Essay — 10 Minuten

Unser Wirtschaftssystem basiert auf diesen 6 Regeln. Und sie sind alle Lügen

17. Juli 2019
Themen:

Kaum jemand wagt es heute, die Idee des freien Marktes zu hinterfragen. Das haben ihre Profiteure geschickt eingefädelt.



Mit ein wenig Zeit und Abstand lassen sich die meisten Dinge klarer sehen: persönliche Beziehungen etwa, internationale Konflikte und sogar das Universum verstehen wir immer besser, je mehr Zeit vergeht und Was wir daraus gelernt haben, Menschen auf den Mond zu schicken je mehr Abstand wir nehmen. Bei dieser einen Sache aber haben wir unglücklicherweise keine Zeit. Wir werden uns also damit begnügen müssen, auf Abstand zu gehen.

Um deutlich zu machen, was ich meine, machen wir erst mal einen Probelauf. Fangen wir gemächlich an: Stell dir vor, du sitzt in einem Helikopter und schwebst über deinem Zuhause. Es sieht vertraut aus von hier oben, oder? Genau so, wie du es dir vorgestellt hast.

Jetzt lass uns etwas höher fliegen: Dein Zuhause sieht jetzt schon wesentlich kleiner aus, du siehst andere Häuser aus der Umgebung. Im Fluss schwimmt Müll, und wer hat all die alten Autos auf dem Acker abgeladen? Jetzt lass uns noch höher fliegen, bis du dein komplettes Heimatland sehen kannst. Oder geht das überhaupt? Auf der Erde verlaufen keine Linien, die dir anzeigen, wo dein Land endet und das Nachbarland beginnt.

Bei dieser einen Sache aber haben wir unglücklicherweise keine Zeit.Was hast du gelernt auf unserem kleinen Rundflug? Die Gegend, in der du lebst, ist nicht so hübsch, wie du dachtest. Du hast ebenso bemerkt, dass dein Land nicht mehr ist als eine Idee. An seinen Grenzen ist nichts natürlich.

Also, wie war das? Bist du jetzt bereit für den Ernstfall?

Gut – nur dieses Mal werden wir uns nicht von einer greifbaren, physischen Sache entfernen, sondern von einer Philosophie, einer Weltanschauung. Das wird etwas schwieriger, denn die Idee, von der wir uns distanzieren werden, ist überall. Sie wird oft als gottgegeben hingenommen; ohne Zweifel, ohne Widerworte. Die Rede ist von der Idee des freien Marktes.

Was hast du gelernt auf unserem kleinen Rundflug? – Quelle: Patrick Tomasso CC0

Warum es so schwierig ist, den freien Markt als das zu sehen, was er ist

Schauen wir zunächst von Nahem hin – was sehen wir? Vieles, was gut und vertraut ist: Wirtschaftswachstum, offene Märkte, Jahrzehnte steigenden Wohlstandes.

Nun erhöhen wir wieder den Abstand, und schon mischen sich ein paar Probleme ins Bild: Handelskonflikte, Finanzkrisen wie im Jahr 2008. Chris Vielhaus zeigt, was wirklich gegen Wohnungsnot hilft Steigende Mieten, vom Rohstoffabbau verwüstete Landstriche. Chemisch verseuchte Böden, Regenwald wächst über Jahrhunderte heran – aber mit dieser Methode geht es auch schneller brennende Regenwälder und verschmutzte Ozeane. Vielleicht ist all das unvermeidbar. Unerwünschte Nebeneffekte, doch unsere Gesellschaft wird das schon wieder in den Griff bekommen, oder? Deshalb müssen wir uns doch nicht gleich vom Erfolgsmodell der freien Märkte verabschieden …

Dann fliegen wir jetzt ganz nach oben, bis die Luft zu dünn wird für den Helikopter. Was sehen wir?

Der freie Markt funktioniert nicht so, wie es sich die meisten Menschen vorstellen.Steigende Auch Deutschland ist sehr ungleich. Darum brauchen wir eine Neiddebatte Ungleichheit in vielen Ländern. Wachsende Armut – sowohl in den reicheren als auch in den ärmeren Teilen der Welt. Handelsabkommen nützen vor allem den reichen Ländern. In vielen Staaten Europas herrscht Arbeitslosigkeit, obwohl die Wirtschaft wächst. In den USA und weiten Teilen Europas stagniert oder fällt der Lebensstandard.

Spätestens aus dieser Perspektive sehen wir: Der freie Markt funktioniert nicht so, wie es sich die meisten Menschen vorstellen. Vielleicht erkennst du, dass Hier schreibt Katharina Wiegmann darüber, wie Wirtschaft jenseits von Markt und Staat funktionieren kann die Idee des freien Marktes generell nicht dafür gemacht ist, die menschliche Entwicklung voranzutreiben. Und vielleicht fällt dir auf, dass die Idee des freien Marktes nicht unbedingt konsistent und sonderlich stichhaltig ist. Dass sie auf einer Nicht-Theorie fußt, die sich geschickt hinter einer akademischen Maske verbirgt, um die Interessen der Wohlhabenden durchzusetzen. Egal, wie die Konsequenzen für den Rest der Menschheit aussehen.

Jetzt ist dir schwindelig? Dann sind wir die Sache wohl etwas zu eilig angegangen.

Warum die Prinzipien des freien Marktes Lügen sind

Also, gehen wir es langsamer an, Schritt für Schritt.

Die Kernidee der Philosophie des freien Marktes ist es, den Markt so wenig wie irgendwie möglich zu regulieren. Es wird gemeinhin so getan, als sei dies offensichtlich, natürlich, und als könne niemand, der über einen gesunden Menschenverstand verfügt, an diesem Prinzip zweifeln. Dasselbe gilt für alle weiteren »Regeln« des freien Marktes:

  1. Die natürliche Form des Marktes ist der freie Markt.
  2. Die »unsichtbare Hand« wird allen das beste Ergebnis bescheren.
  3. Wirtschaftswachstum schafft Jobs und reduziert die Armut.
  4. Regierungen müssen nicht allzu viel gegen die Ungleichheit unternehmen, denn der »trickle-down effect« (Durchsickerungseffekt) garantiert, dass das Geld auch in den Taschen der Ärmsten landet.
  5. Damit es allen gut geht, braucht es unregulierten Handel.
  6. Demokratie und der freie Markt harmonieren auf natürliche Art und Weise, wie ein Tanzpaar auf dem Parkett.

So gut wie alles davon ist falsch. Aber der Reihe nach:

  1. Der freie Markt ist nichts Natürliches. Er ist bei Weitem nicht die einzige Art und Weise, menschliches Wirtschaften zu regeln. Es gibt viele Alternativen, viele davon wurden noch nie ausprobiert. Es gibt außerdem kaum gute Gründe dafür, die Märkte nicht zu regulieren, solange das Ziel ist, den Lebensstandard zu verbessern. Das liegt daran, dass Unternehmen keine besondere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft haben. Ihr einziges Ziel ist es, kurzfristig ihre Profite zu maximieren. Alles, was dem entgegensteht, macht sie weniger wettbewerbsfähig – sie verlieren Geld.
  2. Die Sache mit der »unsichtbaren Hand« wird ebenfalls falsch ausgelegt. Adam Smiths Adam Smith ist einer der prägendsten Ökonomen der modernen Wirtschaftswissenschaften. Er machte seine Überlegungen an einem einfachen Beispiel deutlich: Wenn ein Bäcker Brot backt, um es anschließend zu verkaufen, denkt er in erster Linie daran, Geld zu verdienen. Da das Backen jedoch ein Handwerk ist, was nicht jeder in seinem Dorf beherrscht, sorgt er gleichzeitig dafür, dass andere Menschen etwas zu essen haben. So kauft der Schneider im Dorf jeden Tag Brot bei ihm ein. Da der Bäcker jedoch außer seinem eigenen Handwerk nicht viel kann, ist er darauf angewiesen, sich mit seinem verdienten Geld andere Dienstleistungen zu kaufen. Zum Beispiel kann er sich beim Schneider seine Hose flicken lassen. Durch diesen Tausch kann sich jedes Mitglied einer Gemeinschaft auf das konzentrieren, was es am besten und produktivsten beherrscht. Wichtig ist dabei die freie Berufswahl. Ist unser Bäcker nämlich der einzige im Dorf, gibt es ein Problem. Er kann seine Preise beliebig in die Höhe treiben. Das veranlasst jedoch andere in der Gemeinschaft dazu, sich das Handwerk selbst beizubringen und eigene Bäckereien zu eröffnen. Durch die Konkurrenz, die entsteht, fallen die Brotpreise. Und um sich von der Konkurrenz abzuheben, bieten die Bäckereien im Dorf nun nicht mehr nur Brot, sondern auch Baguette, Brezeln und Puddingschnecken an. So gewinnen sie neue Kunden und »versüßen« gleichzeitig dem Dorf den Alltag. So hat der Egoismus des Bäckers zu einem Vorteil für alle geführt: Viele Kunden für den Bäcker und ein vielfältiges, günstiges Sortiment für die Dorfbewohner. Interesse als Moralphilosoph und Historiker galt der Herausforderung, den Lebensstandard aller zu erhöhen. Er brach nicht etwa eine Lanze für ungezügelte Märkte; tatsächlich vertrat er die Meinung, dass ein Eingriff der Regierung hin und wieder notwendig sei.

    Auch wenn die Anhänger des freien Marktes vom »survival of the fittest« sprechen, werden sie der ursprünglichen Bedeutung des Begriffes nicht gerecht. Das Dictum bedeutet nicht etwa, dass Wettbewerb gut ist. Was Herbert Spencer (und später auch Graemes Mitstreiter und Co-Präsident des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker, schreibt in einem Gastbeitrag mehr darüber, wie Darwin missverstanden wird Charles Darwin, der den Begriff nicht zuerst verwendete, wie fälschlicherweise oft angenommen wird) tatsächlich damit meinte, war: Eine Spezies, die am besten an ihre Umgebung angepasst ist, wird prosperieren. Die Idee war ganz sicherlich nicht dazu gedacht, Unternehmensraubzüge zu rechtfertigen oder es Unternehmen zu erleichtern, Fabriken ohne Rücksicht auf soziale Verluste zu schließen.
  3. Wirtschaftswachstum schafft keine Jobs, und es reduziert nicht die Armut; es tut das Gegenteil. In den Ländern der OECD OECD steht für »Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung«, ihre Mitglieder umfassen einen Großteil der Länder Europas und Nordamerikas sowie Chile, Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland, Israel und die Türkei. ist Wirtschaftswachstum größtenteils das Ergebnis von Effizienzsteigerungen, Ökonomen sprechen von steigender Produktivität. Das Wachstum stammt daher, dass aus weniger mehr gemacht wird. Das bedeutet auch, dass Wachstum die Automatisierung fördert und so die Anzahl der Jobs auf lange Sicht sogar reduziert. Das ist einer der Hauptgründe, warum die Arbeitslosigkeit in Europa in den vergangenen 30 Jahren wie ein sturer Bengel sehr hoch geblieben ist, allen Wachstumsrekorden zum Trotz. Und auch all die Jobs, die in der Nachkriegszeit entstanden waren, resultierten nicht etwa aus dem Wirtschaftswachstum. Sie entstanden, weil es jede Menge wiederaufzubauen gab und der Staat die Richtung vorgab.

    Obwohl die Weltbank und andere Akteure das immer wieder behaupten, ist auch die Armut in den vergangenen 30 Jahren kaum gefallen. Diesen Punkt führt Graeme Maxton in seinem Buch »Ein Prozent ist genug« aus (2016) Wenn wir die Inflation ordentlich mit einrechnen, ist die Anzahl der Menschen, die mit dem Äquivalent eines US-Dollars von 1980 lebt, sogar fast überall angestiegen. Außer in China – und dort wird die Entwicklung entschieden von staatlicher Seite aus gelenkt.
  4. Die hohe Armut hat ihre Ursache darin, dass die Früchte unseres Wirtschaftssystems nicht in die Taschen der Ärmsten fließen. Das beschreibt der Ökonom Thomas Piketty in seinem monumentalen Werk »Das Kapital im 21. Jahrhundert« Der »trickle-down effect« ist ein Mythos. In Wahrheit fließt Wohlstand nach oben, in die Taschen der Reichen. Das erklärt, warum die Ungleichheit im Großteil der Welt in den vergangenen 30 Jahren zugenommen hat und warum der Lebensstandard von Millionen von Menschen in der westlichen Welt stagniert oder sogar fällt. Ausnahmen bilden die Länder, in denen der Staat konsequent interveniert.
  5. Freihandel ist nicht immer etwas Gutes. Offene Märkte haben ein globales Handelssystem erschaffen, in dem die meisten armen Länder sich darauf beschränken müssen, Rohstoffe zu exportieren, während die OECD-Länder die Produktion komplexerer Güter fast vollständig kontrollieren. Auch hier bilden China und andere asiatische Nationen wieder die Ausnahme, indem sie Handelsbarrieren nutzen, um die heimische Industrie zu schützen, während sie die Fähigkeiten entwickelt, um auch international mithalten zu können.

    Freihandel bedeutet, dass sich die Länder des Globalen Südens niemals über ihren aktuellen Zustand hinaus entwickeln werden können. Denn sie können weder die Skaleneffekte Wenn in industrieller Produktion durch immer höhere Stückzahlen die Produktionskosten für jedes einzelne Produkt fallen, spricht man von Skaleneffekten. Man kann sich das etwa so vorstellen: Um für 10 Kekse Teig anzurühren und sie zu backen, benötigt man nur unwesentlich weniger Zeit, als für 50 Kekse. Der Zeit- und somit Kostenaufwand für jeden einzelnen Keks fällt so deutlich durch die höhere Stückzahl; das ist der Skaleneffekt. nutzen, noch die Technologien entwickeln, die nötig sind, um auch fortschrittliche Produkte konkurrenzfähig herzustellen. Die Bewohner dieser Länder werden weiterhin Holz hacken, in Minen arbeiten und Ackerbau betreiben. Und weil das System des freien Marktes vorgibt, dass Land und Rohstoffe von denen besessen werden können, die es sich leisten können, profitieren schon heute vor allem die Unternehmen aus dem reicheren Teil der Erde von der Arbeit der Menschen in den ärmeren Ländern.
  6. Die Idee, Demokratie und der freie Markt würden sich gegenseitig ergänzen, ist Nonsens. Sie sind sich vielmehr spinnefeind. Niemand, der ein Unternehmen leitet oder einen Markt zu beherrschen versucht, sieht es gern, wenn seine Aktivitäten von den launischen Ansichten der ungewaschenen Massen beschränkt werden. Das wäre Kommunismus.

Wie ist es möglich, dass ein System, das auf derart vielen Lügen basiert, es geschafft hat, die vorherrschende ökonomische Philosophie dieser Erde zu werden?

Aus der Nähe sehen wir vielleicht nicht unbedingt, ob die Errungenschaften des freien Marktes tatsächlich unser Leben verbessern. – Quelle: Victoriano Izquierdo CC0

Warum wir damit anfingen, diese Lügen zu glauben – und warum wir damit weitermachen

Es ist kein Zufall. Der freie Markt wird seit über 70 Jahren von einer kleinen Gruppe Menschen beworben und gefördert. Und sie haben einen so dermaßen guten Job gemacht, dass heute fast niemand mehr ihre Ideen hinterfragt – obwohl sie eben überwiegend falsch sind.

Es begann in den späten 1940er-Jahren, als eine Gruppe der bekanntesten Ökonomen der damaligen Zeit die Die Satire-Sendung »Die Anstalt« nimmt die »Mont Pelerin Society« in dieser Episode ins Visier Mont Pelerin Society gründete, um die Denkweisen des freien Marktes und das, was die Gruppe für die zentralen Werte der Zivilisation hielt, zu verbreiten. Sie glaubten daran, dass Regierungen und Wohlfahrtsstaaten gefährlich seien, und der freie Markt war für sie etwas annähernd Göttliches.

Der freie Markt wird seit über 70 Jahren von einer kleinen Gruppe Menschen beworben und gefördert. Und sie haben einen so dermaßen guten Job gemacht, dass heute fast niemand mehr ihre Ideen hinterfragt.Mit großzügiger finanzieller Unterstützung von Unternehmen und wohlhabenden Gönnern verschaffte sich die Gruppe in den 70er- und 80er-Jahren durch die Wahlen von Ronald Reagan zum US-Präsidenten und Margaret Thatcher zur britischen Premierministerin weltweit Gehör. Die profilierten Mitglieder der Mont Pelerin Society, zu denen hochrangige Politiker, Banker und Journalisten gehörten, gründeten zudem eine Reihe von Thinktanks, die wiederum die Idee des freien Marktes weiterverbreiteten. Auf diesem Wege beeinflussten die Gruppe auch die Ökonomie-Lehre an den Universitäten und Schulen.

Dabei waren diese frühen Verfechter des freien Marktes so erfolgreich, dass es heute nur noch vereinzelt Wirtschaftsinstitute gibt, die ihren Studierenden überhaupt noch irgendetwas anderes vermitteln als das System des freien Marktes. So kommt es, dass uns die Idee des freien Marktes heute so normal erscheint, dass so gut wie alle Menschen an sie glauben – sie ist zu unserer Religion geworden.

Warum wir endlich damit aufhören müssen, diese Lügen zu glauben

Zu Beginn sprach ich davon, dass wir Zeit und Abstand brauchen, um all das klar zu sehen. Ich erwähnte ebenfalls, dass wir die Zeit nicht haben.

Das liegt darin begründet, dass der Umgang mit der Natur einer der verhängnisvollsten Mängel innerhalb freier Märkte ist. Unsere Umwelt ist in diesem System nicht mehr als ein Vorratslager voller Rohstoffe und möglichen Wohlstands. Der freie Markt versteht nicht, dass die Natur die Quelle allen Lebens ist. Wenn sie zerstört und verschmutzt wird, spricht der freie Markt von »Externalitäten«, einem unbeabsichtigten Nebeneffekt. Die Ökonomen des freien Marktes bevorzugen es, die Externalitäten zu ignorieren, obwohl uns die klassische Ökonomie etwas anderes erzählt. Unter diesen Bedingungen ergibt es für Unternehmen sogar Sinn, die Natur zu zerstören. Ihr Verhalten hat keine Nachteile – selbst wenn es zur Klimakatastrophe kommt: Schmelzende Polkappen öffnen neue Handelsrouten, der David Ehl war zu Besuch in Miami. Der Stadt reicht das Wasser bereits bis zum Hals Bau neuer Deiche gegen steigende Meeresspiegel ist eine Chance auf Profit.

Die Klimakatastrophe ist die bedrohlichste Folge des freien Marktes und ein direktes Ergebnis des Strebens nach Wirtschaftswachstum.Eine solche Denke ist nicht nur kurzsichtig und intellektuell schwach, sie hat auch zerstörerische Folgen.

Die Klimakatastrophe ist die bedrohlichste davon und ein direktes Ergebnis des 5 Gründe, warum wir uns vom Wirtschaftswachstum verabschieden sollten ... Strebens nach Wirtschaftswachstum. Weil Wachstum immer mehr Ressourcen beansprucht, ist auch immer mehr Energie notwendig. Und da wir noch immer Statistischer Energiereport des Öl-Konzerns BP (englisch, 2018) 85% unseres Energiebedarfs mit fossilen Brennstoffen decken, bläst der Drang nach Wachstum weiterhin Treibhausgase in die Atmosphäre, die uns den Klimawandel bescheren.

Solange unsere Gesellschaft damit nicht aufhört – und es bleiben nur wenige Jahre, um eine fatale Kettenreaktion zu verhindern –, macht sie große Teile dieses Planeten unbewohnbar. So wird die Idee des freien Marktes letztendlich einen Großteil der Arten und einen Großteil der Menschen töten.

Obwohl es an der Oberfläche anders zu sein scheint, leben wir in einer Welt, die viele Ähnlichkeiten mit der Zeit hat, in der Martin Luther lebte. Unsere Weltanschauung ist völlig verzerrt und wir müssen sie geraderücken, um voranzukommen.

Wir müssen endlich damit anfangen, die 95 Thesen an die Kirchentüre zu nageln.

Graeme Maxton ist ehemaliger Generalsekretär des Internationalen Club of Rome. 2018 veröffentlichte er das Buch »Change! Warum wir eine radikale Wende brauchen«. Derzeit arbeitet er an einem neuen Buch über den Klimanotstand, das 2020 erscheinen soll.

Titelbild: Micah Williams - CC0

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