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Was du tun kannst, wenn du dich einsam fühlst

Schon vor der Pandemie fühlte sich jeder zehnte Mensch in Deutschland einsam, auch einige unserer Mitglieder zählen dazu. Wann das zum Problem wird und was hilft

18. November 2020  15 Minuten

Vor einem Jahr scheint in Hannahs Leben noch alles in Ordnung. Die 57-Jährige arbeitet als freie Texterin in einer Großstadt. Hannah heißt eigentlich anders. Sie möchte aber nicht erkannt werden. Deshalb nennen wir ihren richtigen Namen und Wohnort nicht. Beides ist uns bekannt. Sie hat beruflichen Erfolg, zahlreiche Kontakte, unternimmt viel. Doch im vergangenen Herbst knickt Hannah auf einer Wanderung unglücklich um. Sie ist gerade zu Besuch bei ihrem Sohn, der im Ausland lebt und den sie deshalb nur selten sieht. Statt die gemeinsame Zeit genießen zu können, zieht sie sich eine schwere Bänderverletzung zu, muss sofort zurück nach Deutschland, wo sie operiert wird. Die Ärzte sprechen davon, dass sie sich lange schonen muss. »Ich hatte das Gefühl, dass etwas ganz Schlimmes passiert ist«, erzählt Hannah heute rückblickend.

Das eigentliche Problem war jedoch nicht die Verletzung. Dass sie ganz auf sich allein gestellt war, war die plötzliche Einsicht, die ihr wehtat: »Wenn ich nach Hause komme, dann erwartet mich eine leere Wohnung. Da ist niemand, der sich um mich kümmert oder sorgt. Ich bin völlig allein«, habe sie damals gedacht. Zwar hat sie soziale Kontakte – nur seien die meisten davon eben nicht an ihrem Wohnort, sondern über ganz Deutschland verteilt. Nie zuvor habe sie sich so einsam gefühlt. Da sei ihr klar geworden, dass sie etwas ändern muss.

Mit Illustrationen von Mirella Kahnert für Perspective Daily

von Lara Malberger 
Das Netz ist voller Tipps und Ratschläge – und Menschen, die damit ihre Probleme lösen wollen. Doch meistens gibt es nicht »die« eine richtige Lösung. Aber was ist sinnvoll? Und was kann weg? Um so nah wie möglich an eine Antwort heranzukommen, hat Lara Wissenschaftsjournalismus mit Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin in Dortmund und Digital Journalism in Hamburg studiert.

von Stefan Boes 
Kennst du auch das Gefühl, 1.000 Dinge tun zu wollen – oder zu müssen? Wie nutzt du die Zeit, die du hast? Stefan geht aus soziologischer Perspektive der Frage nach, wie eine neue Zeitkultur aussehen kann – und wie wir Zeit gestalten können, ohne immer nur hinterherzurennen. Dazu gehört auch die Frage, wie die Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Privatleben gelingen kann.
Themen:  Psychologie   Gesundheit   Gesellschaft  

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