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PD Classic 

Krieg und Leid: Ist es gesünder, wenn du wegschaust?

Kriegsbilder aus der Ukraine oder Gaza können belasten. Es fühlt sich manchmal besser an, nicht hinzuschauen. Dabei hältst du viel mehr aus, als du glaubst, und kannst zugleich von deinem Mitgefühl profitieren.

10. Mai 2024  –  6 Minuten
Artikel anhören Gelesen von Benjamin Fuchs

Lauf die Straße entlang bis zum Kaufmannsladen / Denn da gibt’s die allerbesten Brötchen weit und breit / Kann am Tresen kurz mal lesen, was die Zeitung schreibt / Irgendwas von ’nem Großangriff / Unzählige Bomben auf kleine Stadt / Viele Menschen ums Leben gekommen / Und dem Erdboden gleich gemacht in nur einer Nacht / Ich zahle und verlasse den Bäcker / Hör noch den Nachrichtensprecher / Lage wieder mal dramatisch verschlechtert, heute fantastisches WetterFettes Brot, An Tagen wie diesen

Ein Lied bleibt im Gedächtnis, wenn der Zuhörer am Ende sagt: »Kenn’ ich!« Mit hat die Hamburger Band Fettes Brot einem Gefühl Ausdruck verliehen, das fast jeder kennt: unsere Überforderung, wenn wir Krieg und Konflikt durch die Medien mitverfolgen.

Als Nahostjournalistin muss ich schon aus Berufsgründen hinschauen, wenn Menschen leiden. Ich weiß: Krieg in Syrien oder Kindersterben im Jemen bekommen weniger Aufmerksamkeit als Themen, die vielleicht leichter zu verdauen und leichter zu verstehen

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Dieser Artikel erschien zuerst im Mai 2018. Vor Neuveröffentlichung haben wir den Text und seine Quellen noch einmal gründlich überprüft und kleinere Änderungen vorgenommen. Hinweise zu Updates findest du an den entsprechenden Stellen in einem Klapper.

Das Gefühl von Überforderung durch Nachrichten bilden wir uns nicht ein. Forscher an der Universität in South Carolina haben berechnet, dass uns täglich über Fernseher, Zeitung und Smartphone erreicht als noch im Jahr 1986. Weil wir so auch mehr schlechten Nachrichten ausgeliefert sind, sollten wir wegschauen, um das überhaupt aushalten zu können – oder?