Kommentar 

Der Amazonas steht in Flammen. So können wir ihn gemeinsam retten

Wenn Europas Politik den Regenwald wirklich erhalten will, darf sie den geplanten Handelsvertrag mit Südamerika so nicht unterschreiben.

27. August 2019  3 Minuten

Gut eine Woche ist es her, dass Fotos meinen Facebook-Feed fluteten, die mehr an apokalyptische Filme wie The Day After Tomorrow oder Independence Day erinnerten als an die Realität – dachte ich zunächst. Die Bilder stammen von Freunden aus São Paulo und anderen Brasilianern. Was darauf zu sehen war: Nachmittags um 15 Uhr war es in Teilen des Landes so dunkel wie sonst nur mitten in der Nacht. Eine Kaltfront hatte Rauchschwaden aus dem brennenden Amazonasgebiet Euronews-Beitrag mit den entsprechenden Bildern (portugiesisch 2019) Tausende Kilometer weit nach São Paulo getragen.

Es herrschte Fassungslosigkeit. Endzeitstimmung. Bekannte baten um internationale Hilfe, während der In diesem Kommentar von mir erfährst du mehr zu Jair Bolsonaro rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro dummdreist Umweltorganisationen beschuldigte, die Brände gelegt zu haben, um seine Regierung schlecht aussehen zu lassen.

Der Wald brennt, weil Bolsonaro ihn zum Wirtschaftsobjekt erklärt hat. Doch der Wald brennt, weil Bolsonaro ihn zum Wirtschaftsobjekt erklärt hat. Er hat Goldsucher, Rinderfarmer und die Agrarindustrie durch öffentliche Aussagen ermutigt, bisher unberührte Teile des Regenwaldes illegal niederzubrennen. Er weiß, das bedeutet nicht nur die Zerstörung des Waldes, Umfangreiche Reportage des Magazins »The Intercept« zu den Auswirkungen von Bolsonaros Amazonas-Politik (englisch 2019) sondern auch Morde an Ureinwohnern. Was vielen nicht klar ist: Ins Amazonasgebiet reicht der Arm des Staates kaum. Wenn ein Präsident obendrein diesen Verbrechen gleichgültig gegenübersteht, wirkt es auf jene, die den Wald in Brand stecken wollen, wie eine Ermutigung.

Titelbild: picture alliance/ZUMA Press - copyright

von Benjamin Fuchs 

Jeder weiß: Unsere Arbeitswelt verändert sich radikal und rasend schnell. Nicht nur bei uns vor der Haustür, sondern auch anderorts. Wie können wir diese Veränderungen positiv gestalten und welche Anreize braucht es dafür? Genau darum geht es Benjamin, der erst Philosophie und Politikwissenschaft studiert hat, dann mehr als 5 Jahre als Journalist in Brasilien lebte und 2018 zurück nach Deutschland gekommen ist. Es gibt viel zu tun – also: An die Arbeit!

Themen:  Konsum   Klima   EU-Politik  

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