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Grünes Wachstum um jeden Preis?

Der Hafermilchproduzent Oatly will das Klima retten – mit den Millionen eines skrupellosen Finanzunternehmens. Ist das der richtige Weg? Unsere Autoren Benjamin und Felix sind da unterschiedlicher Meinung.

21. September 2020  12 Minuten

»Hafermilch ist cool!« Dieser Satz hätte noch vor 10 Jahren herzhaftes Lachen ausgelöst. Doch während dem grünen Getreidedrink damals noch der Reformhausmuff anhaftete, gibt es ihn heute in fast jedem Supermarkt. In Cafés zaubern Baristas längst auch mit Hafer ihre Schaumkunst, und selbst Opa hat schon mal davon gehört.

Dass Hafermilch ein Lifestyleprodukt wurde, ist auch Oatly zu verdanken. Die sympathisch auftretende schwedische Marke ist seit ihrem rasanten Aufstieg so etwas wie das Apple der Milchalternativen. Ein bisschen zu teuer, bestimmt auch irgendwie besser, aber vor allem ziemlich cool.

Der Erfolg ist das Machwerk von Toni Petersson, der 2012 an die Firmenspitze kam und dem Unternehmen, das es immerhin seit 1994 gibt, einen modernen Anstrich verpasste. Er verband die Idee der Nachhaltigkeit mit einem harten Expansionskurs: Je mehr Hafer- statt Kuhmilch verkauft würde, so das Credo, desto besser fürs Klima. Das Produkt ist mehr als ein Lebensmittel: Es ist ein Heilsversprechen. Im Juli hat Oatly nun einen Deal mit der US-amerikanischen Investmentfirma Blackstone abgeschlossen. 200 Millionen US-Dollar bekommen die Schwed:innen, Neben den 200 Millionen US-Dollar von Blackstone erhält Oatly nach eigenen Angaben auch einen »Green Loan« über 200 Millionen US-Dollar, also einen Bankkredit, der an die Verwendung für nachhaltiges Wirtschaften geknüpft ist.

Mit Illustrationen von Tobias Kaiser für Perspective Daily

von Benjamin Fuchs 

Jeder weiß: Unsere Arbeitswelt verändert sich radikal und rasend schnell. Nicht nur bei uns vor der Haustür, sondern auch anderorts. Wie können wir diese Veränderungen positiv gestalten und welche Anreize braucht es dafür? Genau darum geht es Benjamin, der erst Philosophie und Politikwissenschaft studiert hat, dann mehr als 5 Jahre als Journalist in Brasilien lebte und 2018 zurück nach Deutschland gekommen ist. Es gibt viel zu tun – also: An die Arbeit!


von Felix Austen 

Der Physiker Felix begrüßt den Trend zu Hafermilch und fährt gern Rad. Er weiß aber auch, dass das nicht genügen wird, um die Welt vor der Klimakatastrophe und dem Ökokollaps zu bewahren. Deshalb schreibt er über Menschen, Ideen und Technik, die eine Zukunft ermöglichen. Davon gibt es zum Glück jede Menge!

Themen:  Konsum   Nachhaltigkeit  

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