PD Daily 

Diese Frau will, dass dein Arbeitsplatz menstruationsfreundlich wird

Der weibliche Zyklus ist an den meisten Arbeitsplätzen eher kein Smalltalk-Thema. Dabei gewinnen alle etwas, wenn das Tabu gebrochen wird. Eine schwedische Initiative zeigt, wie es geht.

6. August 2019  2 Minuten

Obwohl es rund die Hälfte der Menschheit betrifft, Maren Urner und Katharina Wiegmann wetten: Du hast auch keine Ahnung von Menstruation sprechen wir kaum darüber: die Menstruation. Die schwedische Organisation MENSEN will dem Thema mehr öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen – und setzt sich nun auch für menstruationsfreundliche Arbeitsplätze ein.

»Es gibt bei der Menstruation große Wissenslücken, die mit Tabus und Stigmatisierung zusammenhängen«, erklärt die Vorsitzende von MENSEN, Antonia Simon. Genau deswegen arbeitet die Organisation seit dem Jahr 2013 dafür, Wissen rund um die Periode zu verbreiten. Dabei geht es in ihren Projekten neben der Monatsblutung auch um Begleiterscheinungen wie das Prämenstruelle Syndrom (PMS) Während die Menstruation für manche Menschen mit keinen oder nur wenig Beschwerden verbunden ist, klagen andere schon bis zu 2 Wochen vor dem ersten Blutungstag über Rücken-, Kopf- und Bauchschmerzen, fühlen sich unwohl, sind sentimentaler als sonst und würden am liebsten alles hinschmeißen.

Weil diese Beschwerden 4–14 Tage vor der Menstruation auftauchen und je nach Frau und Lebenslage sehr unterschiedlich sind, werden sie gebündelt als »Prämenstruelles Syndrom« (PMS) bezeichnet. Die Ursachen sind ungeklärt, zahlreiche Studien haben aber mittlerweile einen bunten Mix aus Faktoren identifiziert, die PMS-Symptome ohne Medikamente verbessern können. Dazu gehören die üblichen Verdächtigen eines gesunden Lebensstils: eine ausgewogene Ernährung ohne viel Alkohol, ausreichend Bewegung, Entspannung und natürlich genügend Schlaf.

Titelbild: Chevanon Photography - CC0

von Birthe Berghöfer 

Birthe ist freie Journalistin und Auslandsreporterin in Schweden. Sie hat Politikwissenschaft und Gender Studies studiert und wohnt seit 2017 in Malmö. Von dort berichtet sie vor allem über skandinavische Politik und Feminismus.

Themen:  Arbeit   Gesundheit  

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