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Ich wurde mit dem Handy am Steuer erwischt. Warum mir das nicht noch mal passiert

Heute wird in Deutschland geblitzt, morgen ist das aber wieder vergessen. Was hilft wirklich gegen die Unfallursache Nummer 1?

20. September 2018  7 Minuten

»Komme 5 Min später. Sorry.«

»Gesendet!«, signalisiert mein Smartphone, während ich die Hände wieder ans Lenkrad lege. Der Blick nach vorn zeigt, dass die Ampel bereits auf grün gesprungen ist und ich den Verkehr unnötig aufgehalten habe. Der Blick in den Rückspiegel zeigt, dass das auch den beiden Polizisten im Streifenwagen hinter mir nicht entgangen ist. »Bitte ranfahren«, sagt die LED-Anzeige – Mist!

»Sie wissen, was Sie falsch gemacht haben?«, möchte der Beamte wissen. Natürlich weiß ich das. Smartphones am Steuer sind längst die Unfallursache Nummer 1 in Deutschland – mit Die große Ablenkungs-Studie der Allianz (2016) mehr Verkehrstoten als durch Alkohol. Studien zeigen: Wer am Steuer zum Handy greift, erhöht das Unfallrisiko in dem Moment um das 5-Fache, Andere Quellen schätzen die Gefahr sogar noch weit höher ein. So geht etwa die Polizei NRW von einem »erhöhten Risiko um das bis zu 50-Fache durch die Ablenkung von Smartphones« aus. wer liest und tippt sogar um In dieser Studie beobachtete man das Fahrverhalten von 3.500 US-Fahrzeughaltern über einen Zeitraum von 3 Jahren (englisch, 2016) das 10-Fache.

Neu ist das nicht. Seit Jahren warnen Die Polizei NRW warnt vor Smartphones am Steuer (2018) die Polizei, Automobilverbände wie der ADAC, Versicherungen und auch der Bundesminister Scheuer und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) warnen vor Handynutzung am Steuer (2018) Bundesverkehrsminister vor elektronischen Geräten am Steuer. Trotzdem verhält sich jeder Die Zahl der Smartphone-Nutzer in der Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) (2017) zweite Fahrer hierzulande auf diese Weise falsch – Tendenz steigend. Allein in Nordrhein-Westfalen bin ich einer von Die Fälle von Handynutzung am Steuer im Jahr 2017 und im ersten Halbjahr 2018 als Recherche bei der Neuen Ruhr Zeitung (NRZ) (2018) über 137.000 Fällen im Jahr.

Titelbild: pexels - CC0

von Dirk Walbrühl 

Dirk ist ein Internetbewohner der ersten Generation. Ihn faszinieren die Möglichkeiten und die noch junge Kultur der digitalen Welt, mit all ihren Fallstricken. Als Germanist ist er sich sicher: Was wir heute posten und chatten, formt das, was wir morgen sein werden. Die Schnittstellen zu unserer Zukunft sind online.

Themen:  Mobilität   Psychologie  

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