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So wenig braucht es, damit uns die Anderen egal sind

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Maren Urner & Han Langeslag

So wenig braucht es, damit uns die Anderen egal sind

19. April 2017

Ja, auch dir! Wer die Anderen sind, entscheidest du in Sekundenschnelle. Und behältst dein Mitgefühl häufig für dich – oder richtest sogar großen Schaden an.

Zugunglück in Indien, 143 Passagiere sterben. Darunter ein deutsches Ehepaar, das anlässlich seiner Silberhochzeit eine Rundreise durch Asien gemacht hat. Die Story bestimmt die Schlagzeilen. Die trauernden Kinder des Ehepaars erzählen vor laufender Kamera vom Lebenstraum der Eltern, durch Indien zu reisen.

Die übrigen 141 Toten in Indien ohne Namen und Gesicht – und ohne deutschen Pass – sind lediglich eine Statistik. Ihre Geschichte interessiert uns nicht, wir fühlen nicht mit den Hinterbliebenen.

Flugzeugabsturz in Thailand, 98 Tote, darunter kein Deutscher. Das Unglück ist deutschen Medien nur eine kurze Meldung wert, während es in Großbritannien die Titelseiten bestimmt: Zu den Toten gehört eine englische Schulklasse mit 17 Schülern und 2 Lehrern.

»Wenn ich die Masse anschaue, werde ich niemals handeln. Wenn ich den einen anschaue, schon.« – Mutter Teresa

Es ist gut, dass wir Empathie Generell ist Empathie nicht »demokratisch« oder »gerecht«, sondern unterliegt zahlreichen Tendenzen. Zum Beispiel zeigen wir uns im Durchschnitt attraktiven Menschen gegenüber empathischer als weniger attraktiven. Das Gleiche gilt für Menschen mit einem ähnlichen ethnischen Hintergrund. Der kanadisch-amerikanische Psychologie-Professor Paul Bloom vertritt die These, dass wir weniger empathisch sein sollten. Stattdessen appelliert er an »rationales Mitgefühl«. empfinden können. Doch die beiden zwar fiktiven, aber dennoch Diese Studie zeigt, wie die Herkunft eines Flugzeugs die mediale Aufmerksamkeit bestimmt (englisch, 2017) exemplarischen Geschichten zeigen, dass Empathie häufig an nationalen Grenzen Halt macht: »Die Anderen« sind uns egal. Generell fällt es uns leichter, Wissenschaftsjournalist Michael Gross zur Frage, warum uns humanitäre Krisen häufig nicht empathisch werden lassen (englisch, 2017) Mitgefühl und Betroffenheit für einzelne Personen statt für Gruppen zu fühlen. Vor allem, wenn die Betroffenen »so sind wie wir«.

In Sekundenschnelle entscheidet unser Gehirn, wer unser Mitgefühl verdient und wer nicht. Wenn manche Politiker zunehmend in die Kerbe des Nationalismus schlagen und damit definieren, wo die eigene Gruppe aufhört und die andere anfängt, Dabei ist egal, ob die eigene Gruppe eine Mehr- oder Minderheit ist. Manche Gruppen legen besonders Wert darauf, »anders« zu sein. lohnt es sich, den Sinn und Unsinn unserer empathischen Automatismen zu überdenken.

Nationalismus beginnt beim Fußball

Auschnitt der Amstantrittsrede Donald Trumps (englisch, 2017) Von diesem Tag an wird eine neue Vision unser Land regieren. Von diesem Tag an wird es nur noch heißen ›Amerika zuerst‹. – Donald Trump in seiner Antrittsrede als 45. US-Präsident

Solche Aussagen machen eines klar: Sie ziehen eine klare Linie, die im konkreten Fall ein paar Tausend Kilometer lang ist und mit einer Betonmauer gezogen wird und im allgemeinen Fall zwischen Hier schreibt Han Langeslag über Autoritarismus und das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheit der sogenannten »In-Group« (»meine Gruppe«) und der »Out-Group« (»die Anderen«) verläuft. Alle, die zur In-Group gehören, sind klar definiert. Sie müssen sich ihre Zugehörigkeit nicht verdienen, sondern erhalten sie automatisch, weil sie amerikanisch, deutsch, französisch oder niederländisch sind. Mitgefühl und Empathie aller Zugehörigen ist ihnen gewiss. Die Zugehörigkeit bestimmt auch, wem wir helfen und wem nicht.

Wie stark dieser Effekt ist, lässt sich anschaulich an einem sehr ausgeprägten Gruppenphänomen zeigen: Fußball.

Studie mit britischen Fußball-Fans zur Hilfsbereitschaft (englisch, 2005) Bei einer Studie in Großbritannien wurde eine Gruppe leidenschaftlicher Manchester-United-Fans rekrutiert. Bei Ankunft im Labor wird ihnen mitgeteilt, dass es sich hier um ein Experiment mit Manchester-United-Fans handele. Auf dem Weg zum »eigentlichen« Raum des Geschehens begegnet ihnen jemand im Trikot des Erzrivalen Liverpool. Der stolpert und verletzt sein rechtes Bein. Reicht der Manchester-Fan seinem Rivalen eine helfende Hand?

Nein, in den meisten Fällen nicht. Trägt der stolpernde Statist der Wissenschaftler jedoch ein Manchester-Trikot, hilft ihm bald jemand auf.

Klar, Fußballfans – egal ob Liverpool, BVB, Schalke oder Bayern München – definieren sich darüber, zu einer Gruppe zu gehören. Wie schnell wir Gruppen formen, dabei willkürlich Menschen bevorzugen und andere vernachlässigen, hat allerdings nicht zwangsläufig etwas mit deren Trikotfarbe zu tun.

Gruppen funktionieren bereits über scheinbar belanglose Ähnlichkeiten, wie etwa einen farbigen Punkt hinter deinem Namen. Erste Studie zur minimalen Gruppenbildung und Geldverteilung (englisch, 1997) Geben Wissenschaftler Versuchsteilnehmern eine Liste mit willkürlichen Namen, auf der jeder Eintrag entweder mit einem blauen oder einem roten Punkt markiert ist, bevorzugen die Teilnehmer sofort die »eigene Gruppe« – und benachteiligen die »andere«. Ausgestattet mit 100 Euro verteilt so ein »Roter« mehr Geld an andere »Rote«. Wird er gezwungen, das Geld an 2 »Blaue« zu verteilen, lässt er lieber einen Teil des Geldes in der Bank der Wissenschaftler, statt es an Mitglieder der anderen Gruppe zu geben.

Ist eine Gruppe einmal gebildet, zeigen ihre Mitglieder eine Anzahl typischer Verhaltensweisen: Ein sehr bekanntes Experiment aus dem echten Leben zur Gruppenbildung mit 2 Pfadfindergruppen beschreibt Han Langeslag hier.

Empathie ist der Klebstoff menschlichen Zusammenlebens …

Sobald wir Ähnlichkeiten mit anderen definiert haben, fällt es uns leichter, Empathie für sie zu empfinden: Sie sind nicht mehr »die Anderen«, sondern Teil der »In-Group«. Empathie ist also der Klebstoff menschlichen Zusammenlebens.

Wie schnell die Gruppenbildung vonstatten geht, zeigen die erwähnten Verhaltensexperimente. Wie schnell unser Gehirn uns signalisiert »Du gehörst (nicht) dazu«, haben Neurowissenschaftler ebenfalls bereits erforscht. Zum Beispiel, indem sie schauen, wann und wie unser Gehirn auf Menschen unterschiedlicher Hautfarbe reagiert.

Das Gehirn signalisiert, wer dazugehört und wer nicht

Bist du hellhäutig und schaust Bilder von dunkelhäutigen Menschen an, reagiert dein Gehirn anders, Dabei geht es nicht um die visuelle Verarbeitung, die natürlich im Falle eines dunklen und eines hellen Bildes anders ist, sondern um die Verarbeitung in Gehirnregionen, die nichts damit zu tun haben. als wenn du in ein hellhäutiges Gesicht siehst. Umgekehrt Review-Studie zur Wahrnehmung unterschiedlicher ethnischer Gruppe (englisch, 2012) ist das für dunkelhäutige Menschen genauso. Das Ganze lässt sich anhand von EEG-Messungen Dabei werden die EEG-Daten so analysiert, dass Mittelwerte der Gehirnaktivität zu bestimmten Zeitpunkten (gekoppelt an einen Reiz oder eine bestimmte Wahrnehmung) ausgewertet werden können, sogenannte ereigniskorrelierte Potentiale. feststellen Solche neurowissenschaftlichen Studien sind wichtig, weil Verhaltensstudien hier viele Fragen offen lassen: Sind Versuchsteilnehmer in der Lage, ihre Wahrnehmungen akkurat zu benennen? Inwieweit werden die Ergebnisse durch die unterschiedlichen Reaktionszeiten beeinflusst? Die frühen Unterschiede auf neuronaler Ebene können nur direkt erforscht werden, also über Messungen der Gehirnaktivität. und passiert wahnsinnig schnell: Bereits EEG-Studie zur Wahrnehmung von Rasse und Geschlecht (englisch, 2003) nach etwas mehr als einer Zehntelsekunde unterscheidet unser Gehirn zwischen unterschiedlichen Hautfarben des Gegenübers. Ein wenig später Eine klare Unterscheidung zwischen Mann und Frau kann nach 2 Zehntelsekunden beobachtet werden. erfolgt Inwieweit dabei Grenzen verschwimmen können, schreibt Gastautorin Jolinde Hütchker hier die Unterscheidung zwischen Mann und Frau. Diese Kategorisierung unseres Gegenübers erfolgt, bevor wir anfangen, darüber nachzudenken, in wessen Augen wir gerade schauen.

Kategorisiert wird auch bei der Frage: Wem reichen wir die Hand und wem nicht? Zurück zu Fußballfans und Empathie. Diese Studie zeigt: Das Gehirn von Fußball-Fans reagiert anders auf gegnerische Fans als auf eigene (englisch, 2010) Neurowissenschaftlerin Tania Singer und ihr Team wollten wissen, was das Gehirn deutscher Fußballfans macht, wenn ein Anhänger des gegnerischen Vereins leidet. Sieht ein BVB-Fan zu, wie der verhasste Schalke-Anhänger Die Identität des jeweils gegnerischen Fans hing beim Versuchsaufbau vom Lieblingsverein des jeweiligen Probanden ab, bei denen es sich ausschließlich um Männer handelte. einen schmerzhaften elektrischen Schock bekommt, steigt die Aktivität im Nucleus accumbens. Der Nucleus accumbens liegt im bauchseitigen Vorderhirn und gehört zu den sogenannten Basalganglien, die mehrere Kernregionen im Gehirn zusammenfassen. Die unterschiedlichen Bereiche sind für motorische, kognitive und limbische (also Emotionen betreffende) Funktionen zuständig. Das ist die Gehirnregion, die normalerweise aktiv ist, wenn wir belohnt werden und uns gut fühlen. Der Nucleus accumbens ist Teil des sogenannten Belohnungssystems im Gehirn, für das wiederum der Neurotransmitter Dopamin wichtig ist.

… und Empathie ist gleichzeitig auch Treibstoff gesellschaftlicher Konflikte.

Hat der Dortmund-Fan die Möglichkeit, das Leid des Gegenübers zu mindern, indem er selbst einen halb so starken Elektroschock verabreicht bekommt, überrascht seine Wahl kaum: Handelt es sich dabei um einen weiteren Dortmund-Fan, willigt er eher ein, als wenn er dem Schalke-Fan mit dem schmerzverzerrten Gesicht gegenübersitzt. Genauer muss es heißen: gegenüberliegt, weil es sich um eine MRT-Studie handelt, bei der die Teilnehmer ein Video des jeweils gegnerischen Fans gezeigt bekommen. Beim tatenlosen Betrachter des verhassten Gegners zeigt sich: Die Region im Gehirn, die für die Wahrnehmung empathischer Gefühle zuständig ist, ist weniger aktiv. Dabei handelt es sich um die Inselrinde, die bei der Verarbeitung der eigenen Gefühlslage eine wichtige Rolle spielt. Das gleiche Muster von Gehirnaktivität offenbaren Studien auch Übersichtsstudie zur Empathie-Wahrnehmung zwischen Gruppen (englisch, 2011) für Gruppen anderer Art, die miteinander im Wettbewerb stehen.

»Im Laufe der Geschichte unserer Spezies wurde der Konflikt zwischen Gruppen durch die Kategorisierung unseres sozialen Umfelds in ›wir‹ vs. ›die anderen‹ bestimmt.« – Robert Kurzban, amerikanischer Psychologe

Unser Verhalten und unser Gehirn bestätigen also, dass unsere Empathie vor allem der eigenen Gruppe gilt – gegenüber der »Out-Group« bringen wir im Durchschnitt weniger Mitgefühl auf.

Empathie ist nicht nur Klebstoff menschlichen Zusammenlebens, sondern gleichzeitig auch Treibstoff gesellschaftlicher Konflikte – nämlich immer, wenn die »Out-Group« ins Spiel kommt. Egal wie gern einige Politiker in lautstarken Reden die eigene Gruppe abgrenzen, in der Realität sind wir niemals nur Mitglied einer Gruppe.

Wie viele Gruppen bist du?

Hier fordern Juliane Metzker und Maren Urner die Männerperspektive für Frauenbewegungen Mann oder Frau. Hellhäutig oder dunkelhäutig. Europäer oder Asiate. Alt oder jung. Dortmund-Fan oder Schalke-Fan. Radfahrer oder Autofahrer. Wie vielen Gruppen wir angehören, zeigt dieses dänische Werbevideo eindrücklich (englisch untertitelt) Einsam oder nicht.

Die Liste ließe sich fast beliebig fortführen und macht deutlich: Wir gehören vielen Gruppen an, je nach Situation ist die eine wichtiger als die andere. Sobald wir das Licht der Welt erblicken, gruppieren wir Menschen und entscheiden, wem wir vertrauen oder nicht.

Was sorgt dafür, dass wir unser soziales Umfeld gruppieren – und die eigenen Gruppen gegenüber den anderen bevorzugen? Das, was wir kennen. So bevorzugen Babys Muttersprachler. Studie zur Sprach-Vorliebe von Babys (englisch, 2007) Sie nehmen ein Spielzeug lieber von jemandem an, wenn derjenige die vertraute Sprache der Eltern spricht.

Siehst du dich als Erstes als Deutscher, Schweizer, Österreicher, Europäer oder Weltbürger?

Die eigene Sprache ist stärker als das Aussehen: Im Alter von 5 Jahren bevorzugen Kinder Freunde, die die gleiche Sprache sprechen – Diese Studie zeigt, dass Sprache wichtiger ist als die Ethnie (englisch, 2009) es ist egal, welche Hautfarbe diese haben.

Solche Faktoren werden wichtig, wenn es zum Streit oder zum Konflikt kommt. Das ist evolutionär ein altes Prinzip, das bereits Einzeller zeigen: So zeigen Amöben soziales Verhalten, indem sie mit verwandten Amöben migrieren und ihre Nahrung gegenüber fremden verteidigen. Amöben, die ihre Nahrung in Form von Bakterien hüten, verteidigen die knappe Nahrungsressource gegenüber anderen Amöben ohne eine solche Fähigkeit. Der Trick dabei: Einige der gehüteten Bakterien sind schädlich für die anderen Amöben. Auch wir Menschen entscheiden über die Verteilung von Ressourcen anhand von Gruppenzugehörigkeiten.

Wenn beispielsweise Politiker und Fußballfans die Welt in »Heimische« und »Fremde«, in »Freunde« und »Gegner« aufteilen, unterschlagen sie einen wichtigen Aspekt von Gruppen: Die Grenzen sind nicht in Stein gemeißelt, sondern flexibel.

Gruppengrenzen verstehen und verschieben

Gruppenzugehörigkeiten – und damit So sehr beeinflusst unsere Identität unser Weltbild unsere eigene Identität – sind alles andere als statisch. Wie schnell wir von einer zur anderen Gruppe wechseln und damit auch bestimmen, wie weit unsere Empathie reicht, bestimmt unser Gehirn, beziehungsweise die Gruppen-Merkmale, die wir gerade im Kopf haben.

Das zeigen eindrücklich die Ergebnisse des zweiten Teils der Studie mit den Manchester-Fans. Bekommen sie zu Beginn gesagt, dass in der Studie britische Fußballfans erforscht werden sollen, reichen sie den verletzten Liverpool-Fans viel öfter eine helfende Hand. Die Erklärung hinter dem veränderten Verhalten: Jetzt sehen sich die Manchester-Fans in erster Linie als Fußballfans – eine Gruppe, zu der auch Liverpool-Fans gehören.

»Eine gesunde Demokratie funktioniert nur, wenn die Definition von Identität ständig hinterfragt wird.« – Stephen Reicher, britischer Sozialpsychologe

Das gleiche Prinzip wenden wir auch bei der nationalen Identität an: Wer in der »In-Group« ist, hängt davon ab, ob wir Nationalität über die ethnische oder die bürgerliche Identität bestimmen. Sehen wir ein asiatisch aussehendes Mädchen im Deutschland-Trikot als Deutsche? Das kommt drauf an – lautet das Ergebnis einer britischen Studie zum schottischen Nationalgefühl. Dabei beantwortet die Hälfte der Studienteilnehmer zuerst einen Fragebogen, der Zugehörigkeit ethnisch definiert: »Du bist nur schottisch, wenn du eine lange Geschichte schottischer Vorfahren hast.« Die andere Hälfte arbeitet mit einer bürgerlichen Definition: »Wenn du dich schottisch fühlst, bist du schottisch – egal wo du geboren bist.«

Wie fließend die Einteilung ethnischer Kategorien ist, wird sich in Zukunft noch stärker zeigen. Ist ein Mädchen mit deutsch-koreanischen Eltern Europäerin oder Asiatin? Und Wie schwierig die Sache mit der »Rasse« ist, zeigt dieser vox.com-Artikel (englisch, 2016) welcher ethnischen Gruppe gehören ihre Kinder an, die sie mit einem Afrikaner zeugt, dessen Eltern aus den USA und Griechenland kommen …?

Wenn westliche Politiker über Migration sprechen, betonen sie häufig, dass zunehmende Migration zu zunehmenden Spannungen führt, weil sich die einheimische Bevölkerung in ihrer Identität bedroht fühle. Ist das wirklich so?

Tatsächlich Meta-Studie und Buchkapitel über 500 Einzelstudien weltweit zu Gruppendynamiken (englisch, 2016) zeigen Studien weltweit, dass, sobald Kontakt zwischen verschiedenen Gruppen entsteht, Hier schreibt Juliane Metzker über Stereotype und wie wir sie aufbrechen können Ängste abgebaut und Gruppen auf praktischem Wege neu definiert werden. Das erklärt, warum nationalistische Parteien in Städten im Mittel weniger Chancen haben als auf dem Land – wo der Kontakt zum »Fremden« geringer ist. Dabei ist es wichtig, die Möglichkeiten für positive Begegnungen zu erhöhen, in denen Hilfsbereitschaft gezeigt werden kann und geteilte Erfahrungen das Gemeinsame betonen – genau wie bei den Fußballfans.

Ist die Rede von der einen deutschen, amerikanischen, französischen, Hier schreibt Han Langeslag über die niederländischen Wahlen im März 2017 niederländischen oder schottischen Identität, macht der Redner mindestens 2 gefährliche Fehler. Erstens zieht der Sprecher eine klare Grenze, die es meist nicht gibt – die Zuhörer ordnen zu und sortieren aus, ohne darüber nachzudenken. Zweitens ist jede Aussage, die gruppiert, Nährboden für das beschriebene Gruppenverhalten. Und bestimmt damit automatisch, wie weit unsere Empathie reicht.

Wie können wir die Klebstoff-Funktion der Empathie nutzen? Indem wir nicht an alteingesessenen Zugehörigkeiten und Identitäten festhalten, sondern Hier schreibt David Ehl über ein mögliches Ziel für ein vereintes Deutschland über gemeinsame Ziele für die Zukunft sprechen – egal ob als Mutter, als Radfahrer, als Besucher, als Pfadfinder, als Bürger eines Landes oder als Politiker.


Mehr davon? Dieser Text ist Teil unserer Reihe zum Kritischen Denken!

Mit Illustrationen von Robin Schüttert für Perspective Daily

Mit Illustrationen von Robin Schüttert für Perspective Daily

 

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