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PD Daily 

Bei dieser Hitze arbeiten? So kann das gelingen

Hitze am Arbeitsplatz macht nicht nur träge, sondern schadet auch der Gesundheit. Unsere südeuropäischen Nachbarn haben dafür längst Lösungen – von denen wir uns etwas abschauen können.

26. Juli 2019  3 Minuten

Es ist 9.30 Uhr, ich sitze auf der Terrasse, noch im Schatten, der Springbrunnen plätschert. Im Garten singen Vögel. Obwohl ich mir einige Dinge vorstellen könnte, die ich heute lieber tun würde, als zu arbeiten, weiß ich, dass andere Menschen deutlich schlimmer dran sind. Die Angestellten im nicht-klimatisierten Großraumbüro. Die Schlosserin in der aufgeheizten Fabrikhalle. Der Hähnchenverkäufer im Grillwagen. Und der ältere Herr, der mir eben gerade das Anzeigenblatt in den Briefkasten gesteckt hat.

Dieser Sommer meint es gut mit den Urlaubern und Freibadgästen. Und er ist unerbittlich gegenüber dem arbeitenden Teil der Bevölkerung. Die Hitze am Arbeitsplatz wirkt sich nicht nur negativ auf die Motivation und Produktivität aus, sondern sie gefährdet auch die Gesundheit. 2017 haben Beschäftigte an 40.000 Tagen wegen Krankheiten durch hohe Temperaturen oder Sonnenlicht gefehlt, wie aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung Zeit Online berichtet über die Auswertung der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht. Sie wurden krankgeschrieben, weil sie einen Hitzschlag, einen Sonnenstich oder sonnenbedingte Hautschäden erlitten. Besonders betroffen sind die rund 2,4 Millionen Menschen, die in Deutschland im Freien arbeiten. Aber auch in geschlossenen Räumen reagiert der Körper empfindlich auf die hohen Temperaturen.

Muss das sein? Sind wir in unserer heutigen Arbeitswelt nicht flexibel genug, um die Arbeitszeit anders zu verteilen – oder um endlich einmal die angesammelten Überstunden abzubauen? Oder um es zumindest mal ein wenig ruhiger angehen zu lassen? Wenn wir bei der Hitze schon arbeiten müssen, dann könnten wir doch ein wenig mehr dahinplätschern, wie der Springbrunnen auf meiner Terrasse.