Interview — 10 Minuten

Ich wollte wissen, wie ich Argumente von Feminismusgegnern schlage

19. Dezember 2018
Themen:

Was dabei viel wichtiger ist als schlaue Antworten, verrät mir eine Argumentationstrainerin.



Ich werde solange laut und deutlich sagen, dass ich Feminist bin, bis es nur noch mit einem Achselzucken quittiert wird. Warum explodiert das Twitter-Universum jedes Mal, wenn ich sage, dass ich Feminist bin? Warum ist das so ein großes Thema für die Medien? Es sollte nichts sein, das derartige Reaktionen provoziert. Es ist dasselbe, als würde ich sagen: Ich glaube an die Gleichheit von Männern und Frauen und ich glaube daran, dass wir noch verdammt viel Arbeit vor uns haben. Auszug aus Justin Trudeaus Rede bei einem UN-Treffen für Gendergleichheit im März 2016 (englisch) Justin Trudeau, kanadischer Premierminister

Felix Austen fragt: Was kann Justin Trudeau eigentlich nicht? Der kanadische Premierminister ist nicht der Einzige, dem zuverlässig immer dann ein Emotionssturm entgegenschlägt, wenn er das F-Wort in den Mund nimmt. Vielleicht wand sich die deutsche Kanzlerin auch deshalb eher verlegen aus der Affäre, als sie auf dem W20-Frauengipfel im Jahr 2017 nach einem öffentlichen Bekenntnis zum Feminismus gefragt wurde. Es geht eigentlich allen so, die sich mit dem Thema beschäftigen – egal ob als Kommentatoren in der Öffentlichkeit oder als Gleichstellungsbeauftragte an Universitäten und in Unternehmen. Überall dort, wo Menschen von Feminismus sprechen, fühlen sich andere davon provoziert.

Mit Illustrationen von Tobias Kaiser für Perspective Daily

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