Empörung im Netz kann viel bewegen. Doch sie hat auch eine dunkle Seite …
Wenn Menschen sich im Netz zusammenschließen, um für Umweltschutz und Demokratie einzustehen, jubeln wir. Was aber ist, wenn sie ganz andere Ziele haben?
Man kann Jon Stewart die Erleichterung und Freude am Gesicht ablesen, als er vor die Kameras tritt. Der US-amerikanische Comedian und frühere Host der Daily Show Die Anfänge von Stewarts Kampagne für den »Zedroga Act« bei »Upworthy« (englisch, 2015)hatte jahrelang für ein Gesetz geworben, das Ersthelfer:innen und Überlebende der Anschläge vom 11. September finanziell und medizinisch unterstützt, wenn sie unter Spätfolgen leiden.
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Diese Geschichte ist nur eine von vielen, die zeigt: Empörung kann etwas zum Besseren bewegen. Rechtschaffene Empörung ist Teil einer gesunden Demokratie, kann Politik und Unternehmen für unmoralisches Handeln zur Verantwortung ziehen und zum Umdenken bewegen.
Empörung, so könnte man sagen, ist das Aufbäumen des öffentlichen Gewissens.
Doch die Medaille hat eine Kehrseite. Denn längst wird im Netz mit Empörung Geld gemacht. Sogenannte »Outrage Merchants« (Empörungshändler:innen) verwandeln Lappalien in Empörungswellen und richten diese immer öfter auch gegen einzelne Personen. Das kann Die »New York Post« schreibt über die zahlreichen Fälle, in denen Empörung zu Entlassungen geführt haben (englisch, 2018)Menschen ihren Job kosten Ein sehr detaillierter Videobeitrag des »Youtube«-Kanals »Contrapoints« zur Strategie des Cancelings (zum Schweigen bringen) aus der Perspektive einer Betroffenen (englisch, 2020)oder sie ganz aus dem Netz ekeln und damit zum Schweigen bringen.