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Unsere Technik geht unter die Haut

Intelligente Kontaktlinsen, Gehirn-Implantate und Computer, die wir mit unseren Gedanken lenken – all das kommt auf uns zu. Aber macht es uns zu besseren Menschen?

8. Februar 2017  12 Minuten

Der Wecker klingelt und du schlägst die Augen auf. Eine Grafik mit deinen Blutwerten erscheint unter der Zimmerdecke. Blutzucker, pH-Wert , Insulin – alles im grünen Bereich. Du drehst dich noch einmal um. »Was ist in den Nachrichten heute?«, murmelst du und klickst dich mit einem Augenzwinkern durch die Schlagzeilen, die über die weiße Wand fliegen. Während du Kaffee aufsetzt, scrollst du mit dem Blick durch deine Kontaktliste, und als du dich an den Tisch setzt, sitzt deine Freundin dir schon gegenüber. Sie lacht dich an und beißt genüsslich in ihr Käsebrötchen. Dabei sitzt sie in einer anderen Küche, 500 Kilometer entfernt.

Das klingt nach Science-Fiction? Dabei sind wir heute gar nicht mehr so weit von diesem Szenario entfernt. Technologien sind schon jetzt fester Bestandteil unseres täglichen Lebens. Google Maps erweitert unseren Orientierungssinn, Assistenzsysteme wie Siri oder Cortana organisieren unseren Alltag. Jede erdenkliche Frage beantwortet uns das Internet in Sekundenschnelle. Dabei profitieren wir vom gesammelten Wissen der Menschheit. Wir nutzen Whatsapp oder Skype, um digital zu kommunizieren, und Hier schreibt Dirk Walbrühl über das Potenzial von Übersetzungssoftware Übersetzungsprogramme, um fremde Sprachen zu verstehen.

Wollen wir, dass Mensch und Maschine weiter miteinander verschmelzen?

Der Moment, in dem unsere Interaktion mit Technologie die nächste Grenze überschreitet – unsere Haut – ist nicht mehr weit. Wissenschaftler auf der ganzen Welt forschen mit Hochdruck an Technologien, die in den menschlichen Körper integriert werden: »Smarte« Kontaktlinsen, die Informationen in unser Sichtfeld projizieren, Gehirnimplantate, durch die wir Roboterarme steuern können, oder »Hirnschrittmacher«, die unsere geistige Fitness erhöhen. Diese Technologien könnten die Art, wie wir leben, nachhaltig verändern. Gleichzeitig bringen sie ethische Bedenken mit sich, mit denen wir uns auseinandersetzen sollten, bevor die neuen Produkte über die Ladentheke in unser Leben geschwemmt werden.

Zeit, einen Schritt zurückzutreten und zu fragen: Wollen wir, dass Mensch und Maschine weiter miteinander verschmelzen? Sind wir bereit, zu

Mit Illustrationen von Lukas Oleschinski für Perspective Daily

von Iris Proff 

Iris Proff studiert Cognitive Science in Amsterdam und hat von November 2016 bis Ende Januar 2017 ein Praktikum in der Redaktion von Perspective Daily gemacht.

Iris Proff studies Cognitive Science at Amsterdam University and completed an internship at Perspective Daily from November 2016 to January 2017.

Themen:  Psychologie   Technik  

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