sehr wenige asiatische Gesichter in der deutschen Mehrheitsberichterstattung und niemand hat deutsch-asiatische Geschichten erzählt. – Minh Thu Tran

Deshalb haben die Journalistinnen Minh Thu Tran und Leseempfehlung: Vanessa Vus preisgekrönter Text »Meine Schrottcontainerkindheit« Vanessa Vu den ersten Hier findest du alle bisher veröffentlichten Folgen von »Rice and Shine« unabhängigen vietdeutschen Podcast ins Leben gerufen. Einmal im Monat sprechen sie mit Politikern wie dem ehemaligen FDP-Bundesvorsitzenden Philipp Rösler, Die aktuelle Folge der ZDF-Serie »Bad Banks« (2019) Schauspielerinnen wie der Bad Banks-Darstellerin und Kung-Fu-Trainerin Mai Duong Kieu und anderen Persönlichkeiten aus der Community über ihr Leben in der weißen Mehrheitsgesellschaft. Sie erreichen viele Menschen, die sich – wie sie – in der Vergangenheit nicht repräsentiert gefühlt haben und beispielsweise Mit dem Hashtag #MeTwo äußerten sich Tausende über ihre Erfahrungen mit Rassismus in Deutschland mit Rassismus-Erfahrungen allein geblieben sind.

»Fakt ist, dass die Vietdeutschen hier die größte asiatische Diaspora bilden – aus historischen Gründen: Es begann mit Rettungsschiffen der deutschen Hilfsorganisation Cap Anamur und den Bootsflüchtlingen, Nach dem Ende des Vietnamkriegs 1975 inhaftierte oder ermordete die Regierung unter der Führung Nordvietnams Hunderttausende Südvietnamesen. Mehr als 1,6 Millionen Menschen flohen mit Booten, da angrenzende Länder keine Zuflucht gewährten. In Stürmen und baufälligen Booten ertranken mehr als 250.000 der sogenannten Boatpeople. Aufgrund ihrer Beteiligung am Vietnamkrieg nahmen die USA und Frankreich die meisten Geflüchteten auf. Deutschland erhöhte sein Kontingent ab 1978. Die Unterstützung aus der deutschen Bevölkerung für die Aufnahme von Geflüchteten war groß. Auch, als der Journalist Rupert Neudeck einen Frachter zu dem Rettungsschiff Cap Anamur umbaute, um mehr Menschen zu retten und nach Deutschland zu bringen. Die Rettungsaktion wurde mit einer Unterbrechung bis 1986 fortgesetzt. die vor dem Krieg flohen, und den Gastarbeitern in der DDR«, sagt Minh Thu Tran. Mit dem Podcast Rice and Shine schufen sie und Vu einen sicheren Raum, um ihre Perspektive ungestört zu erzählen. Die Themen sind vielfältig: Wie leben Queerasians? Wie reagiert man auf rassistische Witze von Freunden? Und – warum ist Schweinebauch so saulecker?

Die wahren Black Stories

von Felix Austen

Bei einem Umzug stellt eine Frau 9 Blumentöpfe bei Verwandten unter. Als einer der Töpfe durch ein Versehen zerbricht, entdecken die Helfer kleine Knochen in der Erde. Ein Hase vielleicht? Schnell merken sie: ein totes Kind. Als die Polizei hinzukommt und die weiteren Pflanzenkübel untersucht, zeichnet sich ein schreckliches Bild ab: In jedem einzelnen steckt die Leiche eines Neugeborenen. Die Besitzerin hat über die Jahre heimlich 9 Kinder zur Welt gebracht, getötet und vergraben.

Mit Illustrationen von Mirella Kahnert für Perspective Daily

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