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Bist du gegen psychische Krankheiten gewappnet?

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Bist du gegen psychische Krankheiten gewappnet?

24. November 2017
Themen:

Auch du wirst mit 43%iger Wahrscheinlichkeit psychisch krank. Warum wir mit einer Psycho-Vorsorge glücklicher leben und gleichzeitig Milliarden einsparen können.



Aktuelle Zahlen zu Diabetes-Erkrankungen vom Robert Koch-Institut (2017) 8% aller Deutschen leiden an Diabetes, Gemessen an der 12-Monats-Prävalenz, die angibt, wie viele Menschen innerhalb eines Jahres von einer Krankheit betroffen sind. Informationen der Deutschen Diabetes-Hilfe e. V. (2017) 16% aller Todesfälle gehen auf Diabetes zurück. Und das, obwohl der Gesetzgeber fleißig dagegen ankämpft: Bereits der Kinderarzt nimmt bei seinen jungen Patienten im Rahmen der regelmäßigen Untersuchungen ein Diabetes-Screening vor. Ab 35 zahlt die Krankenkasse alle 2 Jahre für alle Versicherten eine Vorsorgeuntersuchung für Diabetes. Dabei werden mögliche Risikofaktoren und die Blutzuckerwerte überprüft. Bei Risikopatienten Diese haben zum Beispiel Übergewicht, Bewegungsmangel und Eltern, die an Diabetes erkrankt sind. wird schon eher regelmäßig kontrolliert. All das spricht für unser Gesundheitssystem.

Dagegen spricht allerdings: Jedes Jahr leiden Hier geht’s zur Studie zur Prävalenz von Depressionen bei Erwachsenen in Deutschland (2013) genauso viele Menschen an Depressionen wie an Diabetes. Die beiden Krankheiten gehen sogar häufig miteinander einher. Schlimmer noch, mit Blick auf alle psychischen Krankheiten ist die Zahl mehr als doppelt so hoch; Positionspapier der Deutschen Rentenversicherung zur Bedeutung psychischer Störungen bei Rehabilitation und Erwerbsminderung (2014) die Wahrscheinlichkeit, einmal im Leben an einer solchen zu erkranken, liegt bei 43%. Eine Vorsorge gibt es nicht. Das hat weitreichende Folgen:

So viele Menschen leiden an psychischen Krankheiten

Jedes Jahr leiden fast 30% der deutschen Bevölkerung an psychischen Krankheiten. Neben Angststörungen und Affektiven Störungen (Depressionen und Bipolare Störungen) gehören auch Zwangsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), Essstörungen und Somatoforme Störungen zu den häufigsten Krankheiten.

Quelle: Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1-MH)

Prophylaxe für Depression, Schizophrenie oder Burn-out? Der häufig genutzte Begriff »Burn-out« gilt nicht als eigene psychische Erkrankung und findet sich nicht als Diagnose in den beiden internationalen Standardwerken zur Diagnose von psychischen Krankheiten, dem ICD-10 und dem DSM-V (englisch). Fehlanzeige! Daran konnte bisher auch der 2008 beschlossene Europäischer Pakt für psychische Gesundheit und Wohlbefinden (2008) Europäische Pakt für psychische Gesundheit und Wohlbefinden nichts ändern. Der Pakt wurde 2008 im Rahmen der EU-Konferenz »Gemeinsam für psychische Gesundheit und Wohlbefinden« in Brüssel unterzeichnet. Darin sind die 5 relevantesten Themen identifiziert, die in den folgenden Jahren bearbeitet werden sollten: Arbeitsplatz, Stigmatisierung, ältere Bevölkerung, Prävention von Depression und Suizid sowie junge Menschen und Bildung. Trotz des Paktes hatten 2013 fast 2/3 der beteiligten Länder keine oder eine mindestens 10 Jahre alte gesetzliche Regelung. Darum hier mein Wunsch: Ich plädiere für Übersichtsstudie zur Notwendigkeit und Machbarkeit von Prävention psychischer Krankheiten (englisch, 2001, Paywall) ein Präventionsprogramm gegen psychische Krankheiten. Die 6 Zutaten, damit das gelingt, stelle ich gleich mit vor.

Mit Illustrationen von Fabian Ludwig für Perspective Daily

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