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Wie unsere Daten und Künstliche Intelligenz für ein Comeback der Planwirtschaft sorgen

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Wie unsere Daten und Künstliche Intelligenz für ein Comeback der Planwirtschaft sorgen

9. September 2019
Themen:

Handelsriesen von Amazon bis Alibaba haben längst verstanden, welches Potenzial in der Planwirtschaft steckt. Warum Regierungen jetzt nachziehen sollten – und wir so auch die Klimakrise lösen könnten.



Ende Juli war meine Nichte zu Besuch bei mir in Berlin. Sie kam, um an einer größeren David Ehl war bei einer »Fridays for Future«-Demo dabei – lies hier seine Reportage Fridays-for-Future-Demonstration teilzunehmen, bei der auch Greta Thunberg gesprochen hat. Meine Nichte ist 20 Jahre alt. Sie engagiert sich politisch, trennt ihren Müll, fährt fast nur Fahrrad Solltest auch du auf Fleisch verzichten? Lies hier ein Pro & Contra von Chris Vielhaus und Felix Austen und isst selten Fleisch. Und sie hat eine Eigenschaft, die mir an vielen Menschen ihrer Generation auffällt – sie denkt extrem realistisch. Ihr nüchternes Urteil lautet: Die Klimakatastrophe werde sich nicht aufhalten lassen, solange wir im Kapitalismus leben.

Damit hat sie wahrscheinlich recht.

Aber was könnte die Alternative sein? Meine Nichte zumindest sieht keine. Eine kommunistische Planwirtschaft wohl eher nicht. Deren Erfolgsbilanz sei bisher ja eher mager ausgefallen.

Doch nicht jeder schließt Planwirtschaft als Lösung für die Zukunft derart kategorisch aus.

Teilnehmende einer »Fridays for Future«-Demonstration am 25. Januar 2019 in Berlin – Quelle: FridaysForFuture Deutschland CC BY

Was die Planwirtschaft dem Kapitalismus voraus hat

Ausgerechnet der Gründer der chinesischen Mega-Handelsplattform Alibaba, Jack Ma, glaubt fest daran: Die Zukunft gehört der Planwirtschaft. Alibaba ist so etwas wie das chinesische Amazon; Die »Alibaba Group Holding Limited« hat ihren Sitz in Hangzhou, China. Gegründet wurde »Alibaba« vom ehemaligen Englischlehrer Jack Ma im Jahr 1999. Das Unternehmen betreibt unter anderem die gleichnamige B2B-Plattform »Alibaba.com« sowie das Online-Auktionshaus »Taobao«. Die »Alibaba Group« ist nach eigenen Angaben die größte IT-Firmengruppe Chinas. nach eigenen Angaben verzeichnete das Unternehmen Pressemitteilung der »Alibaba Group« zu ihren Umsätzen vom März 2018 (englisch) im Rechnungsjahr 2017/18 einen Umsatz von fast 40 Milliarden US-Dollar. Jack Ma ist alles andere als ein rückwärtsgewandter, durchgedrehter Kommunist; im Gegenteil, er hat verstanden, wie er den Kapitalismus für sich arbeiten lässt. Und doch glaubt er daran, dass Big Data und Künstliche Intelligenz (KI) ein Comeback der Planwirtschaft bringen werden.

»Wenn wir Zugang zu allen Daten haben, finden wir die unsichtbare Hand des Marktes«, erklärt Jack Ma im Jahr 2016 bei einem Fachkongress. Big Data werde es ermöglichen, Marktkräfte zu planen sowie vorauszusehen und Wirtschaft letztendlich optimal zu gestalten. Alle unsere vernetzten Geräte pumpen in Echtzeit Datenozeane über unsere ökonomischen Aktivitäten, unsere Nachfrage und unsere Wünsche heraus. Vernünftig ausgewertet, könnten diese Daten den Preismechanismus als einen Indikator für Angebot und Nachfrage imitieren. – John Thornhill, Kommentar von John Thornhill über Big Data und das Comeback der Planwirtschaft (englisch, 2017) Redakteur für Innovation bei der »Financial Times«

Aber was kann die Planwirtschaft, was der Kapitalismus nicht kann?

Generell sprechen wir von Planwirtschaft, wenn die gesamte oder der größte Teil der Ökonomie eines Landes staatlich gelenkt wird. Wie in der DDR. Die Produktionsmittel, also Fabriken, Maschinen und Rohstoffe, gehörten hier dem Staat und nicht Einzelpersonen. Das hat – zumindest theoretisch – den Vorteil, dass für das Gemeinwohl gewirtschaftet wird und nicht für den Profit Einzelner.

Würde das in der Praxis tatsächlich so funktionieren, könnte das viele unserer Probleme lösen. Rein technisch wäre es derzeit ja durchaus möglich, die Klimakrise zu stoppen und nebenher noch den Hunger in der Welt zu beenden.

Vernünftig, also im Sinne des Gemeinwohls zu wirtschaften, sei innerhalb einer kapitalistischen Ordnung allerdings nicht oder nur stellenweise möglich, sagen Kapitalismuskritiker von Karl Marx bis heute. Unter anderem liegt das an dem Zwang, ständig wachsen zu müssen. Wie ein Fahrrad, das umfällt, wenn es nicht gefahren wird, so kollabieren kapitalistische Wirtschaften ohne ständiges Wachstum. Nachlesen lässt sich das beispielsweise in dem Buch »Die Wachstumsspirale« des Ökonomen Hans Christoph Binswanger. Die Frage, ob Wachstum tatsächlich notwendig ist, wird heute oft infrage gestellt. Vorschläge, wie eine Postwachstumsökonomie aussehen kann, macht beispielsweise der Ökonom Niko Paech. Davon gehen nicht nur linke Theoretiker aus, sondern auch Regierungen in aller Welt.

Jack Ma, Gründer der Handelsplattform »Alibaba«, beim Weltwirtschaftsforum 2018 in Davos – Quelle: Foundations World Economic Forum CC BY

Sie beziehen sich dabei auf das sogenannte okunsche Gesetz, das den Zusammenhang zwischen Wachstum und Arbeitslosigkeit herstellt: Wächst die Wirtschaft, haben mehr Menschen Arbeit; schrumpft oder stagniert sie, steigt die Arbeitslosigkeit.

Wachstum ist aber kaum vereinbar mit den Maßnahmen, die nötig sind, Hier schreibt Katharina Wiegmann darüber, warum wir Klimawandel und Demokratie nicht gegeneinander ausspielen sollten um die Klimakatastrophe zu verhindern. Dazu kommt, dass die Konkurrenz zwischen Staaten und Firmen Hier schreibe ich über den Umgang mit Egoisten egoistisches Verhalten oftmals belohnt. Wer Smartphones oder T-Shirts herstellt, ohne (potenziell teure) Umweltschutzmaßnahmen oder Rechte für die Lohnabhängigen zu berücksichtigen, hat einen Wettbewerbsvorteil. Darum setzt sich umwelt- und menschenschädigendes Verhalten durch. Solche und viele weitere Probleme könnte eine Planwirtschaft vermeiden. In ihr würden die einzelnen Firmen nicht in Konkurrenz zueinander stehen – was die Zusammenarbeit für das Gemeinwohl deutlich erleichtert.

»Wenn das so einfach ist, warum hat das bisher in der Praxis nicht geklappt?«, würde meine nüchterne Nichte wohl fragen. Wie schlecht die Planwirtschaft der Sowjetunion funktionierte, macht ein Witz aus der damaligen Zeit deutlich:

Auf der Parteiversammlung einer Kolchose Kolchose ist die russische Bezeichnung für eine sozialistische Kollektivwirtschaft im Sinne eines landwirtschaftlichen Großbetriebs, der durch Kollektivierung ehemals bäuerlicher Privatbetriebe in der Sowjetunion und anderen Staaten des »Ostblocks« entstanden ist. In der DDR wurden Kolchosen als Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPGs) bezeichnet. stehen zwei Tagesordnungspunkte: 1. Aufbau einer Scheune, 2. Aufbau des Kommunismus. Angesichts der fehlenden Bretter diskutierte das Plenum sofort die zweite Frage.

Einerseits sollte der Kommunismus mit den Mitteln der Planwirtschaft eine bessere Welt für alle schaffen. Andererseits haperte es schon an den Grundlagen, wie in diesem Fall an den Brettern für eine Scheune. Das liegt aber weniger daran, dass die Menschen in der Sowjetunion zu wenig Bäume hatten, um Bretter herzustellen, oder daran, dass sie zu faul waren, Bäume zu fällen.

Das zentrale Problem der Sowjetunion war die Unmöglichkeit, in großen Dimensionen zu planen.

Textilarbeiterinnen in einer Fabrik in Bangladesch – Quelle: Solidarity Center CC BY

Warum Planwirtschaft bislang nicht funktioniert hat

Der Wirtschaftsjournalist und Autor Paul Mason beschreibt das in seinem 2016 erschienenen Buch »Postkapitalismus« von Paul Mason bei buch7.de Postkapitalismus: Im Jahr 1980 existierten in der Sowjetunion etwa 24 Millionen verschiedene Produkte. Die Planungsbehörde kannte aber nur die Preise und Mengen von 200.000 Produkten. Und der zentrale Plan, der den Staatsfirmen langfristig die Richtung vorgab, und der alle 5–10 Jahre erstellt wurde, erfasste gerade noch 2.000.

Es fehlten schlicht die notwendigen Informationen darüber, wann welches Produkt hergestellt oder welche Dienstleistung erbracht werden muss oder kann. Planwirtschaften seien sehr schlecht darin, Informationen zu verarbeiten, urteilt auch der bekannte Historiker Yuval Noah Harari über die »Big-Data-Revolution« und ihre Bedeutung für eine Planwirtschaft (Paywall) Yuval Noah Harari in einem Essay für die Financial Times. Wie viel wovon muss zu welchem Zeitpunkt mit welchen genauen Eigenschaften fertiggestellt und transportiert werden? Fehlt nur eine Schraubensorte, steht die ganze Produktionskette eines Autowerks still. Und das hat dann weitere negative Effekte, die sich durch das ganze System fortsetzen: Produkt A fehlt, weshalb Produkt B nicht hergestellt werden kann, weshalb wiederum Maschine C nicht einsatzbereit ist.

In der Wirtschaftswissenschaft wird das als das Informationsproblem von Planwirtschaften bezeichnet: Die Interessen und Bedürfnisse von Wirtschaft und Menschen seien viel zu komplex, als dass sie eine zentrale Stelle begreifen oder gar planen könnte. Besser schaffe das der Markt, der dezentral und praktisch von allein funktioniere. Im Preis der Waren seien alle wesentlichen Informationen angelegt. Wenn mehr Schrauben oder Bretter gebraucht werden, steigt der Preis. Das merken schlaue Unternehmer, darum stellen sie mehr Schrauben und Bretter her. Und so bekommt jeder, was er braucht, und zwar – aufgrund des Wettbewerbs – immer zu einem angemessenen Preis.

Warum Amazon & Co. auf Planwirtschaft setzen

Doch inzwischen haben sich die technischen Bedingungen stark verändert. Wenn Jack Ma und andere von einer modernen Planwirtschaft sprechen, dann stellen sie sich keine zentralen Planungsbüros vor, vollgestopft mit Tausenden von Ordnern und einer langen Reihe von Telefonen. Sie denken an den Einsatz von Hochleistungsrechnern, die Unmengen von Daten verarbeiten und Wer überwacht die Algorithmen? Lies hier ein Interview mit dem Gründer der Organisation »AlgorithmWatch« mithilfe von Algorithmen und KI die Wirtschaft koordinieren und ständig neue Problemlösungsvorschläge anbieten.

Das funktioniert schon heute. Auch kapitalistische Unternehmen verlassen sich nicht auf die Beobachtung von Preisveränderungen, sondern nutzen datengestützte Marktforschung, um festzustellen, welche Sorten Zahnbürsten gebraucht werden, wie viele jeweils und zu welchem Zeitpunkt.

Tatsächlich gibt es innerhalb des Kapitalismus sehr gut funktionierende Planwirtschaften. Man könnte sogar sagen: Ohne Planwirtschaften gäbe es im Jahr 2019 gar keinen Kapitalismus.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist das finanziell wertvollste Unternehmen der Welt: der Onlineversandhändler Hier schreibt David Ehl darüber, was der Einzelhandel »Amazon« noch entgegensetzen kann Amazon. Amazon ist planwirtschaftlich organisiert, nur mit dem Unterschied, dass es auf die eigenen Profitziele hinarbeitet, nicht auf das gesellschaftliche Allgemeinwohl. In ihrem Buch »The People’s Republic of Walmart« bei buch7.de The People’s Republic of Walmart (»Die Volksrepublik Walmart«) zeigen die Autoren Leigh Phillips und Michal Rozworski, welche unglaublichen planerischen Leistungen Konzerne wie Amazon mithilfe moderner Informationstechnik vollbringen.

Amazon verkauft täglich Millionen von Waren, von Nasenspülsalz über CDs und Apps bis hin zu Fernsehern und Waschmaschinen. Dahinter steckt eine gewaltige Planungsmaschinerie, die alle möglichen plan- und unplanbaren Faktoren in ihre Rechnungen und Algorithmen mit einbezieht: die Geschwindigkeit von Flugzeugen, die Verfügbarkeit von Lkw, die richtige Route, das Wetter. Alles wird möglichst optimal aufeinander abgestimmt, sodass vom Tippen auf dem Touchpad bis zur Lieferung frei Haus nur wenige Tage, manchmal sogar nur Stunden vergehen.

Besonders beeindruckend ist die Logistik der riesigen Lagerhäuser des Unternehmens. Das Amazon-Warenlager in Graben bei Augsburg ist so groß wie 17 Fußballfelder. Waren werden dort nach einem speziellen System gelagert, das als chaotische Lagerhaltung bezeichnet wird: Artikel unterschiedlichster Art lagern gemeinsam in Boxen und können dennoch schnell gefunden und versendet werden.

Supermarktriesen wie »Walmart« arbeiten längst nach einem planwirtschaftlichen System. – Quelle: Peter Bond CC0

Amazon verlässt sich dabei gerade nicht auf Preissignale, sondern auf gute Planung und die optimale Verarbeitung riesiger Datenmengen. Viele dieser Daten tragen wir selbst bei, indem wir klicken, kaufen und bewerten. Ein Rückgrat des Erfolges von Amazon ist sein Empfehlungssystem, das hilft, die Bedürfnisse von Konsumenten vorauszuahnen und zum Teil auch zu lenken. Das geht so weit, dass Amazon schon im Jahr 2013 ein Patent für antizipatorischen Paketversand angemeldet hat: Bericht des »Wall Street Journal« über das Patent zum »antizipatorischen Paketversand« (englisch, 2014) Vielleicht werden eines Tages Waren versendet, ohne dass wir sie bestellt haben, basierend auf der Annahme, dass wir sie haben wollen.

Das Ganze könnte auch schlicht ein PR-Gag sein. Aber völlig unwahrscheinlich ist die Idee nicht. Die Streamingplattform Netflix hat Vorhersagen so weit perfektioniert, dass 80% der Nutzerinnen und Nutzer Filme und Serien schauen, die ihnen von Netflix empfohlen wurden.

Ein weiteres Beispiel für eine höchst funktionale Planwirtschaft ist das Einzelhandelsunternehmen Walmart. Wäre Walmart ein Land, hätte es eine ähnliche Wirtschaftsleistung wie die Schweiz oder Schweden. Gemessen an der jährlich umgesetzten Geldmenge ist Walmarts Wirtschaft größer als die der Sowjetunion in Zeiten des Kalten Krieges, wie Leigh und Rozworski schreiben. Auch bei Walmart funktioniert die rechnergestützte Planwirtschaft effizient. Walmart lagert und vertreibt Produkte aus mehr als 70 Nationen und verteilt sie in etwa 11.000 Läden in 72 Ländern.

Hunderte riesiger Betriebe arbeiten intern als Planwirtschaften. Dagegen hat die Warenhauskette Sears in den Jahren 2013–2018 marktwirtschaftliche Prinzipien innerhalb der Firma eingeführt. Die Filialen der Kette wurden in kleine, miteinander konkurrierende Einheiten aufgespaltet, damit der Markt seine volle Wirkung entfalten kann. Das Ganze habe in einer Katastrophe geendet, berichten die Autoren Leigh und Rozworski. Am Ende hätten die Filialen einen spätsowjetischen Charme ausgestrahlt – inklusive leerer Regale und marodem Interieur.

In welche Richtung wir jetzt denken müssen

Soll ich meiner Nichte jetzt also vorschlagen, ihre Fridays-for-Future-Freunde zusammenzutrommeln und gemeinsam mit mir für einen neuen, digitalen Kommunismus zu kämpfen, von dem endlich alle profitieren – und nicht nur Konzerne wie Amazon oder Walmart?

Nein. Denn wir sind noch nicht so weit. Es ist ein Unterschied, ob ein großes Unternehmen oder eine National- oder sogar Weltwirtschaft planwirtschaftlich organisiert wird. Alibaba-Gründer Jack Ma denkt an einen Zeitraum von 30 Jahren – eine recht vermessene Prophezeiung, da gerade technische Sprünge nicht planbar sind.

Das heißt aber nicht, dass das Thema vom Tisch ist. Vielleicht entwickeln sich die großen Konzerne der In diesem Artikel fragt Katharina Wiegmann: Müssen wir »Facebook« und »Google« jetzt verstaatlichen? Plattform-Ökonomie so weit, dass sie irgendwann schlicht enteignet werden. Was dann in etwa das wäre, was Karl Marx schon vorausgesagt hat: Die Entwicklung der Produktivkräfte sprengt die Fesseln der kapitalistischen Eigentumsverhältnisse.

Das wäre aber noch nicht die Lösung, denn es wäre auch denkbar, dass ein autoritärer Staat dann die volle Kontrolle übernimmt. Unter dieser Prämisse wird die Planwirtschaft in China diskutiert.

Seine Ideen leben weiter: Karl Marx als »Street Art« in Birmingham – Quelle: Elliott Brown CC BY-SA

Um das zu vermeiden, sollten Mittel und Wege gesucht werden, die Planwirtschaft mitsamt Big Data in den Dienst einer demokratischen Gesellschaft zu stellen. Ansätze dafür gibt es schon: Einen Vorschlag für die Vergemeinschaftung von Big Data macht das Hier kannst du das »Big Data Manifesto« nachlesen (englisch) Big Data Manifesto. Demnach könnten Daten in Zukunft zwar weiterhin gesammelt, allerdings konsequent anonymisiert werden. Die Server würden nicht mehr privaten Eigentümern gehören, sondern wären in öffentlicher Hand.

Einen Ansatz zur Demokratisierung der Planwirtschaft dagegen liefern der Wirtschaftswissenschaftler Robin Hahnel und der Physiker Michael Albert mit dem Konzept der Participatory Economics. Hier gehören die Firmen der Gesellschaft, Entscheidungen werden demokratisch getroffen. Wohn- und Produktionsräte stimmen ihre Entscheidungen miteinander ab. Umwelt- und Sozialkosten könnten in die Preise von Waren mit einfließen; Schäden an Umwelt und der Gesellschaft würden somit von vornherein berücksichtigt – und wären keine Faktoren im Wettbewerb mehr.

Houssam Hamade ist Sozialwissenschaftler, Autor und Journalist. Er schreibt regelmäßig für die Taz, Cicero und den Freitag. Ihn interessiert vor allem die Frage, wie wir die Welt besser machen können und was dem im Wege steht. Die schönsten Antworten darauf findet er bei Hannah Arendt. Im Jahr 2019 hat Houssam Hamade sein erstes Buch veröffentlicht. Es heißt »Sich Prügeln« und handelt von dem Moment, in dem Menschen sich dafür entscheiden, zuzuschlagen. Juliane Metzker und Katharina Wiegmann haben dazu einen Podcast mit ihm aufgenommen, den du hier nachhören kannst.

Titelbild: Franki Chamaki - CC0

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