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Wie wir die Leistungsgesellschaft neu erfinden

Leistung muss sich lohnen. Aber wer leistet eigentlich was? Und wer bestimmt, wie viel das wert ist?

14. April 2020  9 Minuten

Der deutsche Normalzustand in den letzten Jahrzehnten sah in etwa so aus:

Krank? Ärzt:innen behandeln dich in der Praxis um die Ecke Hier schreibt Chris Vielhaus darüber, warum das nicht überall in Deutschland möglich ist oder im schlimmeren Fall im Krankenhaus – dank Krankenversicherung musst du dafür nur selten Bargeld auf den Tresen legen.

Hungrig? Mitarbeiter:innen im Discounter füllen die Regale für dich mit Waren, die zum Teil lange Transportwege hinter sich haben – und unterwegs durch die Hände vieler anderer arbeitender Menschen gewandert sind.

Gelangweilt? Paketbot:innen hasten mit Sackkarren voller Kartons durch die Städte und liefern dir Bücher, Konsolen oder Du trägst ein cooles Outfit. Wer trägt die Verantwortung? In diesem Interview von Katharina Wiegmann erfährst du mehr über Produktionsbedingungen in Bangladesch Klamotten frei Haus.

In der Regel bekommst du davon nichts mit. Auch nicht von den Bedingungen, unter denen all diese Menschen arbeiten.

Dass diese Dinge nicht so selbstverständlich sind, wie sie uns immer erschienen, ist spätestens seit der Coronakrise klar. Dazu kommt, dass diese Dinge von Menschen ermöglicht werden, Lies hier einen Kommentar von Stefan Boes: Was uns die Systemrelevanten wirklich wert sind, müssen wir nach der Krise beweisen die sich trotz harter Arbeit meist weit unten in der Einkommensskala befinden.

Unbewusst übersehen wir alle leicht die Leistung hinter der Tätigkeit anderer, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Genauso unbewusst gehen wir aber auch davon aus: In der Leistungsgesellschaft wird schon dafür gesorgt, dass jede:r den Wert ihrer oder seiner Leistung irgendwie ausgezahlt bekommt – in Geld, Status und/oder Möglichkeiten zur Teilhabe.

Doch in der jetzigen Krise wird überdeutlich: Da hängt etwas gründlich schief.

Wie rücken wir es wieder gerade? Nutzen wir die Krise, darüber nachzudenken, wer in dieser Gesellschaft eigentlich was leistet – um an einer Leistungsgesellschaft zu arbeiten, die den Namen auch verdient.

Um zu verstehen, wie elementar bestimmte Berufsgruppen für unser tägliches Leben sind, reicht es, wenn diese Menschen eines tun: nichts. Genau das lernten die Bürger:innen New Yorks schon vor über 50 Jahren.

Warum sich Bürgermeister:innen nicht mit der Müllabfuhr anlegen sollten

Der 2. Februar 1968 sollte zu einem folgenschweren Tag für die Stadt New York werden: Als der auf dem Dach eines Trucks stehende Gewerkschaftsführer John DeLury den versammelten 7.000 Beschäftigten der Müllabfuhr mitteilte, dass der Bürgermeister der Stadt ihren Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen nicht entgegenkommen würde, trat die Truppe in den Streik. Dabei stand den Beschäftigten der Müllabfuhr laut Gesetz gar kein Streikrecht zu – ihre Aufgabe war schlicht zu wichtig.

Es brauchte nur 3 Tage und New York versank in seinem eigenen Müll, Das Magazin »Untapped New York« beleuchtet, wie es zu dem Streik kam (englisch, 2015) 10.000 Tonnen kamen täglich neu hinzu.

In den Nachrichten berichteten einige New Yorker:innen von den Folgen.

In nur wenigen Tagen verwandelte sich eine der modernsten Städte der Welt in eine riesige Mülldeponie, weil 7.000 Menschen ihre unterbezahlte und wenig respektierte Arbeit einstellten und der amtierende Bürgermeister John Lindsay sich weigerte, ihnen mehr als 5% Lohnsteigerung anzubieten.

9 Tage und 100.000 Tonnen Müll später kam schließlich das Einsehen: Ohne die Leistung der Menschen, die ihn entsorgen, kann das Leben in der Stadt nicht seinen gewohnten Gang gehen. Die Streikenden siegten, ihr Lohn stieg, dazu gab es die Zusage regelmäßiger Gehaltsanpassungen.

Das war das Ende einer Eskalationsspirale, die sich nicht für alle Jobs gleich schnell dreht, wie der niederländische Historiker und Journalist Rutger Bregman Das Buch »Utopien für Realisten« von Rutger Bregman kannst du bei »buch7« bestellen in seinem Buch »Utopien für Realisten« noch an einem zweiten Streikfall zeigt, Hier kannst du lesen, wieso Rutger Bregman der Ansicht ist, dass Müllentsorger:innen mehr Geld verdienen sollten als Banker:innen der sich nur 2 Jahre später auf der anderen Seite des Atlantiks ereignete.

Es geht auch (fast) ohne Banker:innen

Am 4. Mai 1970 stellten in Irland alle Bankangestellten von einem Tag auf den anderen ihre Arbeit ein. Aufgrund ausbleibender Lohnerhöhungen und einer als generell bankenunfreundlich empfundenen Politik entschieden sie sich, in Streik zu treten.

Ohne die Geldhäuser und ihre Dienstleistungen wie Bargeldversorgung und Kreditvergabe würde das Land stillstehen, die Wirtschaft den Bach runtergehen und die Banker:innen somit ihre Unverzichtbarkeit unter Beweis stellen. So hatten sie es sich zumindest vorgestellt.

Doch es sollte anders kommen. Zwar stockte der Bargeldfluss für kurze Zeit – die Beschäftigtenquote blieb jedoch stabil. Die »Harvard Business Review« gibt einen Überblick über die irische Bankenkrise (englisch, 2010) Handel, Gewerbe und Industrie arbeiteten ohne größere Zwischenfälle weiter.

Manchen fiel es kaum auf, dass etwas fehlte – In diesem in der südafrikanischen »Cape Times« erschienenem Artikel beschreibt sie, wie die Irish Pubs den Menschen durch die Krise halfen (englisch, 2013) etwa der irischen Journalistin Ann Crotty:

Der Hauptgrund dafür, dass ich mich nicht so recht an den Bankerstreik erinnern kann, ist, dass er keinen großen Einfluss auf meinen Alltag hatte. Dank der Irish Pubs. – Ann Crotty, Journalistin

Die lokalen Stammkneipen entwickelten sich schnell zu einer unkomplizierten Ersatzbank. Dort konnten Schecks eingelöst werden, die sich die Menschen fortan schlicht gegenseitig ausstellten: »In den Pubs wurden die Innenseiten von Zigarettenschachteln plötzlich zur Tauschwährung. Lies mehr dazu in dem Bericht der »Financial Times« (englisch, 2015, Paywall) Die Wirte kippten die Zigaretten aus, kritzelten einen Scheck auf die Packung, stempelten sie und gaben sie über den Tresen.« Und am Ende tauschten sie diese bei Bedarf wieder gegen Bargeld ein.

Während die Bankangestellten im Irland der 70er-Jahre streikten, entwickelten sich die lokalen Stammkneipen schnell zu einer unkomplizierten Ersatzbank. –

6 Monate überbrückte die irische Bevölkerung durch dieses Hier schreibt David Ehl über Lokalwährungen auf Vertrauen und individuellen Beziehungen basierende Bankensystem, bis der Bankenstreik schließlich endete. Leonie Sontheimer beschreibt in diesem Artikel 5 Gründe, warum wir uns vom Wachstumszwang verabschieden sollten Die irische Wirtschaft wuchs in dieser Zeit trotz alledem – während New York 2 Jahre zuvor bereits nach wenig mehr als einer Woche in Müll und Chaos zu versinken drohte.

Dennoch wird in der Bankenbranche bis heute wesentlich besser verdient als bei der Müllabfuhr.

Wer bestimmt, was Leistung ist?

Wovon hängt es aber überhaupt ab, ob jemand im Büroturm einer Bank oder auf dem Trittbrett eines Müllwagens landet? Ob jemand 18.000 Euro im Monat oder im ganzen Jahr verdient?

Meritokratie

Als »Meritokratie« (von lateinisch: meritum, Verdienst und griechisch: κρατεῖν, herrschen) bezeichnet man eine Gesellschaftsordnung, in der Entscheidungsträger aufgrund von »Leistung« bestimmt werden. Geprägt hat den Begriff der britische Soziologe Michael Young, um eine dystopische Gesellschaft zu beschreiben, in der Macht und Einfluss nach Intelligenz und Anstrengung verteilt werden.

Die Historikerin Nina Verheyen schreibt Hier kannst du das Buch bei der »Bundeszentrale für politische Bildung« bestellen in ihrem Buch »Die Erfindung der Leistung« gegen den Glauben an, individuelle Leistung entscheide letztlich über berufliche Positionen und Status. Ihre These: Individuelle Leistung kann kein Kriterium sein, wenn es keine Chancengleichheit gibt, wenn einige zufällig in ein Umfeld hineingeboren werden, Hier erklärt Han Langeslag, warum du eigentlich nichts verdient hast das ihnen den Aufstieg gegenüber anderen erleichtert.

Eigentlich logisch. Warum aber hält sich der Glaube, individuelle Leistung sei mess- und vergleichbar, trotzdem derart hartnäckig? Verheyen erklärt es für Deutschland aus historischer Perspektive und setzt im Kaiserreich und mit dem Aufkommen des Industriekapitalismus an. Das deutsche Kaiserreich umfasste die Jahre 1871–1918.
Spätestens mit der Jahrhundertwende vollzog sich ein struktureller Wandel, der Deutschland vom Agrar- zum Industrieland werden ließ. Neben der Urbanisierung – dem Zuzug in die städtischen Ballungszentren – war es vor allem die Entstehung eines neuen Mittelstandes in Industrie, Handel, Gewerbe und Verkehr, der die moderne Gesellschaftsstruktur prägte und in Widerspruch zur kaiserlichen Fürst- und Adelsherrschaft stellte.
Es entstand eine Klassengesellschaft, deren Extreme zwischen Besitzbürgertum und lohnabhängiger Arbeiterschaft mehr als deutlich wurden.
Die Anerkennung von Schulabschlüssen, Gehalts- und Steuertabellen schufen juristische Grundlagen »für das am Markt betriebene vermeintlich freie Spiel der Kräfte«.

Wer hat die Nase vorn? Als »Meritokratie« bezeichnet man eine Herrschaftsordnung, in der Entscheidungsträger aufgrund von »Leistung« bestimmt werden. Viele Gesellschaften tragen heute meritokratische Züge. –

Der Staat bestimme, wie Leistung definiert sei, wie sie entlohnt werde – und auch, wer überhaupt zum »Kräftemessen« zugelassen ist. Frauen blieben lange außen vor. Noch bis in die 70er-Jahre mussten sie ihre Ehemänner um Erlaubnis bitten, um ihre Leistung überhaupt auf dem Arbeitsmarkt anbieten zu können. Bis zum Jahr 1977 durften Frauen in Westdeutschland nur dann einer Beschäftigung nachgehen, wenn diese nicht ihre »häuslichen Pflichten in Ehe und Familie« – also das Führen des Haushaltes und die Erziehung der Kinder – beeinträchtigte.

Immer wieder wirkten Leistungspraktiken sozial ausschließend – gegenüber Frauen, gegenüber jüdischen Personen und solchen aus anderen Ländern. Auf dieser Grundlage gelang es den nationalen Institutionen des Rechts- und Verfassungsstaats, zahlreiche Menschen beim Zugang zu Macht und Ressourcen gezielt zu benachteiligen, ein Mechanismus, der als Auslese nach Tüchtigkeit kaschiert und legitimiert wurde. – Nina Verheyen, Historikerin, in »Die Erfindung der Leistung«

Es gibt viele Beispiele dafür, was Verheyen die »Verwissenschaftlichung des Sozialen« nennt: vermeintlich objektive IQ-Tests Diese testen in der Regel das logische Denkvermögen, die räumliche Vorstellungskraft, Problemlösungsfähigkeiten, das Sprachverständnis oder Allgemeinwissen eines Menschen – ein sich hieraus ergebender vermeintlich hoher IQ-Wert gilt als erstrebenswert. Intelligenz ist jedoch ein komplexes Gebilde, das zu je 50% von genetischen Faktoren auf der einen Seite und Umwelteinflüssen, wie der Sozialisation und anderen prägenden Ereignissen auf der anderen Seite abhängt. IQ-Tests können daher immer nur bedingt aussagekräftige Ergebnisse liefern. Teilaspekte wie Kreativität, musikalische oder sportliche Begabungen können standardisierte IQ-Tests schwer bis gar nicht erfassen. oder auch der Nobelpreis, der Konkurrenz inszeniert, dabei in der Vergangenheit aber vor allem westliche Wissenschaftler auszeichnete und ihre Dominanz durch Tüchtigkeit, durch vorgeblich mehr erbrachte Leistung legitimierte.

Eine objektive Leistungsbewertung ist allerdings schlicht unmöglich. Wie wir sie bewerten, ist historisch gewachsen und hat immer damit zu tun, worauf wir uns als Gesellschaft verständigen – oder wer sich mit seiner Interpretation von Leistung durchsetzt, also letztlich mit Macht.

Wie kann ein Leistungsbegriff aussehen, der »gerecht« ist? Der diejenigen, die Grundlegendes für die Gesellschaft leisten, auch entsprechend entlohnt?

Dafür ist laut Verheyen noch ein Punkt entscheidend. Individuelle Leistung kann es gar nicht geben, selbst wenn volle Chancengleichheit erreicht wäre. Denn es gibt immer andere Menschen, die etwas zu dem beitragen, was schließlich als Leistung bewertet wird.

Ein aktuelles Beispiel: Ohne ein gutes Praxisteam, Pflegepersonal und konsequente Hygiene durch Reinigungskräfte kann auch die beste und motivierteste Medizinerin keine Leistung erbringen. Das sind nur 3 Beispiele für Menschen, die zur Leistung der Medizinerin beitragen.
In Wirklichkeit sind es noch viel mehr: Vielleicht ist es die Sängerin ihrer Lieblingsband, die sie auf dem Arbeitsweg motiviert. Oder die Moderatoren des Podcasts, den sie vor dem Einschlafen hört. Natürlich sind es auch die Hersteller:innen der Untersuchungsgeräte, die in ihrer Praxis zum Einsatz kommen, die Techniker:innen, die diese regelmäßig warten, oder die Angestellten des Kundendiensts, den sie bei Problemen vielleicht anruft. Natürlich hat auch der Professor der Fakultät, an der sie studiert hat, zu ihrer Leistung beigetragen, ebenso wie ihre Kommilitoninnen, mit denen sie sich regelmäßig zum Lernen getroffen hat.

Dir fällt noch mehr ein? Schreibe es uns in die Diskussionen!

Mehr Anerkennung reicht nicht

Wie schwer wir uns damit tun, Leistung als kollektive Anstrengung zu begreifen, zeigt die vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) entwickelte Hier kannst du die Lohn- und Prestigeskala für systemrelevante Berufe des DIW einsehen (2020) »Magnitude- Prestigeskala«, mit der die gesellschaftliche Wertschätzung von Berufen gemessen wird.

Die systemrelevanten Berufe, also die, Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer TV-Ansprache zur Coronapandemie (2020) die »den Laden am Laufen halten«, genießen im Schnitt weniger Prestige (55 Punkte) als der Gesamtdurchschnitt aller Berufe (60 Punkte).

Besonders deutlich wird das Ungleichgewicht tatsächlich im Bereich Gesundheit: Mediziner:innen erreichen hier mit 194 von 200 möglichen Punkten fast den Höchstwert an Prestigepunkten, während Arzt- und Praxishilfen mit lediglich 52 Punkten abschneiden. Reinigungskräfte belegen den letzten Platz der Skala.

Der Anteil von Frauen in systemrelevanten Berufen liegt bei über 70%

(Mangelndes) Prestige spiegelt sich dann in den meisten Fällen auch in der Entlohnung wider: Der mittlere Stundenlohn der systemrelevanten Berufe fällt mit 18 Euro pro Stunde im Durchschnitt um einen Euro geringer aus als der Gesamtdurchschnitt aller Berufe. Besonders weit fallen Jobs zurück, in denen nicht selten nur der Hier zeigt Chris Vielhaus, warum der Mindestlohn eigentlich ein Armutslohn ist Mindestlohn gezahlt wird, etwa in der Altenpflege, im öffentlichen Personennahverkehr oder auch bei Verkäufer:innen im Supermarkt.

Eine Personengruppe ist von diesen Ungleichheiten besonders betroffen: Frauen – ihr Anteil liegt in systemrelevanten Berufen bei über 70%. Trotz der Tatsache, dass die »Herausforderungen der aktuellen Situation [der Coronapandemie] zu einem erheblichen Teil von Frauen getragen werden«, wie es im DIW-Bericht heißt, verdienen sie in diesen tendenziell ohnehin unterbezahlten Jobs noch mal 16% weniger als ihre Kollegen mit gleicher Tätigkeit. In den wenigen gut bezahlten, systemrelevanten Jobs wie in der Pharmazie und der Humanmedizin fällt Wenn sich nichts ändert, verdienen Frauen noch in 200 Jahren weniger als Männer – hier schreibt Michaela Haas über eine mögliche Lösung der Gender Pay Gap mit 40% beziehungsweise 21% noch wesentlich gravierender aus.

Mit der Forderung, dass sich Leistung endlich wieder lohnen müsse, machte die CDU schon in den 80er-Jahren Wahlkampf. – Quelle: KAS-ACDP

Leistung muss sich wieder lohnen!

Ob Leistung überhaupt das beste Ordnungsprinzip für eine Gesellschaft ist, darüber lässt sich streiten – tatsächlich spricht vieles dafür. Dass Leistung »sich (wieder) lohnen muss«, damit machte die CDU schon im Jahr 1982 Wahlkampf, es ist aber bis heute ein über alle Parteigrenzen hinweg beliebter politischer Sinnspruch. Er ist deshalb so beliebt, weil sich die meisten von uns wohl der Idee anschließen würden, dass Leistung belohnt werden sollte.

Dass in der Krise gerade sichtbar wird, wer wie viel leistet, ist der Startpunkt für einen neuen Aushandlungsprozess, der einen alten Mythos verabschiedet: dass harte Arbeit allein reicht, um es nach »oben« zu schaffen. Leistung zeigt sich nicht immer in der Konkurrenz mit anderen. Sie zeigt sich in jedem Fall durch Solidarität, Kooperation und in der Bereitschaft, unangenehme Tätigkeiten zu übernehmen, die überhaupt erst die Basis dafür schaffen, dass auch andere ihren Teil beitragen. Oder anders gesagt: etwas leisten können.

Mit Illustrationen von Doğu Kaya für Perspective Daily

von Katharina Wiegmann 
Als Politikwissenschaftlerin interessiert sich Katharina dafür, was Gesellschaften bewegt. Sie fragt sich: Wer bestimmt die Regeln? Welche Ideen stehen im Wettstreit miteinander? Wie werden aus Konflikten Kompromisse? Einer Sache ist sie sich allerdings sicher: Nichts muss bleiben, wie es ist.

von Chris Vielhaus 
Die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit hat wenig Reibungspotenzial: Wer würde schon ernsthaft behaupten, für weniger Gerechtigkeit zu sein? Chris zeigt, wie das konkreter geht. Dafür hat er erst Politik und Geschichte studiert und dann als Berater gearbeitet. Er macht die Bremsklötze ausfindig, die bei der Gesundheitsversorgung, Chancengleichheit und Bildung im Weg liegen – und räumt sie aus dem Weg!
Themen:  Gesellschaft   Gerechtigkeit   Arbeit  

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