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Diese 7 jungen Menschen kämpfen für deine Zukunft

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PD Team

Diese 7 jungen Menschen kämpfen für deine Zukunft

23. Oktober 2017

Kinder wollen spielen, und die »Jugend von heute« ist vor allem am eigenen Vergnügen interessiert? Von wegen!

Wenn wir über die Zukunft reden, sprechen wir meist über das Leben anderer – nämlich das junger Menschen, Kinder und Jugendlicher. Dass sie in ihrer Lebenszeit vor enormen Herausforderungen stehen werden, scheinen sie manchmal besser verstanden zu haben als »die Alten«.

Severn Cullis-Suzuki: »Ich bin nur ein Kind, aber …«

von Maren Urner

Sie ist Die 5-minütige Rede von Severn Cullis-Suzuki auf dem Earth Summit der UN (englisch, 1992) das Mädchen, das die Welt für 5 Minuten zum Schweigen brachte. Als 13-Jährige erinnert sie die Vertreter der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro beim Earth Summit 1992 Die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung wird häufig kurz Earth Summit oder Rio-Konferenz genannt. Am 3.–14. Juni 1992 trafen sich 2.400 Vertreter nichtstaatlicher Organisationen (NGOs) in Rio de Janeiro. Weitere 17.000 Menschen engagierten sich am NGO-Forum, das parallel stattfand. Insgesamt nahmen 172 Regierungen teil. Der Earth Summit war die erste größere, internationale Konferenz seit 1972, die Umweltfragen in ihrem globalen Ausmaß diskutierte. Das Ergebnis war die Verabschiedung von 5 wegweisenden Abkommen, darunter die Agenda 21 und die Klima-Rahmenkonvention. daran, was auf dem Spiel steht:

Die eigene Zukunft zu verlieren ist etwas anderes, als eine Wahl oder ein paar Punkte auf dem Aktienindex zu verlieren. Meine Zukunft steht auf dem Spiel. Ich bin hier, um für alle zukünftigen Generationen zu sprechen. – Severn Cullis-Suzuki, kanadische Umweltaktivistin

Dann spricht Severn Cullis-Suzuki von ihrer Angst zu atmen, weil sie nicht weiß, welche Chemikalien in der Luft liegen. Sie prangert den eigenen Reichtum an, vergleicht ihre Kindheit mit der brasilianischer Kinder, die sie am Vortag in den Favelas Als Favelas (aus dem Portugiesischen entlehnt für Armen- oder Elendsviertel; die Favela ist eine brasilianische Kletterpflanze) werden Siedlungen bezeichnet, die in Randlagen größerer Städte Brasiliens liegen und meist durch große Armut geprägt sind. Diese informellen Siedlungen führen zu einer systematischen Ausgrenzung und Stigmatisierung der dort lebenden Bevölkerung. Solche Siedlungen sind typisch für Entwicklungsländer. von Rio besucht hat. Sie beschreibt »Was bleibt in deinem Leben ohne Müll?« – mein Interview mit Bea Johnson die riesigen Mengen Müll, die in den reichen Ländern des Nordens täglich anfallen.

Ich bin nur ein Kind, und ich habe nicht alle Lösungen parat. Doch ihr habt sie auch nicht! – Severn Cullis-Suzuki, kanadische Umweltaktivistin

Das Tolle ist: Im Jahr 2017 gibt es Lösungen für fast alle Probleme, Nur die Frage, wie wir ausgestorbene Tierarten wieder zum Leben erwecken können, ist noch nicht beantwortet. die Severn Cullis-Suzuki vor 25 Jahren angesprochen hat: Die angegriffene Ozonschicht ist fast geheilt, Auch wenn im Oktober 2017 eine Studie veröffentlicht wurde (englisch), die prognostiziert, dass die vollständige Regeneration der Ozonschicht sich möglicherweise um 20–30 Jahre verzögern könnte. wir Zum Beispiel mithilfe des Wissens vom japanischen Botaniker Akira Miyawaki (englisch, 2016) haben gelernt, gerodete Wälder wieder zum Sprießen zu bringen und Zum Beispiel leben in der Themse wieder weit mehr als 100 Fischarten (englisch, 2015) verdreckte Flüsse wieder mit Fischen zu beleben. Die Technik und das Wissen sind da – was wir aber noch immer nicht »gelernt« haben:

Schon im Kindergarten bringt ihr uns bei, wie wir uns zu verhalten haben. Dass wir nicht gegen andere kämpfen sollen, dass wir Dinge klären sollen und unsere Mitmenschen respektieren sollen. Dass wir unseren Dreck aufräumen sollen und andere Lebewesen nicht verletzen sollen. Dass wir teilen sollen und nicht gierig sein sollen. – Aber warum tut ihr dann all diese Dinge, die wir nicht tun sollen? – Severn Cullis-Suzuki, kanadische Umweltaktivistin

Malala Yousafzai: Bildung für alle

von Dirk Walbrühl

Wer heute durch die Straßen von Malala wurde im August in Oxford angenommen (englisch, 2017) Oxford geht, könnte auf die jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Welt treffen. Sie studiert dort »Philosophy, Politics and Economics« – keine Selbstverständlichkeit für ein Mädchen aus Pakistan.

Malala Yousafzai spricht beim WOW (Women of the World) Festival 2014 im Southbank Centre in London über die systemische Benachteilgung von Frauen. – Quelle: Southbank Centre CC BY

Malalas Yousafzais Kampf für Bildung begann 2009 im Swat-Tal, einer Region Pakistans, die damals unter der Kontrolle der Taliban stand. Die Region Swat liegt im gebirgigen Norden von Pakistan. Sie wurde 2007 von Taliban-Kämpfern eingenommen und in internationalen Medien als das »Taliban-Tal« bekannt. Im Jahr 2009 führte die pakistanische Regierung eine Gegenoffensive durch und löste damit große Flüchtlingsbewegungen aus, konnte aber letztlich die Herrschaft der Taliban über die Region beenden. Bis heute halten sich Terroristen in den Bergen verborgen. Die fundamentalistische Terrororganisation zerstörte auch die Schulen des Landes, Die Terroristen der Taliban zerstörten in Nordpakistan bis 2014 rund 750 Schulen, davon 422 Mädchenschulen. Außerdem verboten sie den Mädchen das Hören von Musik sowie das Tanzen und zwangen sie, in öffentlichen Räumen Schleier zu tragen. um vor allem Mädchen am Lernen zu hindern. Im Alter von 11 Jahren begann Malala unter einem In diesem Text beleuchte ich die Bedeutung und Probleme von Pseudonymität im Internet Pseudonym heimlich einen Blog Ein Blog (oder Weblog) ist eine Art digitales Tagebuch im Internet, in welchem die Autorin persönliche Texte veröffentlicht. Häufig sind Blogs pseudonym und einem bestimmten Thema gewidmet. zu schreiben. Sie prangerte die Gewalt in ihrer Heimat an – erst nur in Pakistan, dann in englischer Übersetzung in der ganzen Welt.

Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern. – Malala Yousafzai, Rede vor den Vereinten Nationen 2013

Nach knapp 3 Jahren des heimlichen Widerstandes flog ihr Pseudonym auf, als sie für den Internationalen Kinder-Friedenspreis nominiert wurde. Unser Gastautor Emran Feroz erklärt, warum es nur mit den Taliban ein sicheres Afghanistan geben kann Die Taliban reagierten mit einem Attentat. Sie lauerten Malala auf dem Schulweg auf und schossen sie aus nächster Nähe nieder. Das Bekennerschreiben nennt explizit Malalas »Engagement für die Bildung von Mädchen« als DPA-Meldung über das Attentat bei Die Presse (2012) Grund. Doch sie überlebte und floh mit ihrer Familie nach England, wo sie 2013 im Alter von 17 Jahren den Friedensnobelpreis erhielt. Malala erhielt den Friedensnobelpreis 2014 zusammen mit dem indischen Bildungs- und Kinderrechtsaktivisten Kailash Satyarthi. Sie ist damit die jüngste Preisträgerin der Geschichte des Friedensnobelpreises.

Sie reist um die Welt, um ihre Botschaft zu verbreiten: Bildung kann die Welt retten! Wenn ein Mädchen die Welt verändern kann, was können dann 130 Millionen Mädchen? – Motto des Malala Funds Denn wie ihre eigene Geschichte zeigt, macht Bildung Fundamentalisten und Terroristen Angst. Noch immer haben geschätzt 130 Millionen Mädchen keinen Zugang zum Schulsystem. Als Der Bericht zu ihrer Ernennung bei CNN (englisch, 2017) Friedensbotschafterin der UN und mit ihrer Organisation Malala Fund gibt Malala diesen Mädchen eine Stimme und ein Gesicht.

Joshua Wong: Teenager gegen Großmacht

von Katharina Wiegmann

»Ein Land, 2 Systeme« Das Prinzip wurde von Deng Xiaoping formuliert, der China in den Jahren 1979–1997 führte. Ziel seiner »Ein China«-Politik war es, unter anderem die Regionen Macau und Hongkong wieder in das Land einzugliedern. Dafür sollten die Regionen ihre bisherigen Systeme beibehalten dürfen. – unter dieser Voraussetzung wurde Hongkong 1997 nach über einem Jahrhundert britischer Herrschaft wieder ein Teil Chinas. Peking garantierte Hongkong, dass es sein westlich geprägtes System beibehalten dürfe. Zumindest für die nächsten 50 Jahre – im Fall Hongkongs also bis 2047. Dazu gehört eine kapitalistische Wirtschaft, aber auch Rechte und Freiheiten der Bevölkerung, die in China regelmäßig unterdrückt werden.

China gefällt die 2-Systeme-Regelung nicht. Der Deutschlandfunk hat dazu einen Hintergrund Beständig versucht die Großmacht, ihren Einfluss in der 7,4-Millionen-Einwohner-Metropole auszubauen. Joshua Wong, ein schmaler Nerd-Typ Das Wort »Nerd« stammt aus dem US-amerikanischen Schul-Slang. Es bezeichnete ursprünglich einen »Sonderling«, meint mittlerweile aber eine Person, die sich sehr für spezielle Interessen begeistert und Wissen darüber angesammelt hat, zum Beispiel Science-Fiction, Computer, Rollenspiele. Ursprünglich war das Wort negativ gemeint und unterstellte solchen Personen soziale Defizite, wird heute von Nerds aber als Selbstbezeichnung oder Kompliment geführt. Dabei sind Nerds vor allem stolz auf die eigenen Kenntnisse und den Zusammenhalt der eigenen Subkultur, die sich häufig mit eigenen Vokabeln, sozialen Ereignissen sowie Fachwitzen von der Populärkultur und anderen Subkulturen abgrenzt.

Gängige Nerd-Klischees etwa sind: Brille, Interesse für Science-Fiction, kleiner Freundeskreis, Fachidiotie, mangelndes Wissen über Sport und körperliche Unterlegenheit (allerdings gibt es auch »Sport-Nerds« und »Fitness-Nerds«). Diese Klischees werden vor allem durch Filme, Romane und Serien aufrechterhalten, wie etwa die US-amerikanische Sitcom Big Bang Theory. Sie sind vor allem eins: Fiktion.

Das Gegenteil von einem Nerd wäre ein »Noob« als Begriff für einen ahnungslosen, fachfremden Menschen außerhalb der Subkultur. Im Englischen wird der Begriff Nerd noch eher negativ verwendet, während für die positiven Aspekte der Begriff »Geek« gebraucht wird. Dieser gilt als moderner und weltoffener, während der Nerd introvertierter und »sonderlicher« wirkt. Im Deutschen konnte sich von diesen Begriffen bisher nur »Nerd« durchsetzen.
mit Brille, war erst 14 Jahre alt, Trailer zur Dokumentation »Joshua: Teenager vs. Superpower« (englisch) als er anfing, sich dagegen zu wehren. Seit 2011 gab es Pläne, an den Schulen Hongkongs das Fach »Moralische und Nationale Erziehung« einzuführen. Nicht nur Joshua Wong hatte die Befürchtung, dass Hongkongs Schüler chinesischen Patriotismus per Lehrplan verordnet bekommen würden. Mit anfangs nur wenigen Mitstreitern besetzte er den Platz vor dem Regierungsgebäude, trat zeitweise sogar in den Hungerstreik und mobilisierte schließlich Hunderttausende zum Protest gegen das neue Schulfach. Die Verwaltung knickte ein.

Joshua Wong im Jahr 2014 umringt von Journalisten inmitten der Zeltstädte im Zentrum von Hongkong. – Quelle: Seader CC BY-SA

Kein Grund für Joshua Wong, sich auf seinem Erfolg auszuruhen. 2014 waren er und seine alten Mitstreiter Teil der Demokratiebewegung Hongkongs, die freie Wahlen für das Jahr 2017 forderte. China gab damals bekannt, dass es Kandidaten vorselektieren wolle. Die Proteste legten halb Hongkong lahm. Mit bunten Regenschirmen schützten sich die Demonstranten vor dem Pfefferspray der Polizei – die »Regenschirm-Revolution« machte weltweit Schlagzeilen. Im Juli dieses Jahres wurden Joshua Wong und 2 seiner Mitstreiter für ihre Beteiligung und zivilen Ungehorsam angeklagt. Al Jazeera berichtete über Wongs Anklage (englisch, 2017) Wong plädierte auf schuldig.

Tavi Gevinson: Sie macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt

von Lena Nugent

Die eigene Jugend ist vor allem auch eine Suche nach der eigenen Identität. So beschreibt der Entwicklungspsychologe Erik Eriksson für die 8 Phasen der menschlichen Entwicklung jeweils eine essenzielle Krise. In der Jugend ist es das Ringen um die eigene Identität; es geht darum, die eigene soziale Rolle zu finden. Dabei bieten Vorbilder häufig wichtige Orientierungspunkte. Kein Wunder also, dass gerade junge Menschen bestimmten Vorbildern nacheifern. Egal ob Model, Schauspieler, Sängerin oder Fußballstar – die Vorbilder zeigen uns täglich auf ihren Fanseiten, in den sozialen Medien und auf den Titelseiten, welch perfektes Leben sie doch führen. Nicht ohne Grund. Denn die Reaktion auf Fehltritte ist meist eindeutig: Die Person wird öffentlich angeprangert und verliert ihren Status als Vorbild.

Die Amerikanerin Tavi Gevinson fand unter den Hochglanzbildern niemanden, mit dem sie sich Juliane Metzker schreibt darüber, wie unser Bild von den anderen auch unser Selbstbild beeinflusst identifizieren konnte. Sie hatte genug von der fehlerlosen Selbstinszenierung, Der Halo-Effekt (deutsch: Heiligenschein-Effekt) gehört zu den psychologischen Urteilsfehlern und ist besonders bei Personen der Öffentlichkeit relevant. Einzelne, positive Merkmale, wie beispielsweise gutes Aussehen oder auch eine bemerkenswerte Stimme, wirken so dominant, dass sie auf die restliche Person abfärben. Von der positiven Bewertung in einem Bereich wird auf die gesamte Person geschlossen. Studien belegen, dass besonders hübsche Personen häufig auch für intelligenter gehalten werden. die unerreichbare Erwartungen schürt und die Verunsicherung der »Suchenden« nur vergrößert. Also begann sie im Alter von 11 Jahren einen Tavis Blog »The Stylerookie« (englisch) Blog zu schreiben – über das verwirrende Leben als junger Mensch mit all seinen Schlaglöchern und Unsicherheiten.

[Es geht darum] zu lernen, sich selbst zu akzeptieren, Selbstwert zu entwickeln und seine Schwächen zu akzeptieren. – Tavi Gevinson, Bloggerin

Ihre authentische Art machte aus Tavi selbst einen Star: Die New York Times Ein Artikel von The Guardian, der die Reichweite des jungen Mädchens deutlich macht. Neben jungen Mädchen gehören auch viele erwachsene Frauen zu ihrem Fanclub (englisch, 2011) interviewte sie, Lady Gaga bezeichnete sie als The Guardian berichtet über Tavi (englisch, 2012) »Zukunft des Journalismus«. Mittlerweile ist Tavi 21 und aus ihrem Blog wurde das Online-Magazin Ihr Magazin Rookiemag (englisch) Rookie, an dem Hier schreibt zum Beispiel Lena Dunham einen Artikel, die Protagonistin der Serie »Girls« (englisch, 2012) Schauspieler oder junge Menschen mitschreiben und auf Fragen der Leser antworten. Der Abschnitt »You asked it« stellt ausschließlich Leserfragen an die unterschiedlichsten Personen, Schauspieler wie Naomi Watts oder auch Sängerin Carly Rae Jepsen (englisch) Es ist erlaubt, Fehler Dirk Wahlbrühl schreibt darüber, wie hilfreich Fehler sein können zuzugeben oder ein »Ich weiß es auch nicht!« als Antwort stehen zu lassen.

Auch wenn die junge Frau aus Chicago so einen Raum mit Vorbildcharakter geschaffen hat, ist ihr eins sehr wichtig: Sie selbst will kein Vorbild sein.

Pia Schulze: Konsum überdenken

von Katharina Ehmann

Über die »Jugend von heute« wird gern lamentiert. Egoistisch, bequem und Beispielsweise beschreibt so die Huffington Post die Generation Z (2015) visionsfrei seien sie, die »jungen Leute«. Auf zahlreichen YouTube-Kanälen und Instagram-Accounts feiern junge Menschen den hemmungslosen Konsum. In den sogenannten Haul-Videos halten YouTuber ihre Einkäufe in die Kamera und schwärmen von ihren neuesten Marken-Favoriten. Hauls sind eines der beliebtesten Video-Formate. Dafür gibt es nicht nur Anerkennung, Ruhm und Ehre, sondern ab einer gewissen Reichweite auch Die Welt recherchiert, wieviel Geld in gesponserten Posts in sozialen Medien steckt viel Geld von Firmen. Sie reißen sich um die sogenannten Influencer Influencer (von »to influence«, beeinflussen) ist ein Marketing-Betriff für Personen, die durch ihre Präsenz und Reichweite in sozialen Netzwerken herausstechen und damit interessant für Werbung im Internet sind. und nutzen ihre Popularität, um Kosmetik und Kleidung vor der Zielgruppe Die taz beschreibt, wie die sozialen Medien die Werbebranche verändern in die Kamera halten zu lassen. Man könnte meinen: Wer von einer nachhaltigen Welt träumt, sollte die sozialen Medien lieber meiden.

Eine, die da nicht mitmacht, ist Pia Schulze. Seit fast 3 Jahren dokumentiert die 25-jährige Illustratorin aus Münster auf ihrem Blog Kraftfutter Pias Blog Kraftfutter hat rund 30.000 Besucher im Monat. Hier teilt sie pflanzliche Rezepte, zeigt, wie sie Deo selbst mischt, und philosophiert über Gutmenschentum. und ihrem YouTube-Kanal Pia entschied sich im Jahr 2015, ergänzend zu ihren Blogs Videos online zu stellen. Ihr Kanal PiaKraftfutter hat mittlerweile 41.000 Abonnenten. ihren persönlichen Weg abseits vom Felix Austen erklärt, wie wir das Beste aus unserer Erde rausholen Konsumwahn. Ihre Reise begann im Alter von 18 beim Essen.

Aus der Auseinandersetzung mit meiner Ernährung ist ein Hinterfragen von allem resultiert: Alles, was du konsumierst, was du denkst, was du sagst, wie du mit anderen Menschen umgehst. Bin ich das wirklich oder mache ich das nur, weil ich das so gelernt habe? – Pia Schulze, konsumkritische Bloggerin

Dabei redet sie offen über Herausforderungen, stellt Fragen – und zeigt Verständnis. Den Felix Austen schreibt über die Herausforderung, »das Richtige« zu tun erhobenen Zeigefinger sucht man vergeblich. Pia will nicht missionieren, Der Versuch, Menschen aktiv von etwas zu überzeugen, kann zu Reaktanz führen. Psychologische Reaktanz bezeichnet einen inneren Widerstand und eine oft damit einhergehende Abwehrreaktion, wenn wir unsere – innere oder äußere – Freiheit bedroht sehen. Die Gefühle und Verhaltensweisen können einer Trotzreaktion ähneln. sondern aufklären, diskutieren und zeigen, dass ein Maren Urner und Felix Austen fragen, ob wir uns zwischen Zukunft und Kindern entscheiden müssen nachhaltiger Lebensstil Spaß macht. Für Pia bedeutet ihre Lebensweise kein Verzicht. Vielmehr sieht sie es als Bereicherung. Sie sagt: »Du kannst dich wohl und schön fühlen – auf die nachhaltige Art!«

Ihr Blog Kraftfutter ist nur einer der alternativen Blogs und Kanäle im Internet, die eine wachsende Gegenbewegung zu den großen YouTube-Stars bilden: Diese jungen Menschen sind nicht bequem und haben Visionen – vor allem von einer Welt, in der sie auch morgen noch leben wollen!

Felix Finkbeiner: 1 Billion Bäume pflanzen

von Felix Austen

Wenn Felix Finkbeiner sich ein Ziel setzt, dann ein richtiges: 1.000.000.000.000 In Worten: eine Billion. Das sind eine Million mal eine Million. Bäume möchte er überall auf der Welt pflanzen. Das sind rund Denn in Deutschland stehen laut der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald rund 90 Milliarden Bäume (2014) 11-mal so viele, wie heute in Deutschland wachsen. Dabei geht es ihm aber nicht um eine nette Begrünung unseres Planeten, sondern ein grundsätzlicheres Anliegen: Jeder Baum entzieht der Atmosphäre CO2 und hilft dabei, den Klimawandel zu bremsen. Die Idee hat er von Wangari Muta Maathai übernommen, einer kenianischen Politikerin, die mit ihrem Projekt »The Green Belt Movement« zuvor bereits 30 Millionen Bäume in Afrika gepflanzt hat.

Ähnlich wie Severn Cullis-Suzuki hatte der heute 20-jährige Bayer seinen ersten großen Auftritt auch vor Vertretern der Vereinten Nationen: Felix’ Rede in voller Länge (englisch, deutscher Untertitel, 2011) im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York trat er dort ans Rednerpult. Als 13-Jähriger liest er der versammelten diplomatischen Mannschaft die Leviten in Sachen Klimawandel. Auch er spricht von Problemen – und Lösungen:

Wir Kinder wissen, dass die Erwachsenen die Probleme genau kennen. Und sie kennen auch die Lösungen dafür. Aber wir verstehen nicht, warum so wenig passiert. (…) Ich möchte allen Kindern sagen: Wir sind die Mehrheit. Vergesst niemals: Ein Moskito kann nichts gegen ein Nashorn ausrichten. Aber 1.000 Moskitos können ein Nashorn dazu bringen, den Kurs zu wechseln. – Felix Finkbeiner, Gründer von Plant-for-the-Planet

Für die Kampagne »Stop talking, start planting« konnten Felix und seine Mitstreiter auch Peter Maffay begeistern. – Quelle: Plant for the planet copyright

Deshalb trommelt er seitdem mit seiner Organisation Auf der Website von »Plant-for-the-Planet« erfährst du, wie du mitpflanzen kannst »Plant-for-the-Planet« Moskitos zusammen. Unter dem Motto »Stop talking, start planting« Also: »Hört auf zu reden, beginnt zu pflanzen« motiviert er junge Menschen weltweit und mit Unterstützung berühmter Menschen wie Harrison Ford oder Gesine Schwan, Bäume zu pflanzen. Der aktuelle Zwischenstand: Mehr als 15 Milliarden neue Bäume haben bereits Wurzeln geschlagen.

Alle Kinder: für eine lebenswerte Zukunft

von Han Langeslag

»Wie sieht unsere Welt in 50 Jahren aus?« Die Zukunftsvisionen der Grundschulkinder sind düster: Sie malen ein apokalyptisches 2067 mit versunkenen Inseln, dreckigen Städten mit Smog-Glocken und sogar einer möglichen Die Bilder malten die Kinder bei der Deutschen Welle (2017) Flucht zum Mars. Die Folgen des Klimawandels betreffen die jüngste Generation am stärksten und sie hat die existenzielle Bedrohung deutlich vor Augen. In politischen Debatten hat sie jedoch keine Stimme.

Darum verklagen jetzt Kinder weltweit ihre Regierungen. Angefangen hat alles im US-Bundesstaat Oregon. Gemeinsam mit einigen Anwälten haben Kinder dort Hier geht es zur Website von Our Children’s Trust (englisch) Our Children’s Trust gegründet und seit 2 Jahren Also bevor Donald Trump als US-Präsident begann, sämtliche Klimaschutzmaßnahmen in Frage zu stellen und gegen sie zu argumentieren. Warum sein Verhalten auch eine Chance für das Klima sein kann, schreibt David Ehl hier. läuft eine Klage gegen die föderale Regierung Oregons. Die US-Regierung versuchte, Unter Barack Obama im Jahr 2016. die Klage abzulehnen – Das Statement des Gerichts von Oregon zur Klimaklage der Kinder (englisch, 2016) und scheiterte. Das Gericht in Oregon bestätigte, dass Kinder durchaus ein Recht auf ein Klima haben, in dem sie leben können.

Ich habe keinen Zweifel daran, dass das Recht auf ein Klima, das menschliches Leben aufrechterhalten kann, grundlegend für eine freie und geordnete Gesellschaft ist. – Ann Aiking, US-Richterin in Oregon

Das macht auch Kindern am anderen Ende der Welt Mut: In Portugal sind durch die schweren Waldbrände in diesem Jahr schon zahlreiche Menschen gestorben. Die Brände sind aktuell besonders verheerend, weil das Land den trockensten Sommer seit 1930 erlebt hat. Das wiederum ist sehr wahrscheinlich eine Folge der Erderwärmung.

Der Jubel ist groß, als das Gericht in Oregon die Klage der Kinder gegen den Willen der US-Regierung annahm. Auch der berühmte Klimaforscher James Hansen (links oben mit Hut) feiert mit. – Quelle: Our Childrens Trust copyright

Über 20.000 Pfund (mehr als 22.000 Euro) hat eine Gruppe portugiesischer Kinder in Kooperation mit der Nichtregierungsorganisation The Global Legal Action Network (GLAN) GLAN ist eine gemeinnützige Organisation aus Anwälten und investigativen Journalisten, die das Rechtswesen nutzen, um sich für Menschenrechte einzusetzen. bereits gesammelt, um vor Gericht zu gehen. Weitere HIer geht es zum Crowdfunding der portugiesischen Kinder, das bis zum 17. November 2017 läuft (englisch) 90.000 Euro benötigen sie noch, um ihre Klima-Klage vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zu bringen. Statt sich auf ein Land zu beschränken, adressieren sie dabei alle Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte betrifft 47 Länder 47 Mitgliedsstaaten.

Die Hoffnung der Kinder ist berechtigt. Die erste erfolgreiche Klima-Klage der niederländischen Klimaschutz-Organisation Website zur erfolgreichen Klima-Klage in den Niederlanden (englisch) Urgenda zeigt entgegen aller zynischen Stimmen, dass sich der Rechtsweg für eine nachhaltige Zukunft lohnt. Die niederländische Regierung gibt nicht auf und hat Berufung gegen die bis 2020 auferlegten CO2-Einsparungen eingelegt. Wenn Regierungen sich weiter so verhalten, können wir diese Fälle auch »Erwachsene vs. Kinder« nennen. Wollen wir das wirklich?

Mit Illustrationen von Lucia Zamolo für Perspective Daily

Mit Illustrationen von Lucia Zamolo für Perspective Daily

 

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