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Wie du andere dazu bringst, Gutes zu tun

Menschen passen sich gerne der Mehrheit an. Diese 4 Erkenntnisse helfen dabei, die Macht von Gruppen zu verstehen – und ihre konstruktive Kraft zu entdecken.

28. Oktober 2020  9 Minuten

Dieser Text startet mit einer kurzen Testfrage: Welche der Linien im rechten Bild ist genauso lang wie die Linie im linken Bild – A, B oder C?

Stimme bitte hier ab:

Das richtige Ergebnis: Linie C ist die Linie, die ebenso lang ist wie die Linie im Bild links. Vermutlich hast auch du dich für diese Antwort entschieden.

Jedoch wäre deine Antwort vielleicht anders ausgefallen, wenn du die Entscheidung nicht allein vor dem Bildschirm getroffen hättest. Als der polnisch-US-amerikanische Sozialpsychologe Solomon Asch das Linien-Experiment im Jahr 1951 das erste Mal durchführte, zeigte sich, wie leicht eine Gruppe die Meinung einer Person beeinflussen kann.

Für sein Experiment setzte Asch verschiedene Versuchsgruppen zusammen, die aus jeweils 6–9 Personen bestanden. In einem Teil dieser Gruppen sollten die Versuchspersonen der Reihe nach eine ehrliche Einschätzung abgeben, welche Linie sie für gleichlang hielten: Sie wählten fast alle die korrekte Antwort C.

Für die übrigen Gruppen waren die Grundbedingungen etwas anders. Asch wies einige zuvor eingeweihte Teilnehmer:innen an, eine falsche Antwort zu geben. Nur die Person, die zuletzt antworten musste, wusste darüber nicht Bescheid. Das Ergebnis: In knapp 37% der Fälle schlossen sich die uneingeweihten Versuchspersonen der offensichtlich falschen Mehrheitsmeinung an. Sie gaben also dem Druck der Gruppe nach.

Einzelne Menschen passen sich der Mehrheit an.

Das Die Veröffentlichung zu Solomon Aschs Experiment im Scientific American findest du hier (englisch, 1955) Asch-Experiment ist einer der bekanntesten Versuche aus der Sozialpsychologie und gibt Aufschluss über ein Phänomen, das »Konformitätsdruck« genannt wird: Einzelne Menschen passen sich oft der Meinung einer Mehrheit an, weil sie – bewusst oder unbewusst – zu einer bestimmten Gruppe gehören wollen. Seit 1951 wurde das Experiment schon oft wiederholt und führte immer wieder zu ähnlichen Ergebnissen. Heute wird es beispielsweise auch im Schulunterricht eingesetzt, um die Auswirkungen von Konformitätsdruck zu verdeutlichen. Es zeigt im Kleinen, wie wichtig uns Menschen die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft ist.