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Kein Witz! Warum der Joker jetzt in echt rebelliert

Das kommt dir bekannt vor? Gesichter und Lieder aus Filmen und Serien gehören heute bei Massenprotesten dazu. Das hilft dir, die Aufstände besser zu verstehen.

7. November 2019  6 Minuten

Rot verschmierter Mund, bröckelnde weißgeschminkte Haut, grüne Dreiecke um die Augen – ein fratzenartiges Gesicht zum Weglaufen. Nicht für mich: Das gruselige Clownsgesicht kenne ich. Es ist das des Jokers aus der neuesten DC-Verfilmung. Das DC-Universum ist der Schauplatz der meisten Geschichten des US-amerikanischen Comic-Verlages »DC Comics« und umfasst deren Charaktere, Planeten, Städte, Unternehmen und Erfindungen. Zu den bekanntesten Figuren des fiktiven Universums zählen die Helden Superman, Batman, The Flash und Wonder Women sowie die Bösewichte der Joker, Lex Luthor und Brainiac. Mehrere der DC-Comics wurden bereits als Realfilm veröffentlicht – die neueste Verfilmung »Joker« erzählt die Hintergrundgeschichte des Jokers. Doch auf diesem Foto trägt es kein Schauspieler, sondern ein junger Demonstrant in Chile. Übrigens schwingt er die »Mapuche«-Flagge des gleichnamigen indigenen Volks, dessen Angehörige in Chile und Argentinien leben. Er führt ein Leben, das ich nicht lebe, und ist Teil einer Revolution, zu der ich nicht gehöre. Doch sein Gesicht spricht zu mir, baut eine Verbindung auf – und er ist nicht der Einzige, der das in den aktuellen Protesten schafft.

Die Welt protestiert, vor allem die südliche Halbkugel. Von Südamerika über afrikanische und arabischsprachige Länder bis hin nach Südostasien gehen Millionen Menschen seit Wochen, Monaten oder Jahren auf die Straßen. Sie vereint der Wunsch nach einem Leben in Freiheit und Gerechtigkeit und vielerorts der Kampf gegen korrupte Eliten, die ihre Länder zugrunde richten.

Es gibt in Deutschland viele Menschen, die von den Protesten persönlich betroffen sind und die Vorgänge intensiv verfolgen. Andere denken, sie hätten gar keine Verbindung dazu. Doch das stimmt nicht:

Titelbild: picture alliance / AP Photo / Rodrigo Abd - copyright

von Juliane Metzker 

Juliane schlägt den journalistischen Bogen zu Südwestasien und Nordafrika. Sie studierte Islamwissenschaften und arbeitete als freie Journalistin im Libanon. Durch die Konfrontation mit außereuropäischen Perspektiven ist ihr zurück in Deutschland klar geworden: Zwischen Münster und Beirut liegen gerade einmal 4.000 Kilometer. Das ist weniger Distanz als gedacht.

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