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Du kennst Deutschland erst, wenn du in diesen 7 Städten warst

12. März 2019
Themen:

Mit unseren Städte-Tipps lernst du deine Heimat von neuen Seiten kennen.



Sobald der Sturm, der gerade über Deutschland fegt, die letzten Reste des Winters davongeblasen hat, kann die Sonne endlich kommen: Nächste Woche ist Frühlingsanfang. Zeit, die Glieder zu strecken und vor die Türe zu treten!

Warum den freundlichen Teil des Jahres nicht mit einem kleinen Städtetrip beginnen und die eigene Heimat erkunden? Zur Inspiration haben wir unsere 7 deutschen Lieblingsstädte herausgesucht, in die sich ein Trip lohnt – natürlich alle ökologisch erreichbar mit dem Zug. Ein paar davon sind groß und bekannt, ein paar gehen bestimmt noch als Geheimtipp durch.

Und damit du weißt, was sich vor Ort besonders lohnt, haben wir zu jeder Stadt ein paar exklusive Stadt-Kenner-Tipps zusammengestellt. In der ÖPNV-Stadtrundfahrt kannst du dich für kleines Geld – und unter Einheimischen – durch die Stadt kutschieren lassen. Einige Städte haben besondere Veranstaltungen zu bieten, wieder andere halten ihr Lebensgefühl in einem speziellen Soundtrack bereit, der Stadtmusik. Am Abend lassen sich ein paar Stunden am schönsten Fleckchen der Stadt, dem Treffpunkt der Stadt verbringen, bevor beim Kulinarischen Sahnehäubchen die Stärkung wartet.

Also, worauf wartest du noch?

München: Die Stadt, zu der jeder eine Meinung hat

von Katharina Wiegmann

Bekennt man sich im deutschen Ausland (also nördlich des Weißwurstäquators) zum Wohnsitz in München, kommt das meistens nicht so gut an. Teuer, langweilig, spießig-versnobt, das sind die Assoziationen. Und das Oktoberfest natürlich. 2 Wochen Ausnahmezustand und 6 Millionen Besucher, die sich gefühlt an jeder Ecke auf die eine oder andere Art erleichtern. Muss man mögen.

Jetzt aber Schluss mit den Klischees, die übrigens alle absolut wahr sind. Wahr ist aber auch: Ich habe immer einen kleinen Kloß im Hals, wenn ich an laue Sommerabende an der Isar denke, dem eindeutig besten Fluss Deutschlands; an die aufgeräumt-prachtvolle Ludwigstraße, die im Tatort immer viel länger befahren wird, als sie eigentlich ist; an all die langen Nächte, die in einer Boazn endeten, diesen wunderbar demokratischen Trinkinstitutionen mit klebrigen Tresen, deren Name fast immer den Zusatz »Stüberl« trägt.

Außerdem ist München schön. Schaut ihn euch an, den Odeonsplatz, das Haus der Kunst, den Englischen Garten. Die Münchner selbst sind auch schön, man erkennt sie am vollen und festen Haar – das macht bestimmt das gute Alpenwasser.

  • Kulinarisches Sahnehäubchen: Die perfekte Brezn gibt es bei der Hofpfisterei. Außen knusprig, innen weich. Im Biergarten Obazdn Obazda, laut Wikipedia auch als Obatzter oder Obatzda, in der Schweiz auch als Gmanschter bekannt, (auf Hochdeutsch bedeutet das Angebatzter, Angedrückter oder Vermischter) war eigentlich ein Trick, um alten Käse, vor allem Camembert oder Brie, zu verwerten. Mit Butter oder Rahm vermischt und zerdrückt, werden Gewürze wie Paprika oder Kümmel dazugegeben, manchmal auch ein bisschen Bier oder Zwiebeln. dazu bestellen und natürlich ein Bier. Am besten ein Augustiner.
  • Stadtmusik: Die »Urban Brass Band« Moop Mama hat München als Moop Mama – Die Stadt, die immer schläft (2014) »die Stadt, die immer schläft« besungen. Passt zum neurotischen Vergleichszwang mit dem aufregenden Berlin. Mein eigentlicher Tipp: Schlachthofbronx Boiler Room Munich DJ Set (2017) Schlachthofbronx. Die haben ihr Genre »Munich Bass« genannt – und bestimmt auch schon im Berghain Was das Oktoberfest für München ist, ist der Club Berghain für Berlin: ein Ort der Sehnsucht und Projektionen. Statt Blasmusik gibt es in diesem ehemaligen Fernheizwerk am Ostbahnhof Techno. Noch bekannter als die DJs, die dort auflegen, sind die langen Warteschlangen und die strengen Türsteher, die darüber entscheiden, wer ein Teil der tagelangen Partys sein darf. gespielt.
  • Treffpunkt der Stadt: Habe ich doch schon gesagt: Ab an die Isar!

Die Isar – der beste Fluss Deutschlands? – gemeinfrei

Weimar: Am Grund der deutschen Seele

von Dirk Walbrühl

Was ist eigentlich Deutsch? Dieser Frage lässt sich in Weimar hervorragend nachspüren; in Gassen und auf Plätzen, wo schon Friedrich Schiller Johann Christoph Friedrich Schiller war Arzt, Philosoph und Historiker zur Zeit der Weimarer Klassik. Berühmt ist er für seine literarischen Werke (vor allem Gedichte und Dramen) und ist neben Goethe als »größter deutscher Dichter« und Autor der »Räuber« Teil jedes Deutschunterrichts. und Richard Strauss Richard Georg Strauss war ein deutscher Komponist, der Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts lebte. Er ist bekannt für seine orchestrale Musik, vor allem Opern wie »Der Rosenkavalier«. ihre Frühstücksbrötchen kauften. Denn das kleine thüringische Städtchen ist heute fest im Griff von Statuen, Wohnhäusern, Museen und Denkmälern Wenn manche Männer öfter den Mund hielten, könnten wir viel gewinnen. Was, das erklärt Maren Urner hier berühmter Deutscher (allesamt Männer) – ihre Namen allein locken Tausende Kulturfans an.

»Sagensemal, ist dies jetzt Schillers Wohnhaus?« »Neinnein, das steht da drüben! Aber das hier ist auch berühmt.«

Dabei hat Weimar auf den ersten Blick den biederen Charme eines Freilichtmuseums – nur eben mit Bewohnern, Kneipen und Tankstellen. Doch wer erst mal in Goethes gutgepflegtem Garten steht, der kann sich dem Glanz der deutschen Hochkultur nur schwer entziehen.

Titelbild: Fabrizio Verrechia - gemeinfrei

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