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Auf welche Weltordnung sollen wir in Zukunft setzen?

Die einen setzen auf die NATO, andere auf Abschottung. Hoffentlich setzen die dritten sich durch.

24. Februar 2017  8 Minuten

Es waren keine kriselnden Ehepaare, die sich am Wochenende im Bayerischen Hof trafen, aber trotzdem hatte die Versammlung etwas von Paartherapie und Selbstvergewisserung. Viele der Hotelgäste hätten sich ein klares »Ja« gewünscht auf Fragen wie: Gibt es den Westen noch? Brauchen wir den Westen noch? Doch im Verlauf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) wurde immer deutlicher: Frederik v. Paepcke ist auf der MSC der Schuldfrage nachgegangen Der Westen selbst gibt viele Rätsel auf.

Die ganz große Frage, über die mehr als 400 Vertreter der außen- und sicherheitspolitischen Elite der transatlantischen Gemeinschaft und irritierend wenige Vertreter der nicht-westlichen Welt debattierten, war: Für welche Weltordnung lohnt es sich zu streiten?

Zwischen den Zeilen und von Panel zu Panel wurde deutlich: Im Westen konkurrieren 3 sehr unterschiedliche Weltordnungs-Modelle. Alle sind disruptiv, zerstören also die bisherige Ordnung. Egal, welches Modell letztlich obsiegt: Wir sind Zeitzeugen einer neu entstehenden internationalen (Un-)Ordnung – ein schlichtes »Weiter so« wird nicht funktionieren.

Quelle: Wiki Commons / Gage Skidmore

1. »Weiter, bis es nicht mehr geht!«

Da sind zunächst die klassischen Transatlantiker. Für sie stehen der US-Vizepräsident Mike Pence, der Verteidigungsminister James Mattis und der für Innere Sicherheit zuständige Minister John F. Kelly. Die Transatlantiker lobten in München die gemeinsame Vergangenheit. Eine Stimmung der Kontinuität soll verbreitet werden. NATO, gemeinsame Verteidigung, die US-europäischen Beziehungen und freier Welthandel bleiben wichtig. Westliche Werte werden bekräftigt: Demokratie, Menschenrechte, Freiheit, Zusammenarbeit der Staaten. Eine Welt, in der sich der Westen weiterhin die klare Führungsrolle vorbehält.