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Hübsche Veggie-Burger auf Instagram: Kann das die Welt wirklich besser machen?

Diese Öko-Influencerinnen sagen Ja und erklären, warum auch die Natur gutes Marketing braucht.

27. März 2019  8 Minuten

Veganer Kuchen, Jutebeutel und Vintage-Jeansjacke: In sozialen Medien präsentiert sich Nachhaltigkeit seit ein paar Jahren als Lifestyle. Ethisch leben in lässig. Lange hatten Nachhaltigkeits-Bestrebungen ein Imageproblem. Viele Menschen dachten dabei unweigerlich an fades Essen, Gastautorin Carmen Maiwald schreibt hier über nachhaltige Mode langweilige Kleidung und jede Menge Verzicht. Mittlerweile entstehen im Internet Gegenbilder zum Öko, der keinen Spaß mehr am Leben haben kann. In sozialen Medien gibt es ein Vorbild für jeden: Leistungssportlerinnen, Beauty-Gurus, Modebegeisterte, Hobbyköche … – jetzt eben auch in Grün. Umweltschutz wird gut konsumierbar verpackt und nicht selten anhand von Produkten verkauft.


Shia Su zeigt als Wastelandrebel, wie ein müllärmeres Leben gelingen kann.

Die Britin Eleanor Mills hat sich zum Ziel gesetzt, Gemüse wieder cool zu machen. Auf Deliciously Ella teilt sie ihre Rezepte. Mittlerweile hat sie mehrere Kochbücher herausgebracht.

Bei Pia Schulze, bekannt als Pia Kraftfutter, tauchen zwischen veganen Rezepten immer wieder Posts zu Feminismus, Selbstliebe und Tierhaltung auf.

Doch mit dem Blick auf diese schöne, grüne Welt stellt sich mir unweigerlich die Frage, was der sogenannte In diesem Video des Kochduos BOSH! bin ich zum ersten Mal auf den Begriff »Attraktivismus« gestoßen (Minute 4:11, englisch, 2018) »Attraktivismus« erreichen kann. So bezeichnet die Dieser Blogbeitrag auf TEDxVienna erklärt »Attraktivismus« (englisch, 2018) Autorin Victoria Moran den Ansatz, Menschen für eine gute Sache – in diesem Fall einen nachhaltigen Lebenswandel – zu gewinnen, indem jemand am eigenen Beispiel zeigt, wie großartig ein ökologisch rücksichtsvolleres Leben sein kann.

Reicht es, auf möglichst ansprechende Art und Weise öffentlich nachhaltig zu sein? Können Influencer ihre Gefolgschaft ohne explizite politische Nachricht und grundlegenden Wertewandel Peter Dörrie und David Ehl zeigen, wie Lebensmittelverschwendung in Zukunft vermieden werden könnte zu nachhaltigerem Handeln motivieren? Oder bleibt es ein oberflächlicher Nachahmungseffekt, der verpufft, wenn das nächste Vorbild um die virtuelle Ecke kommt?

Ich habe mit 2 Öko-Influencerinnen gesprochen, die sich ganz bewusst für Instagram und seine schöne Bildwelt entschieden haben, um Menschen zu erreichen.

Dasselbe, nur in Grün

Für Nachhaltigkeits-Influencer etablieren sich langsam alternative Selbstbezeichnungen wie »Ökofluencer« oder »Sinnfluencer«. Was sie gemein haben: Sie machen ihre privaten Konsum- und Verzichtsentscheidungen öffentlich, teilen ihren Lernprozess auf ihrer persönlichen Nachhaltigkeitsreise. Ihr erhobener Zeigefinger will nicht beschämen, sondern zeigt auf Alternativen und Lösungen. Und die sehen meistens ziemlich gut aus.

Mit Illustrationen von Mirella Kahnert für Perspective Daily

von Katharina Ehmann 

Was macht dich krank, was hält dich gesund? Wie können wir uns selbst besser verstehen und welchen Einfluss hat jeder Einzelne – auf sich selbst, aber auch seine Umwelt? Diesen Fragen geht Katharina als Psychologin auf den Grund.

Themen:  Nachhaltigkeit   Internet   Aktivismus  

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