Podcast — 14 Minuten

Seit einem Jahr zeigen wir, was geht

21. Juni 2017
Themen:
21. Juni 2017

Wir feiern unseren ersten Geburtstag – und nehmen dich heute in unserem Podcast mit in die Redaktion.

Du willst lieber lesen als hören? Dann kannst du hier die aufgeschriebene Version des Podcasts lesen.

Peter:

Hallo zusammen und willkommen zur ersten Folge von Zeigen, was geht, dem konstruktiven Podcast von Perspective Daily. Ich bin Peter Dörrie und schreibe bei Perspective Daily über alles, was mit Frieden, Krieg und Entwicklung zu tun hat. Aktuell stehe ich in einem Gewerbegebiet von Münster in Westfalen. Hinter mir sind ein Getränke-Großhandel und eine Badminton-Halle, vor mir liegt ein eher praktisches als ästhetisches Bürogebäude. Und aus dem obersten Stockwerk dieses Gebäudes erscheint seit genau einem Jahr, seit dem Der allererste Text: Han Langeslags »Das Öl der Anderen« 21. Juni 2016, das konstruktive Online-Medium Perspective Daily. Ich werde euch jetzt eine kleine Tour durch die Redaktion geben und euch dabei das eine oder andere Redaktionsmitglied vorstellen. So, jetzt gehen wir erst mal hier links den Flur runter zum Büro von Maren und Han. Darf ich einmal kurz stören?

Maren Urner

Maren: Ja, ausnahmsweise!

Peter: Maren und Han sind unsere Gründer und unsere Geschäftsführung. Maren, für alle, die uns noch nicht kennen: Was unterscheidet Perspective Daily von anderen Medien?

Maren: Alles, was wir bei Perspective Daily tun, soll das Vertrauen zwischen Autoren und Lesern stärken. Wir fangen damit an, indem wir Warum Konstruktiver Journalismus wichtig ist, erklären David Ehl und Maren Urner hier konstruktiv und lösungsorientiert berichten. Dabei stellen wir immer die zusätzliche W-Frage: Wie kann es weitergehen? Wir glauben, dass das ganz wichtig ist, um Vertrauen zu gewinnen. Das zweite ist, dass wir evidenzbasierten Journalismus machen: Das was wir tun, machen wir mit Journalisten, die auf der einen Seite Journalisten sind, die auf der anderen Seite aber auch fachliches Wissen mitbringen. Dadurch können sie die Thematiken, über die sie dann schreiben und recherchieren, ganz anders einordnen. Zusätzlich geben wir immer unsere Quellen an. Das dritte ist – und damit steht und fällt das Ganze – Appell der Gründer zum ersten PD-Geburtstag die Frage des Geldes. Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir unabhängig von Werbekunden und anderen großen Institutionen sein möchten, David Ehl über Journalismus-Finanzierung die Einfluss auf unsere Berichterstattung nehmen könnten. Deshalb möchten wir uns über unsere Mitglieder finanzieren.

Peter: Für euch war ja von Anfang an klar, dass unsere Mitglieder und Leser eine ganz wichtige Rolle spielen sollen und nicht nur unsere Artikel lesen und uns Geld zahlen. Mit welchen Hoffnungen habt ihr angefangen, und würdest du sagen, dass sie sich erfüllt haben?

Maren: Die Hoffnung war von Anfang an, dieses Vertrauen zu stärken. Ich glaube auch, dass sich das erfüllt hat. Wir sehen zufriedene Mitglieder, die uns teilweise Fanpost und Schokolade ins Büro schicken. Beides ist sehr willkommen. Und auf der inhaltlichen Ebene sehen wir, dass der Dialog zwischen Mitgliedern und Autoren wirklich funktionieren kann, dass es nicht immer um Konfrontation gehen muss oder derjenige Recht bekommt, der am lautesten und längsten schreit.

Peter: Dein inhaltliches Thema ist ja »Mein Gehirn und ich«, du bist also sozusagen vom Fach. Gibt es zwischen dem mitgliederbasierten Ansatz und deinem Spezialthema eine Verbindung?

Maren: Ja, auf jeden Fall. Der ganze Aufbau von Perspective Daily basiert auf Überlegungen, die Han und ich aus der Psychologie und den Neurowissenschaften kennen. Dabei ist die Frage wichtig, wie man Menschen motiviert.

Han Langeslag

Peter: Dann kommen wir jetzt zu Han, der am Schreibtisch gegenüber sitzt. Perspective Daily ist natürlich nicht nur ein Medium, sondern auch ein Unternehmen. Wir haben hier Angestellte, eine Buchhaltung, Business-Pläne – was hat dich denn an der unternehmerischen Seite von Perspective Daily im ersten Jahr am meisten überrascht? Und was sind die Ziele für das kommende Jahr?

Han: Am meisten überrascht hat mich, wie leicht es uns gefallen ist, alles zu organisieren, und kurzfristig ein starkes Team aufzuziehen. Vom Ende des Crowdfundings bis zum Launch der Website haben wir uns nur 3 Monate gegeben. Ich bin wirklich stolz auf das Team, wie schnell die Website umgesetzt war, wie schnell die Buchhaltung funktionierte und die Verträge fertig waren. Auch wenn Maren und ich nicht so sehr aus dem unternehmerischen Kontext kommen, haben wir alles schnell und stabil aufgesetzt. Das hat mich wirklich erstaunt. Für das zweite Jahr planen wir so einiges: Bei der Website haben wir vielleicht 10% von dem umgesetzt, was wir noch vorhaben. Wir wollen noch mehr zusammen mit den Mitgliedern machen, bei denen ein riesiges Wissenspotenzial liegt. Wir möchten mehr in Interaktion mit unseren Mitgliedern treten, sowohl online als auch live vor Ort. Das bedeutet allerdings auch, dass die Redaktion größer werden muss.

Peter: Dein Thema ist »Globales Handeln«. Hast du das Gefühl, dass das, was du hier tust, Konsequenzen hat?

Han: Ja, schon. Ich habe zum Beispiel einen Han Langeslag über effektiven Altruismus Artikel über effektiven Altruismus geschrieben, der auch mich selbst sehr zum Nachdenken angeregt hat: Wenn ich etwas Philanthropisches mache, wo sollte ich dann investieren, um möglichst viel zu bewirken? Das hatte dann auch unmittelbare Auswirkungen auf unsere Unser Facebook-Post mit dem finalen Stand der Weihnachtsaktion Weihnachtsaktion, wo ein Teil des Geldes für neu abgeschlossene Mitgliedschaften an einen guten Zweck ging. Wer in der Weihnachtszeit für sich oder seine Liebsten eine Jahresmitgliedschaft abgeschlossen hatte, durfte wählen: Entweder spendierten wir einen Gratis-Monat, oder wir spendeten 5 Euro an eine Organisation, die das Neu-Mitglied selbst auswählen konnte (zur Auswahl standen Against Malaria Foundation, Animal Equality, OceanCare, Oxfam, SCI und The Compensators.)

70% der Teilnehmer entschieden sich für die Spende, so konnten wir insgesamt 1.385 Euro an die Organisationen überweisen.
Der effektive Altruismus hatte direkten Einfluss bei der Auswahl der zu unterstützenden Projekte. Wir fragen uns auch immer, was für eine Art von Wirtschaft wir eigentlich wollen: Wir schätzen flache Hierarchien, viel Zusammenarbeit und finden es wichtiger, zusammen etwas zu bewegen, als sich auf den eigenen Status zu konzentrieren.

Dirk Walbrühl

Peter: Vielen Dank, dann ziehe ich mal weiter. Schauen wir doch mal, wen wir hier noch so auffinden. Vor mir sitzt Dirk Walbrühl. Dirk ist Autor für »Digitales Leben«. Du recherchierst viel über das Internet und bist gleichzeitig unser Koordinator, wenn es um die Aktivitäten von Perspective Daily im sozialen Netz geht. Gibt es irgendetwas in Sachen Internet, bei dem sich durch die Arbeit bei Perspective Daily deine Sichtweise geändert hat?

Dirk: Ich glaube inzwischen, dass man mehr von dem in die Tat umsetzen kann, woran man glaubt. Gerade im Bereich von Hatespeech war ich vor Perspective Daily eher skeptisch, dass sich daran irgendetwas zum besseren ändern kann. Gerade durch den Kontakt mit den Dirk Walbrühl über Anti-Hatespeech-Strategien Konzepten von Counterspeech und auch mit der Organisation von #Ichbinhier glaube ich sehr viel stärker daran, dass Menschen dem Hass und dem Ärger, der im Internet hochkocht, sehr gut Einhalt gebieten können, wenn sie sich vernetzten.

Katharina Wiegmann

Peter: Dann sitzt mir hier gegenüber auch noch Katharina Wiegmann. Katharina, dein Thema ist »Kosmos Europa«. Die europäische Politik durchleidet ja derzeit ein Wechselbad der Gefühle, in Zeiten von Brexit und einem großen Wahlsieg von Emanuel Macron. Was beschäftigt dich im Moment am meisten, wenn es um den europäischen Kontinent geht?

Katharina: Mich beschäftigt wahrscheinlich am meisten, Katharina Wiegmann nennt 5 Ideen für frischen Wind in Europa ob wir fähig sind, uns als europäische Gemeinschaft zu begreifen, auch jenseits geteilter ökonomischer Interessen.

Frederik v. Paepcke

Peter: Dann geht es jetzt ins nächste Gemeinschaftsbüro. Frederik blickt mich hier ganz erschreckt an, dass ich mit einem Mikrofon hereinkomme. Auf der Website steht, dass du dich damit beschäftigst, wie sich »Systeme verstehen und verändern« lassen. Vielen unserer Mitglieder dürfte nicht bekannt sein, dass du außerdem der Preisträger des Journalistenpreises »Wildtier und Umwelt« des Deutschen Jagdverbands 2017 bist.

Frederik: Richtig, die Preisverleihung ist ja auch erst morgen – wie sollen sie es wissen?
Peter: Ausgezeichnet wurdest du für deinen zugegebenermaßen genial betitelten Artikel Frederik v. Paepcke über Jagd »Jäger sucht Sau«. Was hat die Sau mit Systemen zu tun und wie kann das nächste Jahr bei Perspective Daily nach diesem Triumph denn noch besser werden?

Frederik: Ich fang mal mit der zweiten Frage an. Wir beginnen Jahr 2 mit dem Finale um den Grimme Online Award. Am 30. Juni wird sich herausstellen, ob nicht das nächste Jahr sogar besser beginnt, als dieses Jahr für mich aufgehört hat …

Frederik: Zur ersten Frage, was hat ein Artikel wie »Jäger sucht Sau« mit einer Plattform wie der unseren zu tun? Das ist ein schönes Beispiel, um zu sehen, wie komplex eigentlich jedes Thema wird, wenn man genau draufguckt. Beim Jagen sind es zum Beispiel die Zusammenhänge mit dem Klimawandel. Der Wildschweinbestand steigt beispielsweise enorm dadurch, dass wir keine harten Winter mehr haben und dass wir Mais für die Biogasanlagen anbauen. Viele Themen werden sehr emotional in der Öffentlichkeit debattiert – in der Praxis zeigt sich dann schnell, wie schwierig Lösungen sind. Und die Jagd ist ein besonders emotionales Thema, weil es dort um die Tiere geht, die uns am Herzen liegen. Manchmal sind die Antworten nicht so einfach, wie man sich das gerne wünscht.
Peter: Vielen Dank! Und viel Spaß bei der Preisverleihung.

David Ehl

Peter: So, jetzt schleich ich mich hier mal ins Büro von David Ehl rein. David, ganz schön düster ist es bei dir.

David: Ja, ich sitze im Morgensonnenbüro und da ist es ganz angenehm, zumindest die grelle Morgensonne noch abzuhalten.

Peter: Dein Thema ist »Meine Gesellschaft & ich«. 3 deiner jüngsten Texte handeln von David Ehl schreibt, wie wir die Anzahl dicker Kinder halbieren dicken Kindern, der David Ehl über das Comeback der NRW-FDP FDP und David Ehl über Front-National-Sympathisanten in der Grenzregion Lothringen. Wo ist da der rote Faden?

David: Der rote Faden ist mein Ziel, Gesellschaft als wichtigstes Feld der Politik zu sehen beziehungsweise die Schnittstelle von Gesellschaft und Politik zu betrachten. Jetzt ist die FDP natürlich eher ein politisches Thema als ein gesellschaftliches, und auch das David Ehl schreibt, wie Städte Kinder zum Abnehmen bringen können Abnehmen von Kindern ist vielleicht eher ein Randthema der Gesellschaft … Der rote Faden ist, dass ich die Gesellschaft als ein vielfältiges Ding begreife und auch versuche, in meinen Themen diese Vielfalt widerzuspiegeln.

Peter: 1 Jahr Perspective Daily. Du warst quasi von Anfang an mit dabei?

David: Ich habe 2 Wochen erlebt, in denen wir noch nicht publiziert, sondern nur an der Website gearbeitet haben, bevor dann der krasse Regelbetrieb losging.

Peter: Wie hat sich die erste Zeit für dich als Autor dargestellt?

David: Meine erste Woche hatte ich tatsächlich noch relativ wenig zu tun, weil ich da nur an meinen Themen sitzen konnte. Über die Zeit sind immer mehr Aufgaben hinzugekommen. Mittlerweile bin ich im Redaktionsplan involviert, als Präsident betreue und redigiere ich viele Texte … Zu meiner eigenen Recherchearbeit kommt ein ganzer Rattenschwanz an Aufgaben hinzu. Aber das macht Spaß!

Felix Austen

Peter: In diesem Büro sitzt auch Felix. Du bist heute Morgen aus Berlin gekommen und auch einer der vielen Pendler hier im Büro. Felix Austen schreibt, wie es bei der Bahn besser klappen könnte Gute Zugfahrt gehabt?

Felix: Weitestgehend schon. Bis Osnabrück war es ganz komfortabel, dann gab es kleinere Komplikationen. Aber ich bin gesund angekommen.
Peter: Dein Thema – deshalb fährst du ja auch mit der Bahn – ist »Nachhaltigkeit 5.0«. Von den konstruktiven Lösungsansätzen, die wir in den letzten Monaten zum Thema Nachhaltigkeit verfasst haben: Was hat dich am meisten beeindruckt?

Felix: Ich muss sagen, dass ich bisher viel über Themen geschrieben habe, mit denen ich mich schon länger beschäftigt hatte, aber gerade in das neueste Thema, die Felix Austen über die Platz-Konkurrenz in der Stadt nachhaltige Stadtentwicklung, habe ich mich neu eingelesen. Das hat mir ganz neue Blicke auf meine eigene Stadt beschert. Mich fasziniert, wie zum Beispiel in den Niederlanden und Dänemark Städte geschaffen werden, in denen es viel angenehmer ist zu leben.

Peter: Vielen Dank und einen schönen Tag!

Robin Schüttert

Peter: Ich bin jetzt bei den Designern und Programmierern. Gegenüber sitzen Robin und Jakob, die für unsere Website verantwortlich zeichnen und alles, was gut aussieht bei uns. Robin, die Website ist online, die App funktioniert, alle sind happy. Müssen wir uns Sorgen machen, dass wir dich wegen Unterforderung an einen anderen Arbeitgeber verlieren?

Robin: Wahrscheinlich erst mal nicht. Mit Sicherheit gibt es nämlich weiterhin genug zu tun, die Mühlen stehen niemals still. Gerade arbeiten Jakob und ich an der Suchfunktion für die Artikel.

Peter: Und gerade die Außendarstellung und Funktionalität der Website ist uns super wichtig.

Robin: Es passiert ja auch viel unter der Haube, dass wir zum Beispiel die Dateigrößen der Artikel einstampfen. Das sind Dinge, die man nicht unbedingt sieht, die sich aber weiterentwickeln.

Christine Knappheide

Peter: Super, vielen Dank. Dann machen wir erst mal bei Christine weiter. Christine, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was auf deiner Visitenkarte steht.

Christine: Auf meiner Visitenkarte steht »Öffentlichkeitsarbeit«.

Peter: Aber du machst nicht nur Öffentlichkeitsarbeit.

Christine: Nein. Ich bin hier so ein bisschen das »Mädchen für alles«. Alles, was nicht mit Artikel schreiben zusammenhängt, die Entwicklung der Website oder die Bildredaktion betrifft, landet auf meiner Agenda.
Peter: Wie ist es, in so einem Betrieb zu arbeiten, von dem man von außen denken könnte, dass da nur geschrieben wird?

Christine: Haha, ja, schön wär’s. Man hat gut zu tun, die großen und die kleinen Dinge zu organisieren und die Vor- und Nachbereitung von jeglichen Veranstaltungen auf die Beine zu stellen.
Peter: Außerdem sorgst du für die Ausstattung des Büros mit streichelfähigen Tieren. Hier neben mir liegt Lana, der Ehrenbürohund. Möchte Lana auch noch was sagen?

Lana: (hechelt)

Christine: Um auch dieses Klischee zu erfüllen: Wir haben einen Redaktions-Beagle. Lana fühlt sich hier sehr wohl, bekommt viele Streicheleinheiten, es hätte sie schlechter treffen können.

Moritz Gräfrath

Peter: Moritz, du bist einer unser aktuell 3 Praktikanten. Perspective Daily ist nach einem Jahr ja immer noch ein recht junges Start-up und nicht alles, was wir hier versuchen, funktioniert ja auch immer. Wie fühlt man sich, als Praktikant in so eine Situation hineinzukommen?

Moritz: Im Vergleich zu anderen Unternehmen ist die Atmosphäre sehr entspannt und gleichzeitig super-professionell. Das kann man gar nicht richtig beschreiben, sondern muss es erleben. Man fühlt sich superwohl und gleichzeitig ist das ganze keine Spaßveranstaltung.

Peter: Wie lange bist du jetzt noch bei uns?

Moritz: Ich bin jetzt noch 2 Wochen da.

Peter: Praktikanten schreiben in der Regel ja auch noch einen Artikel: Woran sitzt du gerade?

Moritz: Ich bin gerade in den letzten Zügen, meinen Artikel fertig zu machen. Ich schreibe gerade über ein Kameraprojekt im Westjordanland, das Bürgerjournalismus für gewaltfreien Widerstand einsetzt.

Juliane Metzker

Peter: So, jetzt bin ich hier in unserem Wohnzimmer, unserem Konferenzraum mit der Couch, und hier treffe ich Juliane an. Warum hast du dich hierhin zurückgezogen?

Juliane: Ich versuche gerade, per Telefon ein paar Interviews zu machen. Da ich meine Kollegen am Arbeitsplatz nicht stören möchte, bin ich hier.

Peter: Sehr rücksichtsvoll von dir und wenig rücksichtsvoll von mir, dass ich hier reingrätsche. Aber es muss sein. Dein Thema ist »Arabische Welten und Migration«. An der Menge der Berichterstattung über den Nahen und Mittleren Osten mangelt es ja wirklich nicht. Was kann denn ein Medium wie Perspective Daily mit ein paar Artikeln überhaupt bewegen?

Juliane: Wenn wir über die arabische Welt sprechen und all die Konflikte und Kriege, die dort gerade passieren, versuchen wir, den konstruktiven Blick darauf zu lenken. Das heißt, wir haben Artikel, die darüber sprechen, welche Hebel denn in Bewegung gesetzt werden müssen, Gastautor Tareq Sydiq erklärt, was für Frieden in Syrien geschehen muss damit es in Syrien wieder Frieden gibt. Wir gucken, was Menschen vor Ort machen, um grenzübergreifend, individuell oder in großen Organisationen Frieden zu schaffen, neue Wege der Kommunikation miteinander zu finden. Wir haben zwar erst ein paar Themen behandelt, aber wir wachsen ja immer weiter. So haben wir viele Gastautoren, die zum Beispiel in Gastautor Emran Feroz über Abschiebungen nach Afghanistan Afghanistan oder Gastautorin Lissy Kaufmann über Gaza Israel und Palästina vor Ort sind.

Peter: Du bist ja Juliane Metzker traf mehrfach den Libanesen Isa, der nach Deutschland flüchten wollte auch immer wieder im Nahen Osten unterwegs und schaltest dich aus dem Libanon zur Redaktionskonferenz dazu. Wie hat das im ersten Jahr für dich funktioniert, mit dem Redaktionsalltag auf der einen Seite und dem Reisen und Recherchieren auf der anderen?

Juliane: Das hat ganz gut funktioniert, glaube ich. Natürlich ist es am Anfang eine Herausforderung, das libanesische Internet ist nicht gerade das beste der Welt, was dann auch die Kollegen hier vor Ort in Münster spüren. Ich glaube auch, dass es gut ist, wenn unsere Redakteure rausgehen und sich Sachen mit eigenen Augen anschauen können. Peter, du fliegst ja jetzt auch bald nach Afrika, und David ist bald in den USA. Dieses Auge auf die Welt ist ziemlich wichtig, macht Spaß und motiviert natürlich auch.

Zeigen, was geht, Folge 2: Schickt uns eure Fragen!

So, und damit ist unsere kleine Redaktionstour beendet. Ich hoffe, es hat euch gefallen und vielleicht haben wir auch ein paar Fragen über unseren Redaktionsalltag beantworten können. Wie ja an der einen oder anderen Stelle durchgeklungen ist, ist für uns der Kontakt und der Austausch mit unseren Mitgliedern und Lesern unglaublich wichtig. Ich würde mich darum sehr über Fragen, Feedback und Kommentare freuen. Erreichen könnt ihr uns natürlich per E-Mail unter podcast@perspective-daily.de. Noch besser wäre aber, wenn ihr uns eine WhatsApp-Sprachnachricht schickt, denn immerhin ist das hier ein Podcast. Besonders Fragen über unseren Redaktionsalltag oder zu bestimmte Artikel können wir dann direkt in die nächsten »Zeigen, was geht«-Folgen einbauen und beantworten. Also, greift zum Handy und schickt uns eine WhatsApp-Sprachnachricht an 0159 045 185 93!

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Titelbild: Norman - copyright

 

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