6 Links
Interview 

Warum sich Menschen gerade jetzt in Verschwörungen flüchten – und wie wir sie da wieder rausholen

5G, Zwangsimpfungen und Mikrochips von Bill Gates: Die Politikwissenschaftlerin Katharina Nocun erklärt, woher Verschwörungstheorien kommen und wie wir mit Menschen umgehen, die ihnen zum Opfer gefallen sind.

20. Mai 2020  17 Minuten

Wenige Wochen bevor der Generalsekretär der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ausbruch des neuartigen Coronavirus zur Pandemie erklärt, Die »Süddeutsche Zeitung« berichtet über die Warnungen der WHO vor einer »Infodemie« warnt Tedros Adhanom Ghebreyesus im Februar 2020 bereits vor einer anderen, ebenso rasanten wie gefährlichen Ausbreitung: Wir hätten es mit einer »Infodemie« zu tun.

Wenige Wochen später gehen in Deutschland Zehntausende Menschen auf die Straße, um gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu demonstrieren. Längst sind unzählige Gerüchte im Umlauf: über eine vermeintlich bevorstehende Zwangsimpfung, über ein in Laboren gezüchtetes Virus und über einen Mikrochip, den Bill und Melinda Gates, als Financiers der WHO, den Menschen einpflanzen wollen, um die totale Kontrolle zu erlangen. Und das sind nur einige Beispiele.

Wir neigen dazu, bei großen Ereignissen davon auszugehen, dass eine große Ursache dahinterstecke, sagt die Politikwissenschaftlerin und Netzaktivistin Katharina Nocun. Gemeinsam mit der Psychologin Pia Lamberty hat sie gerade das Buch Fake Facts. Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen veröffentlicht. Im Interview erklärt Katharina Nocun, warum die Verbreitung von Verschwörungstheorien so gefährlich ist und wie wir solchen Erzählungen am besten begegnen können.

»Fake Facts. Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen« ist am 15. Mai 2020 erschienen. – Quelle: Quadriga Verlag copyright