»Wie ich Deutschsein neu definiere«

Ali Can will den Riss in der Gesellschaft flicken, mit viel Verständnis – auch beim Thema Rassismus. Lies hier einen exklusiven Auszug aus seinem bald erscheinenden Buch »Mehr als eine Heimat«.

10. Oktober 2019  8 Minuten

Zu wenig Empörung, zu viele Kompromisse?

Während im August viele Medien über die # MeTwo-Beiträge Ali Can rief MeTwo bei Perspective Daily ins Leben. Die 2 im Hashtag – Two – drückt die 2 Identitäten aus, die er als Deutscher mit Migrationshintergrund in sich vereint. Nicht zu verwechseln mit dem Hashtag MeToo – also »ich auch« –, unter dem im vergangenen Jahr weltweit Geschichten über Diskriminierung von und Gewalt an Frauen verbreitet worden sind. berichteten und ich bemüht war, für die Thematik möglichst zu werben, wurde ich als das Gesicht der Kampagne nicht nur zur Zielscheibe von rechten Kritikern, sondern auch von manchen, die selbst von Rassismus betroffen waren und bei # MeTwo Der Hashtag MeTwo verbreitete sich über Twitter. Über den Online-Kurznachrichtendienst können Nutzer kurze Beiträge mit maximal 280 Zeichen veröffentlichen. Der Name der Plattform leitet sich vom englischen Wort für »zwitschern« – »to tweet« – ab. Ein Retweet beschreibt das Teilen einer Kurznachricht. mitsprechen wollten.

Milde ausgedrückt, lautete der Vorwurf, ich würde in den Medien nicht radikal und empört genug auftreten. Hier stellt Ali Can 5 Regeln für einen Streit auf Augenhöhe vor Ich sei zu dialogorientiert und zu friedfertig. Ich verstehe die Kritik und finde, sie hat ihren Platz. Wenn jemand kompromissloser vorgeht oder sich stärker empört als ich, weil er oder sie beispielsweise mehr Diskriminierung erfahren hat, so kann ich das nachvollziehen. Wenn eine Aktivistin sagt, sie habe bei der Geburt keinen »Bildungsauftrag« bekommen und müsse anderen nicht erklären, was

Mit Illustrationen von Doğu Kaya für Perspective Daily

von Ali Can 

Ali Can ist Sozialaktivist und Initator des #MeTwo gegen Rassismus. Er gründete die »Hotline für besorgte Bürger« und schrieb das gleichnamige Buch darüber. »Mehr als eine Heimat« ist seine zweite Publikation und befasst sich tiefgründig mit Cans persönlicher Geschichte und den Hintergründen seines Aktivismus. Außerdem ist er Leiter des VielRespektZentrums in Essen. Mit seiner Arbeit fördert er den angstfreien Austausch innerhalb der Gesellschaft und kämpft gegen Diskriminierung auf allen Ebenen.

Themen:  Deutschland   Aktivismus  

Die Diskussionen sind leider nur für Mitglieder verfügbar.

Weitere Artikel für dich